stowi01 hat geschrieben:Wir könnten schon seit über einem Jahrzehnt ohne Reaktoren auskommen. Die Konzepte liegen schon sehr lange in den "Schubladen". Wenn sich unser Konsumdenken ändert, könnten wir indirekt eine Menge Leid vermeiden und eine Vorreiterrolle europaweit/weltweit spielen.
Grüße stowi01
...und noch ein Nachschlag...wie erwähnt, diese Veröffentlichungen ( Buch: Faktor 4 ) gibt es schon seit 15 Jahren. E.U.v. Weizsäcker ist alles andere als ein unseriöser Polemiker (ich übespitze jetzt mal) und eher ein sachlicher Pragmatiker....
Ich bitte um Kommentare....
LG stowi01
Dann gibt es auch noch das Gezeitenkraftwerk, was die Bewegung zwischen Ebbe und Flut ausnützt. Die Effizienz vermag ich nicht zu beurteilen.
Die Atomkraft ist meiner Ansicht nach jetzt aufgrund der Widerstände in der Bevölkerung zumindest in Deutschland ein Auslaufmodell - vor allem dann, wenn es in Japan noch schlimmer kommt - wofür leider die bisherige Entwicklung spricht. AKW's durch private Betreiber ist Hochrisiko, weil ein privater Betreiber Geld sparen will und das ist am günstigten, indem er an der Sicherheit spart (Motto: es geht normalerweise gut...).
LG Charly
Re: Japan - Reaktor hochgegangen
Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 08:17
von mk_stgt
die 50 helden von japan scheinen ja einen verdammt guten job zu machen, ist ja nicht mehr schlimmer geworden und jetzt ist sogar leichter optimismus angesagt
respekt vor dieser leistung und aufopferung
Re: Japan - Reaktor hochgegangen
Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 12:39
von ulle
Edgar J. Goodspeed hat geschrieben:Solarstrom deckt derzeit grade mal knapp über 1% [in Worten: ein Prozent] des Bruttostromverbrauchs in Deutschland ab. Dafür durften wir als Steuerzahler mal soeben 1597 Mio. Euro im Jahr 2007 dazubuttern. Wie umweltschädlich die Platten bei Nichtmehrgebrauch verschrottet werden müssen - darüber will auch keiner Nachdenken.
Selbst wenn nur 1% Anteil gemessen vor 4 Jahren, aktuell ist der Anteil größer, so ist dies doch besser als derzeit keinen Anteil an der Stromversorgung zu leisten und trotzdem Geld zu kosten. Der Rückbau des Altkraftwerk in der exDDR kostet den Steuerzahler min. 3,2 Milliarden (Quelle: ZDF).
Re: Japan - Reaktor hochgegangen
Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 13:37
von Charly
ulle hat geschrieben:
Edgar J. Goodspeed hat geschrieben:Solarstrom deckt derzeit grade mal knapp über 1% [in Worten: ein Prozent] des Bruttostromverbrauchs in Deutschland ab. Dafür durften wir als Steuerzahler mal soeben 1597 Mio. Euro im Jahr 2007 dazubuttern. Wie umweltschädlich die Platten bei Nichtmehrgebrauch verschrottet werden müssen - darüber will auch keiner Nachdenken.
Selbst wenn nur 1% Anteil gemessen vor 4 Jahren, aktuell ist der Anteil größer, so ist dies doch besser als derzeit keinen Anteil an der Stromversorgung zu leisten und trotzdem Geld zu kosten. Der Rückbau des Altkraftwerk in der exDDR kostet den Steuerzahler min. 3,2 Milliarden (Quelle: ZDF).
Man muss sich auch einmal die ENORMEN Kosten - einmal abgesehen von der humanitären Katastrophe - eines Nuklear-GAU's vor Augen führen: Ein Wissenschaftler schätze die Kosten eines GAU's bei aus auf sage und schreibe 4-5 Billionen (!) EUR - was bedeutet, dass wir "fertig" wären.
Jetzt will man wohl auch die Sicherheitsanforderungen - vor allem auch bzgl. der Stromversorgung - bei uns überprüfen. MIch erschüttert, dass man erst jetzt in Japan daran gehen will die Stromversorgung der Kraftwerke wiederherzustellen. Wie in meinem Beitrag weiter zurück dargestellt, hat offensichtlich die fehlende Stromversorgung zu dem Deseaster geführt. Damit hätte man SOFORT beginnen müssen. Man kann nur hoffen, dass dies gelingt und auch funktioniert und nicht schon zu späth ist.
