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Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?
Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?
Also bei mir war's zuletzt Baby Blue, ein Psychothriller. Darin geht es um eine Krankheit die bei Müttern entstehen kann, nachdem sie ein Baby geboren haben und dann rot sehen und davon besessen sind ihrer Familie was anzutun... wahre Geschichte und sehr fesselnd, nur weiterzuempfehlen 

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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?
In Ultrakurzform:
• Black Water (Australien 2007) - Der entspannte Ausflug in ein wunderschönes Mangrovengebiet, wird für drei junge Leute und deren Reiseführer zum grauenvollen Horrortrip. Zunächst verschlingt ein monströses Krokodil den "Experten", im Anschluss belagert das Ungetüm die verängstigten Touristen. Das Ausflugsboot liegt gekentert im Wasser, eine Flucht scheint unmöglich...
Unterhaltsamer Tierhorror mit einem kleinen und gut aufgelegtem Ensemble. Die überzogen clevere Darstellung des Krokodils macht Laune, verlieht der gierigen Bestie zusätzliches Terrorpotential (Realismusfanatiker werden wenig Freude daran haben). Erfindet das Genre nicht neu, sollte den Fan aber ohne Schwierigkeiten zufriedenstellen. Mir liegt "Black Water" auf einer DVD von Legend Film/Universum vor, gute Qualität und magere Ausstattung.
Knappe 7/10 (gut)
• Black Serenade (Spanien 2001) - Spanische Universitäten werden von einem mordenden Minnesänger heimgesucht, der "Tuno negro" wütet jedoch keinesfalls planlos unter der Studentenschaft...
Ein Slasher aus Spanien. Warum auch nicht, immerhin hat der Horrorfilm in/auf diesem Teil der Iberischen Halbinsel eine lange Tradition, man denke an Paul Naschy und Amando de Ossorio. "Black Serenade" suhlt sich in den üblichen Klischees, baut zusätzlich das Thema Internet/Chatrooms ein. Sex, Gewalt und Humor kommen in angenehmer Dosierung daher, die Auflösung geht als gelungen durch. Leider mangelt es ein wenig an Identifikationsfiguren, hier leiden die "Slasherabziehbildchen" noch stärker als sonst unter der schlappen und kaum interessanten Anlage der Charaktere. Daher verliert das Finale deutlich an Kraft, der Zuschauer wird nicht gepackt, nicht mitgerissen. Anolis hat den Film bereits 2003 veröffentlicht, Restposten sind noch immer zum kleinen Preis im Handel zu finden. Slasherfans sollten dem "Tuno negro" eine Chance geben.
6/10 (obere Mittelklasse)
• Black Water (Australien 2007) - Der entspannte Ausflug in ein wunderschönes Mangrovengebiet, wird für drei junge Leute und deren Reiseführer zum grauenvollen Horrortrip. Zunächst verschlingt ein monströses Krokodil den "Experten", im Anschluss belagert das Ungetüm die verängstigten Touristen. Das Ausflugsboot liegt gekentert im Wasser, eine Flucht scheint unmöglich...
Unterhaltsamer Tierhorror mit einem kleinen und gut aufgelegtem Ensemble. Die überzogen clevere Darstellung des Krokodils macht Laune, verlieht der gierigen Bestie zusätzliches Terrorpotential (Realismusfanatiker werden wenig Freude daran haben). Erfindet das Genre nicht neu, sollte den Fan aber ohne Schwierigkeiten zufriedenstellen. Mir liegt "Black Water" auf einer DVD von Legend Film/Universum vor, gute Qualität und magere Ausstattung.
Knappe 7/10 (gut)
• Black Serenade (Spanien 2001) - Spanische Universitäten werden von einem mordenden Minnesänger heimgesucht, der "Tuno negro" wütet jedoch keinesfalls planlos unter der Studentenschaft...
Ein Slasher aus Spanien. Warum auch nicht, immerhin hat der Horrorfilm in/auf diesem Teil der Iberischen Halbinsel eine lange Tradition, man denke an Paul Naschy und Amando de Ossorio. "Black Serenade" suhlt sich in den üblichen Klischees, baut zusätzlich das Thema Internet/Chatrooms ein. Sex, Gewalt und Humor kommen in angenehmer Dosierung daher, die Auflösung geht als gelungen durch. Leider mangelt es ein wenig an Identifikationsfiguren, hier leiden die "Slasherabziehbildchen" noch stärker als sonst unter der schlappen und kaum interessanten Anlage der Charaktere. Daher verliert das Finale deutlich an Kraft, der Zuschauer wird nicht gepackt, nicht mitgerissen. Anolis hat den Film bereits 2003 veröffentlicht, Restposten sind noch immer zum kleinen Preis im Handel zu finden. Slasherfans sollten dem "Tuno negro" eine Chance geben.
6/10 (obere Mittelklasse)
Ich bin zwar ein Radikaler, aber mehr noch bin ich ein Lüstling! (Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance)
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?
Die Fortsetzung der "Mega-Der-Alte-Sause"

Der Alte - Collector's Box Vol. 1 (Folge 1-22)
Folge 6 - Konkurs (Deutschland 1977)
Der Bankrotteur und der Schwiegervater des Grauens
Beim Essen in einem guten Restaurant kommt Walter Müller (Dirk Galuba) mit einer unangenehmen Nachricht aus der Kiste. Der Geschäftsmann teilt seiner Ehefrau Eva (Christiane Krüger) die schmerzhafte Wahrheit mit, er hat seine Firma in den Ruin manövriert, steht unmittelbar vor dem Konkurs. Eva stammt aus reichem Hause, Walter gibt seine Frau frei, doch die Gattin will ihren Mann nicht verlassen. Wenig später meldet sich Walter Müller bei der Polizei, Eva ist spurlos verschwunden! Per Brief teilen die Entführer ihre Wünsche mit, sie fordern drei Millionen Mark von Walter Müller. Zähneknirschend sucht der Pleitegeier den ungeliebten Schwiegervater auf, Konsul Otto Karst (O. E. Hasse) hat vor allem Geringschätzung und Verachtung für den Mann seiner Tocher übrig. Bevor der alte Griesgram das ersehnte Lösegeld rausrückt, nötigt er seinen Schwiegersohn zu einer äusserst unangenehmen Unterschrift. Vor der Geldübergabe lässt Kommissar Köster das Fahrzeug Müllers mit Funk ausrüsten, die Entführer verschwinden unerkannt mit zwei schweren Koffern voller Geld. Die genaue Untersuchung des Übergabeortes wirft Fragen auf, derweil bleibt die Entführte zunächst verschwunden...
