Weyoun hat geschrieben:
Ich bin kein Biophysiker, doch habe ich gelesen, dass es dem menschlichen Ohr möglich ist, bei Frequenzen > 20 kHz immerhin noch Frequenzunterschiede wahrzunehmen. Wenn also z.B. gleichzeitig eine 2-te oder 3-te Oberwelle einer Violine mit 50 kHz mit einer 5-ten Oberwelle einer Gitarre mit 45 kHz "aufeinandertrifft", dann kann man die Differenz von 5 kHz hören, und zwar genau im 5 kHz Bereich. Es findet also eine "Transformation" in einen niederigeren Frequenzbereich statt.
Dabei leuchtet mir aber nicht ein, warum es dann nicht reicht, wenn dieses Ergebnis des "Aufeinandertreffens" im 5 kHz-Bereich in der Aufnahme enthalten ist und entsprechend wiedergegeben wird. Soweit ich weiß funktioniert etwas entsprechendes im Bassbereich ein Stück weit: Wenn Obertöne z.B. einer tiefen Basstrommel wiedergegeben werden, der eigentlich Grundton aber nicht, dann kann das für das Ohr schon reichen, um den Bass zu hören.
Warum sollte man daher die zwei unhörbaren Oberwellen der Violine und der Gitarre übertragen und dann hoffen, dass sie am Ende - in einem völlig anderen Raum - wieder genauso aufeinander treffen wie ursprünglich?
Ich denke bei diesem Beispiel eher daran, dass der Autor des Artikels ja die Übertragung der Frequenzen über dem Hörbereich nicht nur für unnütz hält, sondern sogar für potenziell schädlich. Das würde dann zwar potenziell plausibel machen, dass man einen Unterschied hören könnte - aber womöglich eher als Verschlechterung?
Weyoun hat geschrieben:
Wenn man nun das Signal bei 22 kHz "kappt" (44,1 kHz CD-Abtastung), dann fällt dieses wahrgenommene "Differenzsignal" weg und es "fehlt" etwas. Wie stark man das tatsächlich hört, ist von Mensch zu Mensch verschieden, doch es ist wohl wahrnehmbar. Allerdings nur, wenn die Lautsprecher auch über "Ultrahochtöner" verfügen, also 4-Wege-Boxen mit z.B. Bändchenhochtönern, die von 20 kHz bis 100 kHz wiedergeben können.
Die ganze Kette von Aufnahme bis zur Box müsste genauso perfektioniert werden wie im hörbaren Bereich; und wie sieht's mit der Raumakustik im Ultra-Bereich aus - womöglich braucht's da ganz neue Absorber
Weyoun hat geschrieben:
Zum Thema 16 Bit vs. 24 Bit: Bei "aktueller" Musik reicht CD-Qualität mit einer theoretischen Dynamik von 98 dB locker aus! Dank dem "Loudness War" hat heute kaum ein Stück mehr als 50 dB (da reichen 8 Bit aus!!!). ABER: Bei klassischer Musik gibt es (wenige) Momente, indem eine höhere Dynamik vorhanden ist (z.B. lauter Paukenschlag vs. leise Triangel). Da schafft man dann um die 120 dB, was die 24 Bit (theoretisch 146 dB) dann doch in einem etwas besseren Licht erscheinen lässt.
Wobei im Artikel ja steht, dass de facto bei der CD auch die 120 db erreicht werden können. Aber ich frage mich ohnehin, wie das funktionieren soll, schon die 98? Das würde ja dann quasi heißen, ich müsste die Anlage voll aufdrehen, um die leisesten Passagen eine Aufnahme gerade noch zu hören - und an den lauten Stellen fliegt mir dann die Pauke und das Blech in Düsenjet-Lautstärke um die Ohren. Sobald ich aber nicht voll aufdrehe, verpasse ich die leisen Passagen. Ich würde mal stark vermuten, dass z.B. klassische Aufnahmen, die eine solche Dynamik erreichen, in jedem Fall komprimiert werden!?
Grüße,
Mirko