So, jetzt komme ich endlich auch dazu, meine Eindrücke zu schildern.
Auf dem Programm standen zunächst drei Setups: Meines mit der NuVero 70 plus Subwoofer (REL Stentor II) im Hörraum mit ca. 45 Quadratmeter und teilweise Akustikdecke. Ebenfalls dort im Souterrain: die NuPyramiden 717. Beides jeweils befeuert von NuPower D nebst NuConnect. Eine Etage höher im Haus standen im weitgehend offenen Wohnbereich die NuPro X-6000 bereit. Gänzlich ungeplant kamen dann auch noch meine ersten Nubert-Lautsprecher, die NuWave 3 von ca. 1995, zum Einsatz – dazu gleich noch mehr.
NuVero 70 mit Sub-Unterstützung
Über mein Stereo-Setup mit einem Paar NuVero 70 und Subwoofer-Unterstützung habe ich ja schon häufiger hier geschrieben. Der Sub läuft bis 60 Hz mit, die Mains übernehmen ab dieser Grenze, getrennt wird via NuControl sanft mit 6 dB Flankensteilheit. Moden bekämpfe ich mit einer aktiven Entzerrung via Mini-USB HD am Hörplatz. Magnus (Mysterion) hier aus dem Forum hat alles bei mir aufwändig eingemessen und eingestellt (kann ich nur empfehlen!). Am Hörplatz ist der Bass praktisch linear.
Mein Setup. Der Subwoofer steht unsichtbar hinter dem Vorhang, der mein Hörraum und Büro vom Fotostudio trennt.
Dass das alles gut geworden ist, hat mir als erstes Sebastian von der NSF bestätigt, der bereits am Vortag angereist war. Der Bass ist absolut sauber und vor allem zeitrichtig eingebunden. Man hört niemals, dass hier ein Sub spielt, alles klingt wie aus einem Guss. Ein derart sauberer Bass sorgt ganz nebenbei dafür, dass die räumliche Abbildung stabilisiert wird – da wandern keine Instrumente im Stereo-Panorama, wenn man einmal den Kopf dreht.
Allerdings war mir die Abbildung immer noch nicht hoch genug und zu wenig dreidimensional. Das hat Sebastian mit ein paar einfachen Handgriffen deutlich verbessert: Die Boxen 30 Zentimeter weiter auseinandergerückt, den Hörsessel einen halben Meter nach hinten geschoben – und schon wachsen Singstimmen deutlich in die Höhe. Verblüffend, mit welch einfachen Maßnahmen sich manchmal das Klangbild verbessern lässt! Wenn jetzt noch die virtuelle Bühne mehr Raum, mehr Tiefe gewinnen könnte …
Dass Robert und einige andere Teilnehmer meinen linearen Bass als zu schlank empfunden haben, war dank NuControl kein Problem: Mit Bass +2,5 dB gab’s dann ein hörbar fetteres Fundament, ohne dass der Bass wabbelig wurde und an Struktur verloren hat. Gerade auch wegen solcher Eingriffsmöglichkeiten liebe ich die NuControl. Gar nicht davon zu reden, wie easy es damit ist, eine wirklich harmonische Sub-/Sat-Kombi aufzubauen.
Wie gut die Sub-/Sat-Kombi bei mir funktioniert, hat auch Holger Biermann, Chefredakteur von LowBeats
https://www.lowbeats.de, bestätigt, der plötzlich als Überraschungsgast zu uns gestoßen ist. Er gehört übrigens zu der Fraktion, die den schnellen, schlanken und dennoch tiefen Bass bei mir bevorzugt hat. Und Holger Biermann hatte gleich noch eine Idee, wie ich dem Klangbild zu mehr Raum verhelfen könnte.
Was ich zudem vom mini NuDay mitgenommen habe: Auch mein Setup kann richtig Alarm machen. Hätte ich nicht gedacht, wie laut ich hier aufspielen kann, ohne dass es lästig oder gar schmerzhaft wird.
NuPyramide 717 – Teil I
Die neuen Pyramiden einmal bei mir zuhause hören – das war eine starke Triebfeder für mich, überhaupt zum mini NuDay einzuladen. Klasse, dass die NSF mitgespielt hat und die 70-Kilo-Boliden hier aufgestellt hat! Wie sich bei diesem Rundumstrahler das Klangbild völlig vom Lautsprecher löst, das hat schon was!
Wir hatten die Pyramiden etwa auf der Hälfte der Raumlänge aufgebaut. So konnte man zwischen den Lautsprechern durchgehen und Musik von allen Seiten im Raum genießen.