Charakterkopf Dirk Galuba fällt meist die Rolle des Bösewichts zu, in diesem Fall ist sein Part vielschichtiger angelegt, Galuba meistert die Aufgabe ohne Schwierigkeiten. O. E. Hasse darf herrlich vom Leder ziehen, mit Ausdauer beleidigt der alte Bonze seinen verhassten Schwiegersohn, schreckt nicht davor zurück den leitenden Ermittler zu bedrohen: "Sie werde ich auch vernichten!". Nebeibei offenbart Konsul Karst eine übertriebene Zuneigung zu seiner Tochter, scheint sie als persönlichen Besitz zu betrachten. Vielleicht eine etwas überzogenen angelegte Rolle (aus meiner Sicht eine sehr unterhaltsame Ausrichtung), fraglos großartig von Otto Eduard Hasse gespielt! Leider sollte der Schauspieler bereits 1978 für immer abtreten, Hasse verstarb im Alter von 75 Jahren in Berlin. Zwischen Galuba und Hasse bleibt nicht viel Raum für Christiane Krüger, die trotzdem mit einer Mixtur aus naives Weibchen und mondänes Miststück erfreut. Neben diesen drei Gaststars steht selbstverständlich Kommissar Köster im Mittelpunkt, seine Helferlein Heymann (Michael Ande) und Brenner (Jan Hendriks) sind... Helferlein, mehr nicht. Sky Dumont taucht in einer kleinen Nebenrolle auf, zu diesem Zeitpunkt noch nicht ergraut, daher umso aalglatter wirkend (mehr als eine oberflächliche Betrachtung scheint mir unangemessen, gibt die Rolle nicht her).
Der Alte kümmert sich um jede Schweinerei, notfalls auch um die Aufklärung von Entführungsfällen (es ist nicht schwer zu erraten, freilich passiert hier mehr als die Verschleppung einer Ehefrau). Kommissar Köster lässt sich nicht aus der Fassung bringen, an ihm prallen sogar die Attacken des zornigen Konsul Geldsack ab, bei Bedarf wird souverän gekontert. Lowitz und Hasse könnte ich stundenlang zuschauen, grosses Schauspiel auf der Bühne einheimischer TV-Unterhaltung! Das Drehbuch zu "Konkurs" verläuft in vorhersehbaren Bahnen, die Inszenierung von Alfred Weidenmann kommt ohne Schnörkel daher, verlässt sich auf die hohe Qualität der Darsteller, Klaus Doldinger sorgt für die angemessene musikalische Untermalung. Auch "Konkurs" kann nicht ganz an die grandiose Qualität der Folgen 1-5 anknüpfen, gefällt mir eine Spur besser als "Blütenträume" (6). Gute Unterhaltung für Freunde hochwertiger TV-Krimis aus Deutschland.
7/10 (gut)
...
Klassiker auf BD:
Halloween (1978) - 10/10
Starship Troopers (1997) - 10/10

Der Alte - Collector's Box Vol. 1 (Folge 1-22)
Folge 6 - Konkurs (Deutschland 1977)
Der Bankrotteur und der Schwiegervater des Grauens
Beim Essen in einem guten Restaurant kommt Walter Müller (Dirk Galuba) mit einer unangenehmen Nachricht aus der Kiste. Der Geschäftsmann teilt seiner Ehefrau Eva (Christiane Krüger) die schmerzhafte Wahrheit mit, er hat seine Firma in den Ruin manövriert, steht unmittelbar vor dem Konkurs. Eva stammt aus reichem Hause, Walter gibt seine Frau frei, doch die Gattin will ihren Mann nicht verlassen. Wenig später meldet sich Walter Müller bei der Polizei, Eva ist spurlos verschwunden! Per Brief teilen die Entführer ihre Wünsche mit, sie fordern drei Millionen Mark von Walter Müller. Zähneknirschend sucht der Pleitegeier den ungeliebten Schwiegervater auf, Konsul Otto Karst (O. E. Hasse) hat vor allem Geringschätzung und Verachtung für den Mann seiner Tocher übrig. Bevor der alte Griesgram das ersehnte Lösegeld rausrückt, nötigt er seinen Schwiegersohn zu einer äusserst unangenehmen Unterschrift. Vor der Geldübergabe lässt Kommissar Köster das Fahrzeug Müllers mit Funk ausrüsten, die Entführer verschwinden unerkannt mit zwei schweren Koffern voller Geld. Die genaue Untersuchung des Übergabeortes wirft Fragen auf, derweil bleibt die Entführte zunächst verschwunden...
Charakterkopf Dirk Galuba fällt meist die Rolle des Bösewichts zu, in diesem Fall ist sein Part vielschichtiger angelegt, Galuba meistert die Aufgabe ohne Schwierigkeiten. O. E. Hasse darf herrlich vom Leder ziehen, mit Ausdauer beleidigt der alte Bonze seinen verhassten Schwiegersohn, schreckt nicht davor zurück den leitenden Ermittler zu bedrohen: "Sie werde ich auch vernichten!". Nebeibei offenbart Konsul Karst eine übertriebene Zuneigung zu seiner Tochter, scheint sie als persönlichen Besitz zu betrachten. Vielleicht eine etwas überzogenen angelegte Rolle (aus meiner Sicht eine sehr unterhaltsame Ausrichtung), fraglos großartig von Otto Eduard Hasse gespielt! Leider sollte der Schauspieler bereits 1978 für immer abtreten, Hasse verstarb im Alter von 75 Jahren in Berlin. Zwischen Galuba und Hasse bleibt nicht viel Raum für Christiane Krüger, die trotzdem mit einer Mixtur aus naives Weibchen und mondänes Miststück erfreut. Neben diesen drei Gaststars steht selbstverständlich Kommissar Köster im Mittelpunkt, seine Helferlein Heymann (Michael Ande) und Brenner (Jan Hendriks) sind... Helferlein, mehr nicht. Sky Dumont taucht in einer kleinen Nebenrolle auf, zu diesem Zeitpunkt noch nicht ergraut, daher umso aalglatter wirkend (mehr als eine oberflächliche Betrachtung scheint mir unangemessen, gibt die Rolle nicht her).
