Verfasst: Do 10. Jul 2008, 19:01
@kiki
Nein, so muss es nicht sein - schön wenn es für Dich so sein muss, ein anderer setzt andere Prioritäten.
Ein Wort zum Monitor. Dieser muss eine außerordentlich hohe Qualität besitzen um den von Dir gestellten Anspruch zu erfüllen. Dir ist klar, was ein Monitor kostet, der zumindest nahezu den gesamten RGB-Farbraum darstellen kann? Dazu müssen die Dinger in regelmäßigen Abständen zumindest profiliert werden um zumindest eine einigermaßen verbindliche Farbdarstellung zu garantieren. Damit sehe ich aber immer noch nicht, was ich bekomme. Denn Fotos werden häufig als Abzug oder Druck benötigt - logisch. Das ist nochmal ein ganz anderes Feld als ein Monitor mit Hintergrundbeleuchtung. Allein schon das verwendete Papier verändert das Ergebnis massiv. Darum gibt es auch Farbprofile extra für ein digitalen Softproof am Monitor und an diesem Softproof kann ich dann nochmals die Einstellung "Papierweiß" aktivieren. Materialien wie Folie, Tassen etc. haben nochmals ganz andere Parameter.
Das Histogramm ist häufig hilfreich ja, aber auch als RGB - ich brauche da eher die Kontrolle, ob ein einzelner Kanal überläuft. Das zeigen die "normalen" Histogramme so oft nicht an. Trotzdem ist die Belichtung nach Histogramm in einigen Situation auch irreführend! Hatte vorhin schon mal die Begriffe Low- und High-Key angesprochen. Portraits eines dunkelhäutigen Gesichts vor schwarzem Hintergrund - kannst Du Dir das resultierende Histogramm vorstellen? Model im perlweißen Kleid vor weißem Hintergrund - Histogramm? Wenn ich da mit Erfahrung etwas rauslesen will, so braucht es Histogramm am Computer-Monitor erheblich vergrößert in der Darstellung - so groß ist die ganze Kamera nicht. Zugegeben sind das schon Extrembeispiele, aber in abgemilderter Form geschehen sie immer wieder. Da hilft nur die Lichtwaage und das Wissen der Funktion des Belichtungsmessers. Ohne jetzt auf die unterschiedlichen Methoden wie Matrix, Mittenbetont oder Spot einzugehen - der Belichtungsmesser ist dumm - er meint zu wissen, das ein ideal belichtetes Bild im Durchschnitt immer einem Grauwert von 18% entsprechen sollte. In den obigen Beispielen hilft da nur noch das Können und die Erfahrung des Fotografen, der mittels gezielter Unter- oder Überbelichtung dem dummen Belichtungsmesser auf die Sprünge hilft. das alles hat dann aber auch schon mit Kreativität zu tun - mal möchte man düstere Szenarien einfangen, mal grelle und überstrahlte.
Ja, und last but not least kann der Sensor oftmals den Kontrastumfang eines Motivs nicht bewältigen (wie auch ein Monitor heutiger Technik!). Auch da ist der Fotograf mit seiner Erfahrung gefragt. Da sieht das Histogramm des Bildes auch ziemlich daneben aus, aber wenn in der gewünschten Richtung ist das alles kein Problem - i.d.R. wird auf die Lichter belichtet (um die Zeichnung zu bewahren) und nimmt ein unterbelichtetes Foto in Kauf. Dieses wird erst in der Bearbeitung gepusht.
Mag sein, dass die Monitor-Technik alle heutigen Schwächen irgendwann einmal überwunden hat und andere Lösungen sinnvoll erscheinen lässt - zur Zeit ist das für die Art der Fotografie, wie ich sie Betreiben möchte, nicht der Fall. Allerdings mache ich auch lockere Schnappschüsse aus der Hüfte sozusagen - da würde mir auch ein Live View ausreichen.
Noch als Anmerkung - nach meiner analogen Zeit habe ich auch über Jahre zuerst die kleineren Digitalkameras genutzt. Aber einiges geht damit so nicht - als Ergänzung zum Sucher durchaus brauchbar aber manchmal eben auch nicht.
