Inder-Nett hat geschrieben:
Grau ist alle Theorie - insbesondere dann, wenn man zu der verwendeten Theorie das Kleingedruckte ignoriert!
Auch die Tatsache, dass sich mit einer fehlerhaft angewandten Theorie ein mathematisch korrektes Modell aufbauen lässt und dass dieses Modell dann die gewünschten Ergebnisse liefert, bedeutet noch lange nicht, dass die Theorie richtig ist!
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist ja, dass es in der Theorie keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt.
In der Praxis schon. ':roll:'
Als Alternative bleibt aber nur, ohne jedes theoretische Modell draufzuzubasteln und zu sehen, was dabei rauskommt. Bevorzugst du eher diese Arbeitsweise?
Inder-Nett hat geschrieben:
Der entscheidende Fehler ist doch, dass durch das beschriebene Verfahren versucht wird, ein räumlich verteiltes Phänomen in einer nicht räumlich verteilten Anordnung zu kompensieren.
...und wie kann ich mir eine räumlich nicht verteilte Anordnung bildlich vorstellen? Als Punktschallquelle?
Inder-Nett hat geschrieben:
Das kann nur für exakt einen Punkt im Raum funktionieren! Für alle anderen Punkte im Raum wird der Fehler noch größer, als er vorher war, weil jetzt zusätzlich zu den Reflexionen des Raumens noch die synthetischen Reflexionen im Signal hörbar sind.
Unfug. Die Holofonie beruht auf der Wellenfeldsynthese:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wellenfeldsynthese
Das ist eine Volumenlösung. Eine Volumenlösung ist dadurch gekennzeichnet, dass Veränderungen der Zuhörerposition im Wiedergabemeraum die gleichen Veränderungen in der Wahrnehmung erzeugen wie adäquate Veränderungen der Zuhörerposition im Aufnahmeraum. Nur dann werden die korrekten Dopplereffekte erzeugt und man kann Parallaxenveränderungen zur Positionsbestimmung der Quelle nutzen. Mit Phantomschallquellen ist das leider nicht möglich, weil deren Raumposition von der Zuhörerposition abhängt. Es geht eben nur mit virtuellen Schallquellen.
http://www.syntheticwave.de/virtuelle_Schallquelle.htm
Inder-Nett hat geschrieben:
Desweiteren kann dies nur funktionieren, wenn die "Richtcharakteristik" des Ohrs vorher exakt bekannt ist (meist wird Kugelcharakteristik angenommen).
Auch dies ist eine unzulässige Vereinfachung, weil das Ohr (und erst recht das räumliche Hören mit 2 Ohren) so nicht beschreibbar ist.
In Fachkreisen gibt es niemanden, der für die Richtcharakteristik des Ohres eine Kugelcharakteristik annimmt. Ich könnte mir die auch nur bei dem Mann in Deinem Avatar wirklich vorstellen.

Die Kopfbezogene Uebertragungsfunktion HRTF
http://de.wikipedia.org/wiki/HRTF wurde schon vor über Dreissig Jahren von Blauert exakt erforscht. Seitdem weiss man, dass man Reflexionen nicht einfach aus der Richtung der Lautsprecher erzeugen kann sondern jede einzelne Wellenfront wieder aus ihrer ursprünglichen Richtung erzeugen muss, um eine authentische Wiedergabe zu erreichen. Gerade das Problem löst ja die Holofonie.
Inder-Nett hat geschrieben:
Das Patentamt ist keine Instanz, um die Richtigkeit einer Theorie zu verifizieren.
Die patentieren grundsätzlich technische Lösungen, die eine gewisse erfinderische Höhe haben, und wenn sie in der Praxis noch so nutzlos sind!
Noch weniger als solche nutzlosen Lösungen brauchen wir aber, mal abgesehen von der Politik, Leute die Sachen kommentieren, die sie nicht mal im Ansatz verstanden haben.
Gruss H.
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walking across the virtual recording room...
www.holophony.net