Der Alte kümmert sich um jede Schweinerei, notfalls auch um die Aufklärung von Entführungsfällen (es ist nicht schwer zu erraten, freilich passiert hier mehr als die Verschleppung einer Ehefrau). Kommissar Köster lässt sich nicht aus der Fassung bringen, an ihm prallen sogar die Attacken des zornigen Konsul Geldsack ab, bei Bedarf wird souverän gekontert. Lowitz und Hasse könnte ich stundenlang zuschauen, grosses Schauspiel auf der Bühne einheimischer TV-Unterhaltung! Das Drehbuch zu "Konkurs" verläuft in vorhersehbaren Bahnen, die Inszenierung von Alfred Weidenmann kommt ohne Schnörkel daher, verlässt sich auf die hohe Qualität der Darsteller, Klaus Doldinger sorgt für die angemessene musikalische Untermalung. Auch "Konkurs" kann nicht ganz an die grandiose Qualität der Folgen 1-5 anknüpfen, gefällt mir eine Spur besser als "Blütenträume" (6). Gute Unterhaltung für Freunde hochwertiger TV-Krimis aus Deutschland.
7/10 (gut)
...
Klassiker auf BD:
Halloween (1978) - 10/10
Starship Troopers (1997) - 10/10
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?

Kleine Hartbox (#90) aus der Trash Collection von CMV, Cover A
Endgame - Das letzte Spiel mit dem Tod (Italien 1983, Originaltitel: Endgame - Bronx lotta finale)
Lederschlampe Al macht uns den Hengst
Nach dem Atomkrieg liegt die Menschheit endgültig am Boden, die Überlebenden werden mit Brot und Spielen bei Laune gehalten. Die herrschenden Militärschädel fürchten sich vor begabten Mutaten, denen sie mit unbarmherziger Härte und roher Gewalt begegnen, ständige Säuberungsaktionen sind brutaler Alltag in der trostlosen Welt von Morgen. Ron Shannon (Al Cliver) verdient seine Brötchen als Gladiator, seit einiger Zeit gilt er als der beste Vertreter seiner Zunft. Wieder steht ein Kampf auf Leben und Tod an, plötzlich tritt die Mutantin Lilith (Laura Gemser) in Shannons Leben, bittet den Fighter um Hilfe. Ron soll Lilith und einige andere Personen aus der Stadt schaffen, innerhalb weniger Tage muss ein Treffpunkt weit ausserhalb erreicht werden, 50 kg Gold Belohnung winken. Zunächst muss unser Held seine Gegenspieler ausschalten, dem besiegten Kurt Karnak (George Eastman) gewährt er Gnade, Karnak schliesst sich Shannon an. Eilig wird ein schlagkräftiges Team zusammengestellt, der Weg zum vorgegebenen Treffpunkt entpuppt sich dennoch als lebensgefährlich. Überall lauern mordlüsterne Unholde, zu allem Überfluss hat sich Ron mit dem fanatischen Colonel Morgan (Gordon Mitchell) angelegt...
Endzeitfilme aus Italien entstanden vor allem in der ersten Hälfte der achtziger Jahre, der grosse Erfolg der australischen Produktion "Mad Max" (1979) löste eine regelrechte Welle aus. Namhafte Genre-Regisseure wie z. B. Ruggero Deodato, Sergio Martino und Enzo G. Castellari fügten der Spielart Werke zu. Auch der von mir sehr geschätzte Schmuddelfilmer Joe D'Amato liess sich nicht lumpen. Neben "Endgame - Das letzte Spiel mit dem Tod" verdankt das Genre ihm ferner den unterhaltsamen "2020 – Texas Gladiators" (Anno 2020 - I gladiatori del futuro, 1982).
"Endgame" bietet dem Endzeit-Fan knapp 93 Minuten Vollbedienung, gehört meiner Meinung nach zu den stärksten Vertretern seiner Zunft. D'Amatos ausgezeichnetes Gespür für Atmosphäre kommt prächtig zur Entfaltung, zunächst wird in einer düsteren Trümmerstadt gemeuchelt, später führt uns die Sause durch triste Landschaften, in denen unter jedem Stein ein widerlicher Mistkäfer hervorkriecht. Die deutsche Synchronisation passt prima zur Gangart, pendelt munter zwischen ruppig und flapsig umher. Lustige Gestalten taumeln geifernd durch das Szenario, irgendwas ist immer los, Hänger sind nicht auszumachen. Waffen jeglicher Art kommen zum Einsatz, es wird geballert, geschnitten und geprügelt, jeder Beteiligte tötet und pöbelt so gut er kann. Naja, das ist nicht die ganze Wahrheit. Die Mutanen um Lilith ticken anders, sie träumen den Traum von einer Welt ohne Gewalt, möchte ihre Vision von Friede und Freude verwirklichen. Fiesester Gegenspieler der friedlichen Damen und Herren ist der kaltherzige Colonel Morgan, dessen Truppen in faschistoide Uniformen gekleidet sind, gewisse Seitenscheitelträger hätten sicher viel Freude an der schiesswütigen Schutzstaffel des sadistischen Offiziers.