LG Charly
Re: Japan - Reaktor hochgegangen
Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 14:45
von mcBrandy
Mal wieder zurück nach Japan.
Wirtschaftlich wird es das Land teilweise ganz schön zurückgeworfen. Vor allem in Sendai. Dort einige Produktionshallen für Microchips usw. Die kannst erstmal vergessen!!! Die Aufräumarbeiten werden auch noch Monate dauern und das Strahlendesaster Jahre!!!
Re: Japan - Reaktor hochgegangen
Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 15:55
von Charly
Ich glaube, die Wenigsten können sich die Ausmaße des Strahlendesasters vorstellen (wenn's dazu kommt). Tschernobyl könnte harmlos dagegen sein. Die Hilflosigkeit mit der man dies abzuwenden versucht, ist erschreckend und man hat den Eindruck, dass die nicht wissen, was auf sie zukommen kann oder nur hoffen, dass es irgendwie gut geht......
Seit ich das gesehen habe, denke ich bei Atomkraftwerken anders.
Re: Japan - Reaktor hochgegangen
Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 18:01
von NagScreen
Charly hat geschrieben:Ich glaube, die Wenigsten können sich die Ausmaße des Strahlendesasters vorstellen (wenn's dazu kommt). Tschernobyl könnte harmlos dagegen sein. Die Hilflosigkeit mit der man dies abzuwenden versucht, ist erschreckend und man hat den Eindruck, dass die nicht wissen, was auf sie zukommen kann oder nur hoffen, dass es irgendwie gut geht......
Seit ich das gesehen habe, denke ich bei Atomkraftwerken anders.
Unglaublich dass es Menschen gibt die sich erdreisten solch einen Nonsense zu Posten.
Tickets nach Japan sind derzeit recht günstig...lass Dir 'nen Flug buchen, und zeig' den Japanern mal deutsche Ordentlichkeit im Umgang mit nicht fassbaren Katastrophen, und wo Du schon da bist, kannste die Japaner auch gleich vernünftig Aufklären und anständige deutsche Ingenieurskunst angedeihen lassen.
Mögliche Aufklärungsgebiete:
- Zerstörte Kühlwasserpumpen in von Explosionen zerissenen Reaktoren mal eben schnell in die Spur bringen.
- Trotz massiver Strahlung an den Baustellen die Leute mal Einnorden, und mit sanften Druck dazu antreiben, etwas schneller zu arbeiten.
- Zerstörte Infrastruktur umgehen, und den jämmerlich verreckenden Menschen Nahrung, warme Kleidung bringen, und idealerweise noch schnell eine neue Bleibe bauen.
Mann mann mann, manchmal könnt ich echt....
Gruß
NagScreen.
Re: Japan - Reaktor hochgegangen
Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 19:29
von lu
NagScreen hat geschrieben:
Charly hat geschrieben:Ich glaube, die Wenigsten können sich die Ausmaße des Strahlendesasters vorstellen (wenn's dazu kommt). Tschernobyl könnte harmlos dagegen sein. Die Hilflosigkeit mit der man dies abzuwenden versucht, ist erschreckend und man hat den Eindruck, dass die nicht wissen, was auf sie zukommen kann oder nur hoffen, dass es irgendwie gut geht......
Seit ich das gesehen habe, denke ich bei Atomkraftwerken anders.
Unglaublich dass es Menschen gibt die sich erdreisten solch einen Nonsense zu Posten.
Tickets nach Japan sind derzeit recht günstig...lass Dir 'nen Flug buchen, und zeig' den Japanern mal deutsche Ordentlichkeit im Umgang mit nicht fassbaren Katastrophen, und wo Du schon da bist, kannste die Japaner auch gleich vernünftig Aufklären und anständige deutsche Ingenieurskunst angedeihen lassen.
Mögliche Aufklärungsgebiete:
- Zerstörte Kühlwasserpumpen in von Explosionen zerissenen Reaktoren mal eben schnell in die Spur bringen.
- Trotz massiver Strahlung an den Baustellen die Leute mal Einnorden, und mit sanften Druck dazu antreiben, etwas schneller zu arbeiten.
- Zerstörte Infrastruktur umgehen, und den jämmerlich verreckenden Menschen Nahrung, warme Kleidung bringen, und idealerweise noch schnell eine neue Bleibe bauen.
Mann mann mann, manchmal könnt ich echt....
Gruß
NagScreen.
ich glaube du hast charly gründlich missverstanden. ich denke er wolte nur seiner fassungslosigkeit ausdruck verleihen.ich glaube nicht dass er sich erdreisten wollte abwertend über die vorgänge und den umgang der japaner mit der katastrophe zu sprechen. denn rein sachlich und objektiv betrachtet würde ich seine aussagen genauso unterschreiben. ich denke auch dass sich die wenigsten eine derartige drohende katastrophe vorstellen können. denn insbesondere wenn man bedenkt dass womöglich 500 km um das kraftwerk herum das gebiet dauerhaft nicht mehr bewohnbar sein kann - tokio mit 35 mio. einwohnern wäre direkt betroffen! wer kann sich schon vorstellen was das bedeutet? ebenso ist die hilflosigkeit im umgang mit der katastr. erschreckend!!! mein gott! 50 leutchen und paar wasserwerfer...... verglichen mit den 800 000 mann die in tschernobyl unterwegs waren..... . hilflos ist überhaupt kein ausdruck. und nicht nur die japaner sind es. die ganze menschheit steht dem hilflos gegenüber, bzw. stünde bei einer nuklearkatastrophe ähnlich hilflos da. die geschichte ist nicht steuerbar! und ob die menschen dort wissen was auf sie zukommen kann darf auch bezweifelt werden. bzw. das hoffen dass der liebe gott nochmal ein wunder bewirkt und die katastrophe abwendet ist alles was menschen in so einer situation übrigbleibt. daher, ich glaube echt nicht dass charly es so gemeint hast wie es wahrscheinlich bei dir ankam. ich denke wir sind alle am rande unserer vorstellungsfähigkeiten und der passenden worte dazu.
als denn, lasst uns das beste für die japaner und die welt hoffen! insbesondere die politik drängen so schnell wie irgend möglich aus dieser grauenvollen technologie auszusteigen - und damit anderen vorbild sein! wenn ich höre dass unsere regierung nicht bereit ist wenigstens die laufzeitverlängerung zurückzunehmen.......manchmal könnt ich echt...!
Re: Japan - Reaktor hochgegangen
Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 20:03
von NagScreen
Hi,
mir ist schon klar, dass da keine abwertende Intension dahintersteckt.
Was mich nervt, ist, dass in wirklich jeder Ecke irgendwelche Pseudo-Experten in drei bis vier Zeilen beschreiben, was die Japaner hätten (besser) machen müssen.
Beispiel?
Charly hat geschrieben:
MIch erschüttert, dass man erst jetzt in Japan daran gehen will die Stromversorgung der Kraftwerke wiederherzustellen. Wie in meinem Beitrag weiter zurück dargestellt, hat offensichtlich die fehlende Stromversorgung zu dem Deseaster geführt. Damit hätte man SOFORT beginnen müssen. Man kann nur hoffen, dass dies gelingt und auch funktioniert und nicht schon zu späth ist.
Ich hatte ein paar Posts zuvor bereits geschrieben, dass ich dem ganzen Unterfangen zur Kernschmelzenabwendung eher skeptisch gegenüberstehe.
Die Regierung und die Betreiber verfolgen eine Informationspolitik, die bestenfalls zweifelhaft ist. Mittlerweile ist wenigstens das von unabhängigen, offiziellen Stellen nachdrücklich kritisiert worden.
Der Punkt ist aber:
Die Arbeiter und Ingenieure direkt vor Ort müssen mit dem Material klarkommen, das sie zur Verfügung haben, und das was sie nicht haben durch Improvisation kompensieren.
Klar sieht das teilweise "lächerlich" oder "stümperhaft" aus. Wenn man aber mal kurz seinen Kopf einschaltet, und wenisgtens versucht zu verstehen warum die solche Methoden einsetzen, kann man sich Kommentare ala: "hätte man", "muss man" "sollten die" schlicht sparen.
Die deutschen Medien verzapfen schon genug reisserischen Unfug zu diesem Ereignis, das muss man nicht zwingend überall nachplappern.
Gruß
NagScreen
Re: Japan - Reaktor hochgegangen
Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 22:56
von Edgar J. Goodspeed
Das ist mir allemal lieber als im OpenEnd-Nachbarforum. Da ist die größte Sorge von einem Kellerkind, ob er schnell noch einen Yamahaverstärker kaufen sollte, weil das ja bald aufgrund der Strahlung nicht mehr geht - da frag ich mich echt