hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
Also zunächst ich muss sagen, dass es mehr als peinlich ist, solche falschen Schlüsse, als angeblich renommierter Lautsprecherhersteller zu ziehen. Das im Video gezeigte ist zwar alles korrekt, allerdings vergisst man hierbei ganz entscheidende und grundlegende Dinge mit einzubeziehen
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
So kann man schön weiter günstige und schlecht konstruierte Bassreflexlautsprecher entwickeln
Das sind ja geradezu vernichtende Vorwürfe, etwa nach dem Motto: "Die von Nubert haben keine Ahnung von Tuten und Blasen, basteln irgendwas zusammen und biegen sich dann ihre Wahrheiten so hin, wie es ihnen passt, damit die Leute ihre billigen Sachen kaufen. Und klingen tun die Lautsprecher auch nicht. Ich weiß das alles besser, und ich erzähle euch nun, wie es richtig geht". So ungefähr?
Eigentlich dachte ich, das Thema sei längst durch, und alle Unklarheiten dazu seien ausgeräumt. Es scheint nicht so. Offenbar hat "hvtmacher" einige meiner nachträglichen Erläuterungen hier im Forum zu dem zugegebenermaßen viel zu kurzen Video nicht gelesen, in welchem ich leider nicht alle Themen umfassend beleuchten konnte.
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
In dem man die Schallwand Größer macht und die das Gehäuse schmaler.
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
um die Impedanzverlauf möglichst weit unten im Frequenzgang zu halten
Auffällig sind die vielen Rechtschreib- und Satzbaufehler, welche teils so gravierend sind, dass man manche Sätze gar nicht mehr versteht. Auch mit den Artikeln "der, die, das" scheint es Probleme zu geben. Das hinterlässt alles keinen sehr professionellen Eindruck. Aber das nur nebenbei.
@Hvtmacher: Ich weiß nicht, welchen Bildungsstand Sie haben, aber offenbar haben Sie noch nie eine Vorlesung in Schwingungstechnik, Impulstechnik oder theoretischer Nachrichtentechnik besucht oder gar einen Studiengang in diesem Gebiet abgeschlossen. Habe ich recht?
Nun also nochmal zu den Kritikpunkten:
Zu 1:
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
1. Gruppenlaufzeit: Hier ist eine geschlossenen Box so gut wie
immer Vorteil (außer bei ganz tief angestimmten Reflexsystem).
Mit einem korrekten Satzbau ist man auch so gut wie immer
im Vorteil

.
Die Gruppenlaufzeit scheint das Lieblingsthema von Gegnern der ventilierten Bauweise zu sein. Man zieht sich immer dann gerne auf dieses Argument zurück, wenn man "beweisen" möchte, dass Bassreflex weniger impulstreu klingt als Geschlossen.
Kommen wir jetzt zum zentralen Punkt: Es stimmt zwar, dass die Gruppenlaufzeit bei bassreflex-unterstützten Systemen im Bereich der Tuningfrequenz stark ansteigt, und auch meist stärker ansteigt als bei geschlossenen, entzerrten Systemen, aber: Die Hörschwelle für Gruppenlaufzeitfehler nimmt mit tiefer werdender Frequenz immer mehr zu. Mit anderen Worten: Je tiefer die Basswiedergabe ist, umso schwieriger fällt es dem Hörer, große Gruppenlaufzeiten wahrzunehmen. Hierzu gibt es statistisch gesicherte Hörversuche. Quellen hierzu kann ich gerne nennen, falls gewünscht. Auch ich selbst kann das bestätigen. Ich war vor einigen Jahren bei einem Hörversuch von Prof. Dr. Goertz in der RWTH Aachen anwesend, in welchem ein Bassreflex-Lautsprecher mit und ohne Gruppenlaufzeit-(FIR-)Entzerrung verglichen wurde. Mir wird ja oft nachgesagt, ich könne sehr gut hören, jedoch fiel es selbst mir wirklich schwer, hier überhaupt irgend einen Unterscheid wahrzunehmen.
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
Der Schallanteil des reflexkanals hinkt
immer um 180 Grad hinterher und das hört man auch.
Der Inhalt dieses Satzes ist auch nur wieder (wie viele Ihrer nicht belegten Behauptungen) eine Halbwahrheit. Denn der Schallanteil des Reflexkanals hinkt nur
unterhalb der Abstimmfrequenz um 180 Grad hinterher. Würde er
immer um 180° hinterherhinken, dann wäre eine Bassreflex-Unterstützung in der Tat kompletter Unsinn.
Hier haben wir es auch wieder mit so einer typischen "Krankheit" speziell im Hifi-Bereich zu tun: Jeder kann mehr oder weniger Alles behaupten und dann am Ende einfach sagen: "...und das hört man auch".
Zu 2:
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
2. Abfall: Der Vorteil der geschlossenen Box ist, dass diese mit 12db/okt abfällt. Zwingt man jetzt nun ein Chassis einen Frequenzganz wie einer Bassreflex Box, welche mit 24db/okt abfällt, anzunehmen, ist es logisch, dass die Sprungantwort dazu relativ ähnlich ist.
Das ist Korrekt.
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
Zusätzlich ist es auch so, dass das Chassis in einer Bassreflexbox ca. das doppelte Volumen wie ein vergleichbares Chassis im geschlossenen benötigt.