Mein eigener Freudentaumel nimmt kein Ende, der Blick auf die Besetzungsliste treibt mir Freudentränen über die entstellte Fratze (Freude, Freude, Freude. Ausgelöst durch Endzeit. Was wird mein Psychologe dazu sagen?). Al Cliver haut sie alle auf die Schnauze, Leder auf dem Leib, Herz am richtigen Fleck (nein, nicht am rechten Fleck, dafür ist Herr Mitchell zuständig). An Al Cliver kommt kein Verehrer des italienischen Genrekinos vorbei, unverzichtbare Klassiker zieren die Filmographie des in Ägypten geborenen Darstellers, diese beiden Werke von Lucio Fulci sprechen Bände: " Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies" (Zombi 2, 1979), "Die Geisterstadt der Zombies" (...E tu vivrai nel terrore! L'aldilà, 1981). Al bringt den kernigen Helden erstklassig rüber, wer braucht schon "Mad Max", Ron Shannon rockt das Gesindel weitaus lockerer in den verseuchten Staub. George Eastman und Joe D'Amato arbeiteten häufig miteinander, es würde den Rahmen sprengen die Zusammenkünfte der Herren Montefiori und Massaccesi hier aufzulisten. Eastman fällt eine ambivalente Rolle zu, stets bleibt er als Bedrohung präsent, lauert mit stechendem Blick auf seine Chance, hin und wieder nimmt man ihm das fleissige Helferlein ab. Laura Gemser wurde nicht zwecks Erotik verpflichtet, lediglich in einer Szene gönnt uns Herr D'Amato einen Blick auf die Auslage der schmalen Schönheit. Ich schrieb es schon häufiger, Laura passt nicht wirklich in mein Beuteschema (dazu ist sie nicht üppig genug. Fünf Euro ins Sexistenschwein), aber ich mag sie gern, sehe sie gern, die Dame ist fraglos schön und sympathisch. Wenn Laura Gemser am Start ist, darf in vielen Fällen ihr Ehegatte Gabriele Tinti nicht fehlen, ihm bleibt immerhin eine kampfstarke Nebenrolle im Heldenschatten des prächtigen Al Klitoris. Gordon Mitchell ist auf Bösewichter abonniert, bei der Ekelfratze kein Wunder. So steht im der perverse Oberfascho erwartungsgemäß bestens zu Gesicht, Mitchell zieht ordentlich vom Leder. Charakerkopf und omnipräsenter Nebenrollenbekleider Nello Pazzafini darf nicht fehlen, damit genug zum Ensemble, Fans werden weitere Herrschaften erkennen und zu schätzen wissen.
Keine Besserung nach dem Atomkrieg. Fünfzig Jahre später drangsalieren skrupellose Machthaber die Bevölkerung, Menschen mit besonderen Fähigkeiten werden als Bedrohung wahrgenommen und ausgerottet. Die Fronten sind klar, auf der einen Seite friedliche Übermenschen, auf der anderen Seite ekelhafte Faschisten. Dazwischen unser Held Al Cliver und jede Menge Gestalten jenseits von Gut und Böse. Knuffiger Humor bricht immer wieder hervor, ich sage nur Werbung für "Energie Plus". Während der Auftakt von seiner stimmungsvollen Finsternis lebt, steuert der Film während der zweiten Hälfte in Richtung Action, Herr D'Amato tritt das Gaspedal voll durch. Angenehmerweise verliert das Treiben dabei nie die "postnukleare Atmosphäre" (oh weh!) aus den Augen, ich bin begeistert! Am Score von Carlo Maria Cordio gibt es nichts zu mecken, passende Synthie-Sounds aus den frühen Achtzigern. Vergesst "Mad Max", vergesst "Running Man"! Werft euch vor "Endgame - Das letzte Spiel mit dem Tod" in den Staub!
CMV hat den Film im Rahmen der wundervollen Trash Collection veröffentlicht, die mit diesem Beitrag bereits bei Nr. 90 angekommen ist, Respekt! Die sehr abwechslungsreiche Reihe bot bereits vor einiger Zeit zwei starke Beiträge zum Thema Italo-Endzeit: "Fireflash - Der Tag nach dem Ende" (2019: Dopo la caduta di New York, 1983) und "Metropolis 2000" (I nuovi barbari, 1982)! "Endgame - Das letzte Spiel mit dem Tod" fügt der Trash Collection einen weiteren Höhepunkt zu, vielen Dank dafür! Die DVD präsentiert den Film in ordentlicher Qualität, das Bildformat 1,33:1 wirkt nicht beschnitten, vermutlich handelt es sich um das Originalformat (eventuell Open Matte?). Zusätzlich ist eine Bildergalerie an Bord, ergänzt durch diverse Trailer. Wie üblich kommt die Scheibe in einer kleinen Hartbox ins Haus, für diesen Titel stehen drei unterschiedliche Cover zur Auswahl bereit (mir liegt das oben abgebildete Cover A vor).
Zunächst wollte ich 8/10 (sehr gut) ziehen, doch ich muss noch ein halbes Pünktchen draufpacken! Dicke 8,5/10 (sehr gut bis überragend)!!!
Lieblingszitat:
"Tanken Sie Lebensfreude und Manneskraft durch Energie Plus!"
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?
Zurück auf dem Sofa des Todes, kurz vor dem Ausflug gab es folgenden Stoff auf die Augen:
• Machete - Gewinnt im O-Ton deutlich an Unterhaltungswert, ein herrlicher Spass! 9/10
• Fluchtpunkt San Francisco - Klassiker, Pflicht. Auch in diesem Fall ist der O-Ton klar zu bevorzugen! 9,5/10
• My Bloody Valentine (Remake) - Baut bei der erneuten Sichtung ein wenig ab, macht aber noch immer jede Menge Spass. Das Original bleibt unerreicht, Fans sollten der Neuauflage dennoch eine Chance geben! 7,5/10
• Collateral Damage - Hat mich vor zehn Jahren eher enttäuscht, inzwischen mag ich das Teil. 6,5/10
• Machete - Gewinnt im O-Ton deutlich an Unterhaltungswert, ein herrlicher Spass! 9/10
• Fluchtpunkt San Francisco - Klassiker, Pflicht. Auch in diesem Fall ist der O-Ton klar zu bevorzugen! 9,5/10
• My Bloody Valentine (Remake) - Baut bei der erneuten Sichtung ein wenig ab, macht aber noch immer jede Menge Spass. Das Original bleibt unerreicht, Fans sollten der Neuauflage dennoch eine Chance geben! 7,5/10
• Collateral Damage - Hat mich vor zehn Jahren eher enttäuscht, inzwischen mag ich das Teil. 6,5/10
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?
Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

Derrick Collectors Box 9 (Folge 121-135)
Folge 124 - Gregs Trompete (Deutschland 1985)
Ekkehardt Belle - Ein Männlein für alle (fast) Fälle
Der Musikstudent Joachim Lutze (Ekkehardt Belle) fährt gemütlich mit seinem alten Bully durch die Nacht. Auf der Landstrasse hat sich ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen ereignet, sofort hält der hilfsbereite Student an, transportiert eine verletzte junge Frau (Jeanette Mühlmann) ins nächste Krankenhaus. In der Klinik bittet ihn das Unfallopfer um einen weiteren Gefallen, der junge Mann soll eine Sporttasche an einen gewissen Herrn Berkhahn (Karl Renar) übergeben. Lutze macht sich umgehend auf den Weg, Berkhahn nimmt die Tasche an sich, wirkt allerdings äussert verstört. Cornelia (Carolin Ohrner) erwartet ihren Freund Joachim bereits ungeduldig, sie berichtet ihm von einem merkwürdigen Anruf. Plötzlich geht dem Nachwuchsmusikus ein Licht auf! Die von ihm ins Krankenhaus gefahrere Frau ist die Sängerin Sussanne Loon, welche gemeinsam mit dem Trompeter Norman Greg (Dieter Schidor) in einer Band spielte, zwei Schallplatten der Musiker stehen im Regal des Studenten. Joachim und Cornelia möchten Sussanne im Hospital besuchen, treffen dort allerdings auf Derrick und Klein. Die Kriminalbeamten ermitteln in einem Mordfall, die Sängerin wurde in der vergangenen Nacht in ihrem Krankenbett erstickt. Angetrieben von Neugier und Mitgefühl sucht das junge Paar die Band um Greg auf, den Hochschülern bietet sich ein erschreckender Anblick...
Ekkehardt Belle taucht immer wieder in der Reihe auf, mal als Luftikus, mal als kleiner Schmierlappen. Hier hat man (recht erfolgreich) versucht Belle als als Sympathieträger zu installieren, ein hilfsbereiter und mitfühlender Student, garniert mit einer Prise Naivität. Carolin Ohrner kommt als energischer Rückhalt daher, für Jeanette Mühlmann bleibt nur wenig Raum. Karl Renar gehört wie Ekkehardt Belle zu den "Stammgästen" der Reihe, seine Darbietung als zunehmend panischer Kleinkrimineller gefällt. Sieghardt Rupp agiert zuverlässig als aalglatter Obergauner, seine kantige (und dennoch schleimige) Erscheinung passt vortrefflich ins Bild. Dieter Schidor, Pierre Franckh und Wolfgang Müller geben die ehemals erfolgreichen Musiker, von Drogen zerfressen und bereits mit einem Bein in der Kiste. Schidor liegt als Häufchen Elend in der Ecke herum (gute Arbeit der Maske), Franckh bleibt für seine Verhältnisse unscheinbar, der biedere Müller bemüht sich nach Kräften gegen die eigene Unscheinbarkeit anzuspielen. Horst Tappert und Fritz Wepper gewohnt routiniert, Tappert einmal mehr mit "Väterlicher-Freund-Schlagseite".
Drogen, Drogenhandel und drogensüchtige Musiker. Die Musikerwracks mögen klischeehaft anmuten, doch die völlig unromantische Darstellung des tristen Sterbens talentierter Menschen berührt. Auf den ersten Blick kommt das Drehbuch nicht allzu kreativ daher, der finale Twist setzt jedoch ein dickes Ausrufezeichen (und wirft aus meiner Sicht Fragen hinsichtlich der Ermittlungstaktik auf). Ekkehardt Belle und Carolin Ohrner stehen zunächst im Mittelpunkt, verstricken sich tiefer und tiefer in die Ereignisse, werden aber irgendwann in den Hintergrund gedrängt. Vielleicht wäre eine konsequentere Marschrichtung angesagt gewesen, wozu baut man Charaktere im Rahmen der überschaubaren Spielzeit auf, wenn man diese dann letztlich doch im Sande verlaufen lässt? Die oft düster tönende Musik von Eberhard Schoener gefällt mir sehr gut, eine stimmungsvolle Abwechslung vom teils zu braven Gesäusel des Herrn Duval. Dank des überraschenden Endes bleibt "Gregs Trompete" in Erinnerung, rettet die Folge vor dem Sturz ins Unterhaus der Reihe.
6,5/10 (oberste Mittelklasse)

Derrick Collectors Box 9 (Folge 121-135)
Folge 124 - Gregs Trompete (Deutschland 1985)
Ekkehardt Belle - Ein Männlein für alle (fast) Fälle
Der Musikstudent Joachim Lutze (Ekkehardt Belle) fährt gemütlich mit seinem alten Bully durch die Nacht. Auf der Landstrasse hat sich ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen ereignet, sofort hält der hilfsbereite Student an, transportiert eine verletzte junge Frau (Jeanette Mühlmann) ins nächste Krankenhaus. In der Klinik bittet ihn das Unfallopfer um einen weiteren Gefallen, der junge Mann soll eine Sporttasche an einen gewissen Herrn Berkhahn (Karl Renar) übergeben. Lutze macht sich umgehend auf den Weg, Berkhahn nimmt die Tasche an sich, wirkt allerdings äussert verstört. Cornelia (Carolin Ohrner) erwartet ihren Freund Joachim bereits ungeduldig, sie berichtet ihm von einem merkwürdigen Anruf. Plötzlich geht dem Nachwuchsmusikus ein Licht auf! Die von ihm ins Krankenhaus gefahrere Frau ist die Sängerin Sussanne Loon, welche gemeinsam mit dem Trompeter Norman Greg (Dieter Schidor) in einer Band spielte, zwei Schallplatten der Musiker stehen im Regal des Studenten. Joachim und Cornelia möchten Sussanne im Hospital besuchen, treffen dort allerdings auf Derrick und Klein. Die Kriminalbeamten ermitteln in einem Mordfall, die Sängerin wurde in der vergangenen Nacht in ihrem Krankenbett erstickt. Angetrieben von Neugier und Mitgefühl sucht das junge Paar die Band um Greg auf, den Hochschülern bietet sich ein erschreckender Anblick...
Ekkehardt Belle taucht immer wieder in der Reihe auf, mal als Luftikus, mal als kleiner Schmierlappen. Hier hat man (recht erfolgreich) versucht Belle als als Sympathieträger zu installieren, ein hilfsbereiter und mitfühlender Student, garniert mit einer Prise Naivität. Carolin Ohrner kommt als energischer Rückhalt daher, für Jeanette Mühlmann bleibt nur wenig Raum. Karl Renar gehört wie Ekkehardt Belle zu den "Stammgästen" der Reihe, seine Darbietung als zunehmend panischer Kleinkrimineller gefällt. Sieghardt Rupp agiert zuverlässig als aalglatter Obergauner, seine kantige (und dennoch schleimige) Erscheinung passt vortrefflich ins Bild. Dieter Schidor, Pierre Franckh und Wolfgang Müller geben die ehemals erfolgreichen Musiker, von Drogen zerfressen und bereits mit einem Bein in der Kiste. Schidor liegt als Häufchen Elend in der Ecke herum (gute Arbeit der Maske), Franckh bleibt für seine Verhältnisse unscheinbar, der biedere Müller bemüht sich nach Kräften gegen die eigene Unscheinbarkeit anzuspielen. Horst Tappert und Fritz Wepper gewohnt routiniert, Tappert einmal mehr mit "Väterlicher-Freund-Schlagseite".