Bei mir im Hörraum machten die Klötze mit ihren jeweils zwei 285er-Basstreibern aber erst einmal klar, wer in Sachen Tieftonwiedergabe das Sagen hat. Jetzt war es untenrum wirklich niemanden mehr zu schlank oder zu dünn. Gut, ganz so kontrolliert und konturiert wie mein Setup haben die NuPyramiden den Bass nicht in den Raum gewuchtet. Aber hier hat ja auch kein Mini-DSP korrigierend eingegriffen.
Und die Pyramiden können laut. Richtig laut! Ein Freund meines Sohnes hat mit „Back into Consciousness“ von Spektre mein Souterrain in einen Techno-Club verwandelt. Und zwar so, dass die Hosenbeine geflattert haben und die Haare geföhnt wurden. Dabei bleib der Sound stets klar und unverzerrt, die Pyramiden schienen geradezu nach noch mehr Leistung zu betteln. Aber da war die NuPower D leider am Ende ihrer Kräfte angelangt.
Super auch, wie die Rundumstrahler das Techno-Stück gleichmäßig im ganzen Raum verteilt haben. Eigentlich müsste jeder Club damit ausgestattet werden, fließt bei den Pyramiden die Musik doch gewissermaßen um die Tänzer herum.
Aber wir waren ja zum Hören zusammengekommen. Und da haben mich die Pyramiden bei mir im Souterrain zunächst etwas enttäuscht. Klar, da war diese ungeheure räumliche Tiefe im Klangbild, die ich so mag. Das Klanggeschehen spielt sich weit hinter den Lautsprechern ab, die Pyramiden machen aus einem kleinen Zimmer eine große Konzertbühne.
Aber mir hat es im Vergleich zu meinem 70er-Setup an Ortungsschärfe gefehlt. Als ob ein dicker Nebel im Raum wabern würde, der die akustische Orientierung erschwert. Das bessert sich zwar, wenn die NuPyramiden in den Direktmodus geschaltet werden – dann fällt anderseits das Klangbild zusammen, der Hörraum schrumpft augenblicklich auf seine physikalische Größe zurück. Die Pyramiden habe ich im Vergleich als eher warm und gemütlich empfunden. Mein Setup ist dagegen von der zackigen Sorte. Aber vielleicht liegt’s ja – wie so oft – nur am Raum?
nuConnect ampX und NuWave 3
Sebastian Hennig von der NSF hatte als kleines Schmankerl ein Prototyp des neuen nuConnect ampX im Gepäck. Und so haben wir flugs noch meine NuWave 3 aus den Räumen des Sohns in den Wohnbereich geholt und auf der Vitrine ein schnuckliges Setup aufgebaut. Sebastian hat die Fähigkeiten des NuConnect ausführlich erläutert, ich fasse es mal so zusammen: Das kleine Kästchen kann etwa das, was auch die neuen NuPro-X können. Also Musik drahtlos und per Kabel entgegennehmen (inklusive Phone MC!) und mit bis zu 100 Watt verstärken. Gesteuert wird das alles bequem über die Nubert-App, inklusive Loudness, Equalizer und ATM-Funktion (um nur einige der Möglichkeiten zu nennen).
Hier haucht der NuConnect den NuWave 3 neues Leben ein.
Wie der wirklich kleine NuConnect den 25 Jahren alten NuWave 3 neues Leben eingehaucht hat, das fand ich sehr sympathisch. Und mein Sohn hätte ihn gerne gleich zusammen mit den NuWave zurück in sein Zimmer getragen.
Der NuConnect kann natürlich noch viel mehr. Was, das erläutert hier gerade Sebastian.
NuPro X-6000
Die NSF hat nicht nur mit den Pyramiden für den guten Ton bei meinem mini NuDay gesorgt, sondern auch ein Pärchen NuPro X-6000 beigesteuert. Das war mein Vorschlag, weil die NuPro-X-Serie mit einem hohen WAF aufwarten kann (wie ich finde). Da stören keine Strippen zwischen den Boxen. Ein Smartphone reicht als Zuspieler, keine „hässlichen“ Geräten, die das Wohnzimmer verschandeln (ihr wisst, was ich meine).
Und in der Tat: Die NuPro X-6000 standen jetzt drei Wochen im Übergang vom Ess- zum Wohnbereich, wo sich meine Birgit schnell mit ihnen angefreundet hat. Wenn sie nur nicht schwarz, sondern weiß gewesen wären! Dabei haben sie ansonsten perfekt in unseren Wohnraum eingefügt. Vor allem, weil es keine Kabel zwischen den X-6000 gibt, die hier schnell zur Stolperfalle geworden wären. Aber auch, weil sie sich leicht um 180 Grad drehen lassen, um anstelle des Ess- den Wohnbereich zu bespielen (und sich dabei auch die Stereokanäle tauschen lassen).