Gruß, PL
Nein, so muss es nicht sein - schön wenn es für Dich so sein muss, ein anderer setzt andere Prioritäten.
Ein Wort zum Monitor. Dieser muss eine außerordentlich hohe Qualität besitzen um den von Dir gestellten Anspruch zu erfüllen. Dir ist klar, was ein Monitor kostet, der zumindest nahezu den gesamten RGB-Farbraum darstellen kann? Dazu müssen die Dinger in regelmäßigen Abständen zumindest profiliert werden um zumindest eine einigermaßen verbindliche Farbdarstellung zu garantieren. Damit sehe ich aber immer noch nicht, was ich bekomme. Denn Fotos werden häufig als Abzug oder Druck benötigt - logisch. Das ist nochmal ein ganz anderes Feld als ein Monitor mit Hintergrundbeleuchtung. Allein schon das verwendete Papier verändert das Ergebnis massiv. Darum gibt es auch Farbprofile extra für ein digitalen Softproof am Monitor und an diesem Softproof kann ich dann nochmals die Einstellung "Papierweiß" aktivieren. Materialien wie Folie, Tassen etc. haben nochmals ganz andere Parameter.
Das Histogramm ist häufig hilfreich ja, aber auch als RGB - ich brauche da eher die Kontrolle, ob ein einzelner Kanal überläuft. Das zeigen die "normalen" Histogramme so oft nicht an. Trotzdem ist die Belichtung nach Histogramm in einigen Situation auch irreführend! Hatte vorhin schon mal die Begriffe Low- und High-Key angesprochen. Portraits eines dunkelhäutigen Gesichts vor schwarzem Hintergrund - kannst Du Dir das resultierende Histogramm vorstellen? Model im perlweißen Kleid vor weißem Hintergrund - Histogramm? Wenn ich da mit Erfahrung etwas rauslesen will, so braucht es Histogramm am Computer-Monitor erheblich vergrößert in der Darstellung - so groß ist die ganze Kamera nicht. Zugegeben sind das schon Extrembeispiele, aber in abgemilderter Form geschehen sie immer wieder. Da hilft nur die Lichtwaage und das Wissen der Funktion des Belichtungsmessers. Ohne jetzt auf die unterschiedlichen Methoden wie Matrix, Mittenbetont oder Spot einzugehen - der Belichtungsmesser ist dumm - er meint zu wissen, das ein ideal belichtetes Bild im Durchschnitt immer einem Grauwert von 18% entsprechen sollte. In den obigen Beispielen hilft da nur noch das Können und die Erfahrung des Fotografen, der mittels gezielter Unter- oder Überbelichtung dem dummen Belichtungsmesser auf die Sprünge hilft. das alles hat dann aber auch schon mit Kreativität zu tun - mal möchte man düstere Szenarien einfangen, mal grelle und überstrahlte.
Ja, und last but not least kann der Sensor oftmals den Kontrastumfang eines Motivs nicht bewältigen (wie auch ein Monitor heutiger Technik!). Auch da ist der Fotograf mit seiner Erfahrung gefragt. Da sieht das Histogramm des Bildes auch ziemlich daneben aus, aber wenn in der gewünschten Richtung ist das alles kein Problem - i.d.R. wird auf die Lichter belichtet (um die Zeichnung zu bewahren) und nimmt ein unterbelichtetes Foto in Kauf. Dieses wird erst in der Bearbeitung gepusht.
Mag sein, dass die Monitor-Technik alle heutigen Schwächen irgendwann einmal überwunden hat und andere Lösungen sinnvoll erscheinen lässt - zur Zeit ist das für die Art der Fotografie, wie ich sie Betreiben möchte, nicht der Fall. Allerdings mache ich auch lockere Schnappschüsse aus der Hüfte sozusagen - da würde mir auch ein Live View ausreichen.
Noch als Anmerkung - nach meiner analogen Zeit habe ich auch über Jahre zuerst die kleineren Digitalkameras genutzt. Aber einiges geht damit so nicht - als Ergänzung zum Sucher durchaus brauchbar aber manchmal eben auch nicht.
Gruß, PL