Drogen, Drogenhandel und drogensüchtige Musiker. Die Musikerwracks mögen klischeehaft anmuten, doch die völlig unromantische Darstellung des tristen Sterbens talentierter Menschen berührt. Auf den ersten Blick kommt das Drehbuch nicht allzu kreativ daher, der finale Twist setzt jedoch ein dickes Ausrufezeichen (und wirft aus meiner Sicht Fragen hinsichtlich der Ermittlungstaktik auf). Ekkehardt Belle und Carolin Ohrner stehen zunächst im Mittelpunkt, verstricken sich tiefer und tiefer in die Ereignisse, werden aber irgendwann in den Hintergrund gedrängt. Vielleicht wäre eine konsequentere Marschrichtung angesagt gewesen, wozu baut man Charaktere im Rahmen der überschaubaren Spielzeit auf, wenn man diese dann letztlich doch im Sande verlaufen lässt? Die oft düster tönende Musik von Eberhard Schoener gefällt mir sehr gut, eine stimmungsvolle Abwechslung vom teils zu braven Gesäusel des Herrn Duval. Dank des überraschenden Endes bleibt "Gregs Trompete" in Erinnerung, rettet die Folge vor dem Sturz ins Unterhaus der Reihe.
6,5/10 (oberste Mittelklasse)
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Die Fortsetzung der "Mega-Der-Alte-Sause"

Der Alte - Collector's Box Vol. 1 (Folge 1-22)
Folge 8 - Lohngeld (Deutschland 1977)
Ein tragischer Trottel
Seit einigen Jahren ist Helmut Staufen (Sigmar Solbach) ein zuverlässiger Büroangestellter des Bauunternehmers August Ströbel (Karl Lieffen). Staufen hofft auf den Posten des bald in Rente gehenden Prokuristen, ferner hat der junge Mann ein Auge auf Eva Ströbel (Brigitta Furgler) geworfen, immerhin die Tochter des Chefs. Um seine Chancen in der Firma und bei Eva zu verbessern, hat der eifrige Möchtegernaufsteiger einen haarsträubenden Plan ausgeheckt. Staufen holt wie üblich das Lohngeld für die Arbeiter ab, während des Rückwegs ins Büro täuscht er auf einer ruhigen Nebenstrecke einen Überfall vor. Er gibt gegenüber den zuständigen Kriminalbeamten an den Täter in die Flucht geschlagen zu haben, die Herren von der Polizei zweifeln jedoch an der Aussage des angeblich Überfallenen, handfeste Beweise zur Aufdeckung der Lügengesichte fehlen allerdings. Zwar hält Ströbel seinen ins Zwielicht geratenen Mitarbeiter nach wie vor für seriös, stellt als Prokuristen aber trotzdem eine neue Kraft ein, den kantigen Prock (Klaus Dierig). Derweil sieht sich Helmut Staufen dem Spott einiger Bauarbeiter ausgesetzt, immerhin kann er sich durch seine Kampfsportfähigkeiten etwas Respekt verschaffen. Wenige Wochen später muss Staufen wegen eines Personalengpasses das Lohngeld erneut ohne Begleitung transportieren. Der ebenfalls für Stöbel arbeitende Klaus Popp (Frithjof Vierock) startet einen waghalsigen Überfall auf den Geldboten, es kommt zu einem Schusswechsel mit tödlichem Ausgang. Kommissar Köster lässt den Ablauf der Tat penibel nachstellen...
Sigmar Solbach verstrickt sich immer tiefer in wahnwitzige Aktionen, die Rolle des leicht schleimig wirkenden Bürschleins wurde mit Solbach nahezu perfekt besetzt. Karl Lieffen umgibt stets ein unangenehme Aura, so verbreitet er auch in der harmlosen Rolle des Firmenchefs ein Art unterschwelliges Unwohlsein. Klaus Dierig und Sigmar Solbach beharken sich recht auf recht plumpe Art, unverhohlen wirft der rattenartige Neuling ein Auge auf die Tochter des Bosses, Konfliktpotential köchelt ohne Unterlass auf mittelgrosser Flamme. Für Frithjof Vierock bleibt der Part der fiesen Fratze, Brigitta Furgler spielt als Töchterlein des Firmeninhabers gern mit dessen Angestellten, lässt aber keinen der Herren allzu nah an sich heran. Statt Furgler hätte ich mir eine attraktivere Dame gewünscht, vielleicht ein kleines Biest wie z. B. Helga Anders. Horst Sachtleben taucht als Ermittler des Raubdezernats auf, er kann ein paar kleine Glanzlichter setzen. Kösters Sklaven Michael Ande und Jan Hendriks stehen weiterhin brav im übermächtigen Schatten von Siegfried Lowitz, Henning "Millinger" Schlüter muss mal wieder ein paar flotte Sprüche und Seitenhiebe seines besten Ermittlers einstecken. Lowitz kann man nicht genug loben, wundervoll seine Diskussion mit Xenia Pörtner über die korrekte Zubereitung und Namensgebung von Reibekuchen.
"Lohngeld" nimmt sich Zeit den zunehmend tragischen Charakter Helmut Staufen vorzustellen, Siegfried Lowitz taucht daher erst nach über 25 Minuten auf, beherrscht von diesem Moment an souverän das Szenario. Köster brennt ein wahres Feuerwerk ab, mit spitzer Zunge und rasiermesserscharfem Verstand kontert er alle Gegenspieler und Mitstreiter aus. Nur in der Küche stösst der clever-kernige Kommissar an seine Grenzen (sein "Küchenunfall" liefert Stoff für einen großartigen Running Gag, ich habe mehrfach fast Tränen gelacht). Regisseur Dietrich Haugk kann auf ein gutes Ensemble bauen, lässt Siegfried Lowitz immer wieder von der Leine. Lediglich die Kameraarbeit von Lothar E. Stickelbrucks ist mir (lediglich während des Auftakts) eine Spur zu unruhig geraten, Hermann Thiemes Musik tönt sehr stimmungsvoll aus den Lautsprechern. Die Auflösung mag nicht die ganz grosse Überraschung ans Tageslicht befördern, geht aber fraglos als gut gelungen durch. Die Tragik des Finales kommt mir eine Spur zu dick aufgetragen vor, wirklichen Anlass zur Kritik bietet dies aus meiner Sicht nicht. Humor, Tragödie und eine kleine Dosis Krawall, die Reihe präsentiert sich weiterhin in toller Form!
