Hallo,
So habe seit Montag meinen DIY-Sub in Betrieb.
Ich habe extra etwas mit dem Bericht gewartet, bis ich eine wirkliche Beurteilung des Ergebnisses abgeben kann.
Mit blumingen Klangbeschreibungen tu ich mich etwas schwer, mir fehlt bei Subs auch eine vernünftige Referenz mit der ich mein Kunstwerk vergleichen könnte.

Hab bisher nur die üblichen Bandpass Subs der Magnat und Canton Klasse gehört.
Vorher nochmal zurück zu meiner Subwoofer Planung. Meine Vorgaben waren folgende.
Der Sub sollte:
* möglichst flach sein und an der Wand stehen.
* Tiefgang bis 20Hz bei normalen Hörpegel liefern.
* zu einem DBA ausbaufähig sein
* im Frequenzgang an den Hörraum angepasst werden (Roomgain, Druckkammer)
Daraus folgte, das ein flaches und geschlossenes Gehäuse, mit relativ kleinem Volumen 20-22l, meine Vorgaben am ehesten erfüllen kann. Hauptproblem dabei ist die Pegelfestigkeit, gegen Bassreflex Subs kann ein geschlossener Sub im Maximalpegel nicht anstinken.
Meine Simulation mit WinIsdPro sah so aus:
*
Frequenzgang des Peerless XLS10 im 20l Gehäuse ohne Bassentzerrung
*
Frequenzgang mit Bassentzerrung
*
Leistungsverbrauch durch die Bassentzerrung
*
Group Delay
Die Realität sieht nun folgendermassen aus:
* Der Frequenzgang fällt durch das Roomgain im Raum sehr viel flacher ab als in den Freifeld Simulationen. Im Freifeld konnte ich leider noch nicht messen. Auffällig sind auch die schönen Raummoden bei 33Hz und 66Hz. Der Tiefgang ist doch aber schon recht vielversprechend.
* Den Unterschied zwischen Bassentzerrung und ohne sieht man hier:
Vom Klang her bin ich sehr begeistert.

Der Klang schliesst sich recht schön zu den Behringer Truth an, die in meinem Raum schon bis 40Hz gehen.
Der Maximalpegel ist erst durch die Brückung der beiden Kanäle der Alesis RA-500 ins gewünschte Mass gekommen. Vorher war ein Kanal doch öfter mal im roten Bereich. 150W an 8Ohm sind wohl doch etwas wenig (siehe Simulation). Mit gebrückten 500W an 8Ohm ist der Sub wirklich gigantisch im Tiefbass.

Durch einen LowCut sollte ich ev. noch tiefste Frequenzen rausfiltern die nur Amp-Power ziehen aber sonst keinen hörbaren Effekt mehr bringen. OL-DIE wird mir vielleicht widersprechen, aber ich muss hier Prioritäten setzen.

Für extremen Tiefstbass ist ein Bassshaker vielleicht sinnvoller.
Was mich auch sehr erstaunt ist, wie ruhig der Sub steht. Er steht im Moment nur auf Notfüssen und lässt sich mit der Hand problemlos vor und zurück schwanken, aber im Betrieb steht das Teil wie ne Eins. Auch keine Vibrationen bei Auslenkungen von bis zu 1cm.
Ich werde noch ein wenig Zeit zum testen und geniessen

nehmen und dann schon den 2. Sub angehen. Mit plus 3db sollten alle Bedenken beim Pegel dahin sein. Wenn ich mal Besuch bekomme kann ich eh die Bassentzerrung etwas rausdrehen und problemlos Mörderpegel fahren.
cu,
Stefan