Die NuPro X-6000 fügen sich klanglich wie optisch (wenn sie nur weiß wären) super in unseren Wohnraum ein.
In den drei Wochen haben die schlanken Säulen vor allem für Hintergrundmusik gesorgt. Ein Job, den sie völlig unauffällig und souverän erledigt haben. Dafür, dass die X-6000 ein derart schmales Hemd ist, steigt ihr Bass erfreulich tief in den Keller herab. Und das, ohne zu wummern oder zu blubbern. Die Höhenwiedergabe würde ich eher als seidig einstufen und weniger als prägnant. Herausragend war für mich, wie sehr die NuPro X-6000 das Klangbild aus der Tiefe des Raums heraus aufbaut. OK, nicht so stark wie die Pyramiden aber auf alle Fälle beachtlich.
Die NuPro X-6000 können aber auch anders. Wenn mal sie nur lässt, schaffen sie problemlos in unseren rund 75 m2 großen Wohnbereich Partylevel, ohne dass es lästig wird. Kurzum: Für rund 2500 Euro bekommt man mit der NuPro X-6000 und dem Smartphone eine komplette Stereoanlage, die gut aussieht und richtig gut klingt – meint meine Frau. Da kann ich leider nicht widersprechen, wenngleich mein Herz natürlich für eine ganz andere Box schlägt:
NuPyramide 717 – Teil II
Robert und Sebastian haben es sich zum Glück nicht nehmen lassen, die NuPyramiden noch vom Souterrain in den Wohnbereich zu wuchten (nein, Robert, diese Treppe war nicht lang. Lang ist die, die in den ersten Stock führt – bei 3,8 Meter Raumhöhe). Die Elektronik haben wir allerdings unten gelassen, als Zuspieler und Verstärker musste jetzt der NuConnect mit seinen rund 100 Watt pro Kanal reichen. Auf jeden Fall genug für mehr als gehobener Zimmerlautstärke.
So lieben es die NuPyramiden 717: Nach vorne und hinten gleichermaßen Luft zum Atmen und insgesamt Raum ohne Grenzen.
Obwohl die NuPyramide im Erdgeschoss letztendlich nicht adäquat verstärkt wurde, benahm sie sich nun wie ein Hund, der von der Leine gelassen wurde. Da war es auf einmal, das Lebendige, das mir im Souterrain gefehlt hatte. Die riesigen Glasflächen und die außerordentliche Raumhöhe schienen die Pyramiden geradezu zu beflügeln. Klar, hell und trotz der vielen Kubikmeter absolut raumfüllend. Ganz gleich, ob ich auf einem Stuhl am Essplatz sitze oder gegenüber auf dem Sofa – die NuPyramiden klingt immer richtig gut. Sogar im Eingangsbereich um die Ecke war noch unmissverständlich zu hören, dass hier ein ganz außergewöhnlicher Lautsprecher spielt.
Mein Fazit
Yeah, das hat richtig Spaß gemacht. Danke an die NSF, die uns einen derart intensiven Hörgenuss beschert hat. Danke an das wackere Häuflein NuForianer, das den Weg zu mir gefunden hat – ihr wart klasse!
Was ich mitgenommen habe: Meine bescheidene Anlage aus zwei gebraucht erstandenen NuVero 70, einem Subwoofer mit 25 Jahren auf dem Buckel sowie NuPower D und NuControl klingt richtig, richtig gut. Die Investitionen in die Akustikdecke und die aktive Bassentzerrung via Mini USB HD haben sich voll gelohnt.
Der neue kleine NuConnect ist ein pfiffiger Tausendsassa, der vor allem auch ältere Boxen aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken kann. Und seine 100 Watt reichen allemal, um selbst die NuPyramiden ordentlich anzutreiben.
Die NuPro X-6000 mögen am Samstag etwas zu kurz gekommen sein, stehen jetzt bei mir aber ganz oben auf der Liste. Einfach weil sie gemessen an ihrer schlanken Statur überraschend voll und erwachsen klingen, noch bezahlbar bleiben und vor allem konsensfähig sind.
Würde ich unser Erdgeschoss alleine bewohnen, würde ich jedoch in der Tat die NuPyramiden 717 ordern (natürlich in Weiß, aber die sind sowieso schon wieder ausverkauft). Die brauchen zwar sehr, sehr viel Raum damit sie ihr Potential ausspielen können – den hätten sie ja dann.
Ich habe schon Ideen, was ich nächstes Jahr veranstalten könnte …
PS: Liebe Nubert Speaker Factory: Wie wär's mit einer konsensfähigen Pyramide? Etwa schlanker (ginge ja vielleicht mit einem Downfirign-Bass). Etwas dezenter (ohne schwarzes Kunstleder). Und natürlich "etwas" günstiger.