7,5/10 (gut bis sehr gut)

Der Alte - Collector's Box Vol. 1 (Folge 1-22)
Folge 8 - Lohngeld (Deutschland 1977)
Ein tragischer Trottel
Seit einigen Jahren ist Helmut Staufen (Sigmar Solbach) ein zuverlässiger Büroangestellter des Bauunternehmers August Ströbel (Karl Lieffen). Staufen hofft auf den Posten des bald in Rente gehenden Prokuristen, ferner hat der junge Mann ein Auge auf Eva Ströbel (Brigitta Furgler) geworfen, immerhin die Tochter des Chefs. Um seine Chancen in der Firma und bei Eva zu verbessern, hat der eifrige Möchtegernaufsteiger einen haarsträubenden Plan ausgeheckt. Staufen holt wie üblich das Lohngeld für die Arbeiter ab, während des Rückwegs ins Büro täuscht er auf einer ruhigen Nebenstrecke einen Überfall vor. Er gibt gegenüber den zuständigen Kriminalbeamten an den Täter in die Flucht geschlagen zu haben, die Herren von der Polizei zweifeln jedoch an der Aussage des angeblich Überfallenen, handfeste Beweise zur Aufdeckung der Lügengesichte fehlen allerdings. Zwar hält Ströbel seinen ins Zwielicht geratenen Mitarbeiter nach wie vor für seriös, stellt als Prokuristen aber trotzdem eine neue Kraft ein, den kantigen Prock (Klaus Dierig). Derweil sieht sich Helmut Staufen dem Spott einiger Bauarbeiter ausgesetzt, immerhin kann er sich durch seine Kampfsportfähigkeiten etwas Respekt verschaffen. Wenige Wochen später muss Staufen wegen eines Personalengpasses das Lohngeld erneut ohne Begleitung transportieren. Der ebenfalls für Stöbel arbeitende Klaus Popp (Frithjof Vierock) startet einen waghalsigen Überfall auf den Geldboten, es kommt zu einem Schusswechsel mit tödlichem Ausgang. Kommissar Köster lässt den Ablauf der Tat penibel nachstellen...
Sigmar Solbach verstrickt sich immer tiefer in wahnwitzige Aktionen, die Rolle des leicht schleimig wirkenden Bürschleins wurde mit Solbach nahezu perfekt besetzt. Karl Lieffen umgibt stets ein unangenehme Aura, so verbreitet er auch in der harmlosen Rolle des Firmenchefs ein Art unterschwelliges Unwohlsein. Klaus Dierig und Sigmar Solbach beharken sich recht auf recht plumpe Art, unverhohlen wirft der rattenartige Neuling ein Auge auf die Tochter des Bosses, Konfliktpotential köchelt ohne Unterlass auf mittelgrosser Flamme. Für Frithjof Vierock bleibt der Part der fiesen Fratze, Brigitta Furgler spielt als Töchterlein des Firmeninhabers gern mit dessen Angestellten, lässt aber keinen der Herren allzu nah an sich heran. Statt Furgler hätte ich mir eine attraktivere Dame gewünscht, vielleicht ein kleines Biest wie z. B. Helga Anders. Horst Sachtleben taucht als Ermittler des Raubdezernats auf, er kann ein paar kleine Glanzlichter setzen. Kösters Sklaven Michael Ande und Jan Hendriks stehen weiterhin brav im übermächtigen Schatten von Siegfried Lowitz, Henning "Millinger" Schlüter muss mal wieder ein paar flotte Sprüche und Seitenhiebe seines besten Ermittlers einstecken. Lowitz kann man nicht genug loben, wundervoll seine Diskussion mit Xenia Pörtner über die korrekte Zubereitung und Namensgebung von Reibekuchen.
"Lohngeld" nimmt sich Zeit den zunehmend tragischen Charakter Helmut Staufen vorzustellen, Siegfried Lowitz taucht daher erst nach über 25 Minuten auf, beherrscht von diesem Moment an souverän das Szenario. Köster brennt ein wahres Feuerwerk ab, mit spitzer Zunge und rasiermesserscharfem Verstand kontert er alle Gegenspieler und Mitstreiter aus. Nur in der Küche stösst der clever-kernige Kommissar an seine Grenzen (sein "Küchenunfall" liefert Stoff für einen großartigen Running Gag, ich habe mehrfach fast Tränen gelacht). Regisseur Dietrich Haugk kann auf ein gutes Ensemble bauen, lässt Siegfried Lowitz immer wieder von der Leine. Lediglich die Kameraarbeit von Lothar E. Stickelbrucks ist mir (lediglich während des Auftakts) eine Spur zu unruhig geraten, Hermann Thiemes Musik tönt sehr stimmungsvoll aus den Lautsprechern. Die Auflösung mag nicht die ganz grosse Überraschung ans Tageslicht befördern, geht aber fraglos als gut gelungen durch. Die Tragik des Finales kommt mir eine Spur zu dick aufgetragen vor, wirklichen Anlass zur Kritik bietet dies aus meiner Sicht nicht. Humor, Tragödie und eine kleine Dosis Krawall, die Reihe präsentiert sich weiterhin in toller Form!
7,5/10 (gut bis sehr gut)
Ich bin zwar ein Radikaler, aber mehr noch bin ich ein Lüstling! (Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance)
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?
Komplette 1. Staffel von Game Of Thrones

Leider nicht so genial wie Sopranos, aber ganz nett, weil blutig & sexistisch

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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?