Hier ist unklar, auf welches Kriterium sich diese Aussage bezieht. Genau genommen ist es sogar umgekehrt: Um die gleiche untere Grenzfrequenz zu erhalten (-3dB-Punkt) benötigt ein Tieftonchassis in ein geschlossene Gehäuse eingebaut etwa das drei- bis vierfache (!) Nettovolumen wie ein korrekt ventiliertes Gehäuse - und hat
zusätzlich dazu noch deutlich weniger Wirkungsgrad.
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
Würde man das Chassis aber nun in ein optimales Volumen tun (Qtc ca. 0,7), würde auch hier die Sprungantwort kürzer ausfallen.
...was aber schlecht wäre, denn Im Idealfall sollte eine Sprungantwort unendlich lang sein. Eine kürzere Sprungantwort bedeutet nichts anderes als eine höhere untere Grenzfrequenz. Anscheinend fehlt es hier an Grundlagen der Impulstechnik.
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
-> hier als ganz heißer Tipp von mir: Schaut bei Siegfried Linkwitz auf die Seite unter Linkwitz transform und lest euch da mal etwas ein. Entzerrt man nämlich ein Chassis mathematisch korrekt so behält man auch das identische Verhalten der Sprungantwort. Das hat der gute Mann übrigens schon in den 80er Jahren erkannt und verbreitet nicht so einen Humbug wie ihr.
Die Linkwitz-Entzerrung ist nun wirklich kein "ganz heißer Tipp", sondern ein ganz alter Hut. Zufällig befasste ich mich in meiner Diplomarbeit im Akustiklabor der FH Düsseldorf mit dem dynamsichen Verhalten von Tieftonsystemen. Auch die Linkwitz-Entzerrung 2. Ordnung war hier ein Thema. In meiner Diplomarbeit finden Sie alles darüber: Schaltungsdetails, Übertragungsfunktion, Sprung- Impuls- und Rechteckantworten mit und ohne angehängtes Tieftonsystem. Alles selbst gerechnet mit meinem bescheidenen Kenntnissen in höherer und angewandter höherer Mathematik. Vielleicht sollte ich sie doch mal veröffentlichen...
Zu 3:
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
3. Akustischer Kurzschluss: aufgrund von diesem ist man gezwungen einen Highpassfilter ca. 5db unterhalb der Tuning frequenz des Bassreflexsystem zu setzen. Dadurch entsteht eine nochmals höherer Gruppenlauzeit in diesem Bereich.
Ausnahmsweise stimmt das sogar. Nur werden leider daraus gerne falsche Schlüsse gezogen (also das, was "hvtmacher" uns vorwirft). Siehe meine Antwort zu Punkt 1.
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
Hier empfehle ich euch mal Größere Chassis mit geringen mechanischen Verlusten (Rms Wert), großem Kraftfaktor (BxL), niedriger FS und möglichst geringer Induktivität (Le), zu entwerfen
Das hört sich in etwa so an, wie wenn man einem Hersteller von Holzmöbeln empfiehlt, er solle mehr Holz verwenden.
Das, was Sie uns hier empfehlen, ist bereits längst in allen unseren Lautsprechern nachweislich umgesetzt - selbst bei unseren günstigsten Modellen. Gerne kann ich Ihnen mal ein paar TSP-Daten oder Fotos von unseren Tieftönern schicken.
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
Dieses dann mit Linkwitz transform mathematisch korrekt entzerrt und dann vergleicht das mal mit einem Bassreflexsystem.
Genau das haben wir gemacht. Siehe Video. Aber das scheint offenbar "hvtmacher" nicht gefallen zu haben. Was soll man da machen?
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
Am besten mal bei SB Acosutic / Satori,
Scan Speak, Purifi und co. dafür vorbei schauen. Die wissen nämlich wie man Lautsprecher baut.
Am besten mal in den Beschreibungen unserer Lautsprecher nachschauen. Denn zufällig bedienen wir uns oben genannter Hersteller und verwenden Treiber, welche genau jene Eigenschaften dieser Hersteller haben.
hvtmacher hat geschrieben: Sa 22. Okt 2022, 09:42
Bis auf den 3db höheren Wirkungsgrad hat eine Bassreflexbox, im Gegensatz zu einer KORREKT entzerrten geschlossenen
Box, nur Nachteile
Dies ist leider auch nur wieder eine Halbwahrheit, gemixt mit einer nicht belegten Behauptung, welche lediglich eine persönliche Meinung darstellt. Denn der Unterschied im Wirkungsgrad beträgt bei weitem nicht nur 3 dB, sondern erheblich mehr (es kommt auf den Frequenzbereich an).
Lieber Herr "hvtmacher", es wäre schön, Sie würden sich vorher besser über uns und unsere Produkte informieren, und auch über die genauen Gründe, weshalb wir was wie konstruieren. Ich kann Ihnen persönlich garantieren, dass alles bei uns Hand und Fuß hat und bis ins letzte Detail durchdacht ist. Gerne können Sie uns auch mal hier im Labor besuchen, und wir können all Ihre Kritikpunkte bis ins letzte Detail beleuchten und hoffentlich ausräumen. Hier im nuForum ist es doch etwas mühsam, all Ihre halbwahren und teils rufschädigenden Behauptungen ("...und verbreitet nicht so einen Humbug wie ihr") im Detail zu widerlegen und richtig zu stellen. Vielleicht können Sie uns dann auch mal einen von Ihnen entwickelten Lautsprechern vorführen, wenn Sie der Meinung sind, dass dieser viel besser klingt als einer unserer Lautsprecher.