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Re: Rund ums Auto

Verfasst: Mi 6. Apr 2022, 22:26
von David 09
Na gut, ich erkenne zwar nicht, wo der E-Motor eines PHEV „schlechter“ als ein BEV an den Antriebsstrang angebunden sein soll…
Dann müssten ja gaaaanz viele mit dem Kuga vergleichbare BEV mit 2t Lebendgewicht nur um die 13kwh verbrauchen…nur merkwürdig, ich werde einfach nicht fündig…🥴

Re: Rund ums Auto

Verfasst: Mi 6. Apr 2022, 23:04
von Weyoun
Bitte nicht von deiner persönlich sparsamen Fahrweise auf den Durchschnittswert schließen. :wink:
Ich finde auch wenige 2-Liter TDIs mit 1,6 Tonnen und 4,2 Liter WLTP-Verbrauch, trotzdem schaffe ich es dank Geiz.

Die generellen Nachteile eines PHEV bzgl. E-Motor habe ich vor einigen Tagen bereits erklärt, ich werde mich nicht wiederholen.

Re: Rund ums Auto

Verfasst: Do 7. Apr 2022, 07:40
von David 09
…vor „wenigen Tagen“ habe ich aber vielleicht nicht mitgelesen… und wenn doch, habe ich es vergessen, bin alt…🥺

Aber alles gut, die Vorbehalte gegen PHEV sind ja hinlänglich bekannt, aber ich halte deine Aussage, dass der E-Antrieb eines PHEV „schlechter (was immer das bedeutet)“ an den Antriebsstrang angebunden ist und daher zwangsläufig ca. 20% mehr Verbrauch haben soll, halte ich schlichtweg für nicht richtig…😉

LG

Re: Rund ums Auto

Verfasst: Do 7. Apr 2022, 10:02
von Weyoun
Ich bin Techniker und habe nur Vorbehalte, wenn ich sie technisch begründen kann. Einen PHEV mit Allrad (E-Motor hinten und Verbrenner vorne oder anders herum) und vollständiger mechanischer Entkopplung der beiden Antriebszweige voneinander würde ich wahrscheinlich weniger bashen. Wobei ich dort wahrscheinlich dann den Preis und das hohe Gewicht zu kritisieren hätte. :wink:

Mit "schlechter" meine ich einfach nur, dass der E-Motor in einem Bereich läuft, für den er ursprünglich nicht vorgesehen war. Zum einen muss die Drehzahl mit der des Verbrenners synchronisiert werden (E-Motoren drehen aber normalerweise deutlich höher) und zum anderen muss der E-Motor beim einachsig angetriebenen PHEV ans oder gar ins Automatikgetriebe "gequetscht" werden, was ebenfalls ein Kompromiss ist (Drehmoment und Kühlung können nicht so ausgelegt werden wie bei einer E-Maschine, die sich "frei entfalten" kann). Also alles in allem ein Kompromiss.

Re: Rund ums Auto

Verfasst: Do 7. Apr 2022, 11:34
von g.vogt
Hab mir grad ein Video von ZF angesehen; ja, da sitzt der E-Motor im Automatikgetriebe hinter der Kupplung, läuft also auf Verbrennerdrehzahl.

Re: Rund ums Auto

Verfasst: Do 7. Apr 2022, 12:46
von Indianer
Weyoun hat geschrieben: Do 7. Apr 2022, 10:02 Mit "schlechter" meine ich einfach nur, dass der E-Motor in einem Bereich läuft, für den er ursprünglich nicht vorgesehen war. Zum einen muss die Drehzahl mit der des Verbrenners synchronisiert werden (E-Motoren drehen aber normalerweise deutlich höher) und zum anderen muss der E-Motor beim einachsig angetriebenen PHEV ans oder gar ins Automatikgetriebe "gequetscht" werden, was ebenfalls ein Kompromiss ist (Drehmoment und Kühlung können nicht so ausgelegt werden wie bei einer E-Maschine, die sich "frei entfalten" kann). Also alles in allem ein Kompromiss.
sorry, das ist weitestgehend falsch, 99% aller E-Motoren auf diesem Planeten sind für weniger als 3000min^-1 "ursprünglich vorgesehen", die meisten sogar für unter 1500min^-1, im Gegenteil, die hochdrehenden E-Motoren der BEVs sind ein Kompromiss, bauen kleiner und billiger bei schlechterem Wirkungsgrad, aber mehr als niedrige einstellige % sind das nicht!

was die PHEVs insgesamt etwas weniger effizient macht ist, dass dort die E-Motoren die wenig effizienten Antriebsstränge mitschleppen müssen, die die Verbrenner halt brauchen, insbesondere weil sie nicht bei jeder Drehzahl Drehmoment liefern können und nur in sehr eingeschränkten Betriebsbereichen halbwegs effizient arbeiten können

Re: Rund ums Auto

Verfasst: Do 7. Apr 2022, 13:15
von Weyoun
Solange man nicht in die Sättigung kommt, kann man einen E-Motor aufdrehen.
Und 99 % aller Motoren sind ganz sicher nicht mit unter 50 Umdrehungen pro Sekunde im Einsatz! Man bedenke, was es alles im Hochgeschwindigkeitsbereich gibt: elektrische Pumpen, elektrische Lader, elektrische Lüfter, E-Motoren für Werkzeuge wie Dremel oder elektrische Zahnbürsten etc.

Was technisch derzeit möglich ist:
https://www.stern.de/digital/technik/el ... 44676.html

Was viel mehr als zu hohe Geschwindigkeit (der Porsche Taycan dreht übrigens bis 16.000 U/min) an Wirkungsgrad kosten kann, ist die "falsche" Auslegung insgesamt: Asynchronmaschine versus Synchronmaschine, letztere fremd- oder permanenterregt (also mit oder ohne teuren seltenen Erden bestückt).

Ich gehe doch mal stark davon aus, dass bei einem PHEV kein Geld mehr für teure Permanentmagnete im E-Motor vorhanden ist.

Re: Rund ums Auto

Verfasst: Do 7. Apr 2022, 16:37
von lalamichel
Weyoun hat geschrieben: Do 7. Apr 2022, 13:15 Ich gehe doch mal stark davon aus, dass bei einem PHEV kein Geld mehr für teure Permanentmagnete im E-Motor vorhanden ist.
Immer wieder interessant was du so alles vermutetst.
Man bekommt langsam das gefühl das die Autohersteller alle blöd sind :mrgreen:

Ein Verbrenner läuft auch nicht in allen Drehzahlen effizient, trotzdem leben wir damit seit über Hundert Jahren,
und Verbesserungspotenzial gibt es immer und wird es immer geben.

mfg Michael

Re: Rund ums Auto

Verfasst: Do 7. Apr 2022, 17:16
von Weyoun
Die OEMs sind nicht blöd, sondern einfach nur geizig. Sie pressen ihre Zulieferer aus wie Zitronen, wollen selbst aber so gut wie nichts zahlen. Die Quittung für den uneffizienten Verbrenner bekommen wir jetzt bei Dieselpreisen von 2,30 € und Superpreisen von 2,15 €. Und beim Verbrenner gibt es so gut wie kein Verbesserungspotenzial mehr. Ein E-Motor rotiert direkt (SEHR effizient), während ein Verbrenner unnötige Auf- und Abbewegungen der Kolben erst in Rotationsbewegungen übersetzen muss (SEHR ineffizient). Aus diesem Grund ist auch ein H2-Verbrenner per se ineffizient gegenüber einem BEV.

Re: Rund ums Auto

Verfasst: Do 7. Apr 2022, 20:09
von David 09
Also verstehe das immer noch nicht so ganz, warum der Elektromotor „schlechter“ in einem PHEV arbeiten soll als im BEV, aber da fehlt mir wohl das fachlich technische Verständnis…ich sehe das Resultat, also den Verbrauch, und dazu noch einmal mein Ansatz:

1. Ich habe keinen AWD
2. Wenn ich einen PHEV mit einem EV vergleiche, vergleiche ich tatsächlich die Elektromotoren, dann meine ich also beim PHEV den reinen elektrischen Betrieb mit dem E-Motor - und da muss sich nichts anpassen, der Verbrenner ist aus und jut ist. Ich fahre fast ausschließlich den E-Antrieb, ab 60km gehts über Nacht an die Dose, so dass der Verbrenner (zumindest im Sommer) aus bleibt, ich also als „BEV“ unterwegs bin. Und wenn ich dann einen Verbrauch von 15,5-16kwh/100km habe, dann rede ich auch vom rein elektrischen Verbrauch und nicht, wie im Winter, vom Mischverbrauch Elektro-Benzin.

Und eine Frage hätte ich dann doch noch gerne beantwortet:
Welcher BEV verbraucht, wie du @Weyoun so schön in den Raum stelltest, 13kwh im „normalen, täglichen“ Betrieb, hat ca. 4,60m Länge und Platz für eine ausgewachsene Familie mit Hund…🥴