Söldner des Todes (Italien 1982, Originaltitel: Horror safari)
Hirntot durch den Busch
In den Wirren des ausklingenden 2. Weltkriegs taumelt eine Truppe japanischer Soldaten durch den philippinischen Dschungel. General Tobachi (Harold Sakata) und zwei untergebene Offiziere verstecken geraubtes Gold in einer Höhle, derweil wird ihre Gefolgschaft von zornigen Eingeborenen abgeschlachtet. Inzwischen sind 36 Jahre ins Land gezogen, der gierige und verschlagene Rex Larson (Edmund Purdom) hat von dem Schatz in der grünen Hölle gehört, mit der finanziellen Unterstützung des wohlhabenden Douglas Jefferson (David De Martyn) soll das Gold geboren werden. Der Abenteurer Mark Forrester (Stuart Whitman) soll die Expedition zum Ziel führen, überdies nehmen General Tobachi und Geldgeber Jefferson samt Töchterchen Janice (Glynis Barber) an dem gewagten Trip teil. Umgehend brodelt es innerhalb der Gruppe, Forrester hat offenbar noch eine alte Rechnung mit dem windigen Larson zu begleichen. Tiefer und tiefer dringt die Kolonne in die Wildnis vor, bald sind erste Todesfälle zu beklagen...
Regisseur Alan Birkinshaw inszenierte den von mir sehr geschätzen Slasher "Killer's Moon" (Großbritannien 1978). "Söldner des Todes" ist eine Produktion aus meinem "Filmlieblingsland" Italien, ein Abenteuerfilm mit einer stattlichen Anzahl Genrestars, insgesamt sehr gute Voraussetzungen für ein tolles Filmerlebnis. Wer nun auf einen Streifen mit prickelnder Spannung, packender Atmosphäre und soliden Darstellerleistungen hofft, der sollte um dieses Machwerk einen besonders grossen Bogen machen! Diverse Actionsequenzen sind halbwegs ordentlich ausgeführt, doch irre Dialoge, fragwürdiges Schauspiel und vor allem die herrliche Erzählerstimme sorgen für jede Menge Brüller! Ja, die Stimme aus dem Off beschert sinnliche Höhepunkte/Tiefpunkte in geballter Form. Bedeutungsschwanger berichtet der Erzähler von Untieren, Unholden und allen erdenklichen Schrecklichkeiten, die Akteure vor der Kamera hinterlassen während dieser finsteren Ausführungen einen völlig entspannten Eindruck. Das Gesabbel setzt zuverlässig zu einem unpassenden Zeitpunkt ein, noch immer liegt ein feistes Grinsen auf meiner alten Fratze. Keine Angst, die Sause hat durchaus Schauwerte im Gepäck, hier und da wird gepöbelt, geprügelt, geballert, geblutet und gestorben. Für meinen Geschmack hätte man etwas mehr Erotik ins Spiel bringen dürfen, mit Glynis Barber und Laura Gemser stehen zwei attraktive Damen auf der Gehaltsliste.
Bei dieser Anhäufung bekannter Knuffelschädel wird der kurze Blick auf des Ensemble gewissermaßen zur Pflichtübung. Stuart Whitman kann auf einige Schundfetzer in seiner sehr umfangreichen Filmographie verweisen, der hier kurz vorgestellte Flick passt prima in den Lebenlauf des aus San Francisco stammenden Herrn. Whitman gibt den knarzigen Helden, die Damen liegen ihm zu Füßen, wie üblich ist Whitmans Spiel limitiert und sympathisch. Haudegen Woody Strode fungiert als kerniger Co-Held, Strode wirkte in zahlreichen Italo-Produktionen unterschiedlicher Gangart mit, wie Whitman ein angenehmer und gern gesehener Darsteller, sicher kein grosser Schauspieler. David De Martyn agiert hölzern, Edmund Purdom darf uns das Ekelpaket machen. Harold Sakata wird fast allen Filmfreunden bekannt sein, im Bond-Klassiker "Goldfinger" trumpfte er neben Gert Fröbe auf, wurde zu einem der einprägsamsten Nebenbösewichter in der Welt der Agentenfilme. Junix Inocian schliesst sich mit Laura Gemser der Gruppe an, Inocian spielt einen alten Freund des Helden, Laura Gemser seine Gattin Maria. Maria war einst die Frau an Mark Forresters Seite, noch immer hängt sie der gemeinsamen Zeit nach. Das Cover der deutschen DVD baut auf Laura Gemsers Bekanntheit, die sich im Kreis der Freunde des italienischen Genrekinos noch immer sehr grosser Beliebtheit erfreut. Gemser-Fetischisten sollten nicht zu viel erwarten, Lauras Rolle ist eher belanglos und bleibt überschaubar, immerhin sorgt sie für eine Nacktszene (dies war vermutlich unvermeidlich, sehr angenehm). Blondchen Glynis Barber gefällt mir, leider bleibt sie züchtig, ich prangere das mit Nachdruck an! Obendrauf schleichen kleine Männlein mit Speeren und anderen Tötungswerkzeugen durchs Unterholz, so wie es sich für den mörderischen Dschungel der ewigen Verdammnis gehört.
"Horror safari" ist ein unterhaltsamer Abenteuerfilm, rustikale Zwischentöne wecken (fast) Erinnerungen an die Kannibalenfilme der siebziger und achtziger Jahre. Spontan möchte ich den Streifen als "Vorglüher" für eine zünftige "Abenteuernacht" empfehlen, das Hauptprogramm könnte z. B. der sehr starke "Blutgericht am Amazonas" (The Treasure of the Amazon, Mexiko 1985) von René Cardona Jr. bestreiten!
Fazit: Kein Abenteuerfilm den ich Einsteigern ans Herz lege. Wer sich an den liebgewonnenen Damen und Herren vor der Kamera erfreuen kann, wer nicht genug von italienischen Genrefilmen bekommt, wer Spass an Unfug hat, der sollte "Söldner des Todes" auf die Einkaufsliste setzen (beinahe hätte ich vergessen den Score von Francesco De Masi zu loben, dessen Arbeit keinen Anlass zur Kritik bietet). Die DVD von Madison gibt es für wenig Geld, sie bietet den Film ungekürzt an.
Freundliche 6/10 (normale Menschen und sonstige Sauertöpfe dürfen beliebig viele Punkte abziehen)
Lieblingszitat:
"Stumpfsinnig schleppten sie sich Kilometer um Kilometer einem imaginären Ziel entgegen..."
Ich bin zwar ein Radikaler, aber mehr noch bin ich ein Lüstling! (Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance)