Vinylman hat geschrieben:Hallo, ich habe mir auch mal die Seite von TMR angesehen. Also ganz falsch finde ich den obigen Auszug nicht aus meiner eigenen Hörerfahrung. Viele Aufnahmen, die auf meinen ELACs furchtbar klangen, klingen auf den NW 85 weniger schlimm, aber gute noch besser, obwohl die Defizite stärker hervortreten.
Wenn man sich Aufnahmen auf einem Spektrum Analyzer betrachtet, wird man schnell feststellen, was unausgewogen klingen wird. Es gibt beispielsweise Aufnahmen, die in den Höhen breitbandig angehoben sind. Wenn nicht ganz linear arbeitende Lautsprecher dieses Signal wiedergeben müssen, addiert sich der Fehler: Das Quellsignal wird mit dem Abbildungsfehler des Lautsprechers nochmals angehoben. So können unausgewogene Aufnahmen auf unausgewogenen Lautsprechern noch schlimmer klingen.
Vinylman hat geschrieben:Aber andererseits weiß ich nicht, wie ernst man TMR nehmen sollte. Einerseits ist mir dieses Kabel höchst suspekt. Seltsamer Weise, wenn man bei uns im Sendesaal des SR ist und dort qualitativ höchstwertige Jazz-Liveübertragungen hört, selbst im Rundfunkbereich werden nur normale Kabel und sogar Kabeltrommeln genommen.
Weil das völlig ausreichend ist. Alles ander wäre unwirtschaftlich. Wenn man wirklich einen Kabelklang hätte, müsste sich dieser Effekt bei einer langen Reihenschaltung immer deutlicher bemerkbar machen. Da selbst Herr Nubert die Metallbrücken eines Bi-Wiring Lautsprecherterminals hintereinandergeschaltet hat (z. B. die Brücken hundertfach hintereinanderverbunden) und dabei keinen messbaren Unterschied feststellen konnte, ist das bei einem Kabel noch unwahrscheinlicher. Warum sollten Kabel ausgerechnet im HiFi-Bereich eine dermassen beinflussende Rolle haben, während sie beispielsweise in der Rundfunktechnik und Videoübertragung zwar ausreichend geschirmt sein müssen aber nicht eine dermassen signalbeeinflussende Wirkung nachgesagt wird? Es ist unmöglich das nur Kabel im HiFi-Bereich eine derart tragende Rolle spielen, denn Kabel gibt es überall von Computer bis zur Sendestation. Es wird daraus eine Wissenschaft gemacht, wo keine Wissenschaft zu finden ist.
Ich kenne die Verkabelung der Musikhochschule Stuttgart (ich habe da vor langer Zeit ein Praktikum gemacht und beispielsweise die MIDI Matrix neu programmiert, um Geräte ansteuern zu können). Wenn man einmal weiss, wieviel Meter Kabel verlegt werden müssen (als Technik kommt beispielsweise das Nexus System von Salzbrenner Stagetech zum Einsatz, mit der es möglich ist, die Mikrofonsignale aus dem Kammermusiksaal an unterschiedliche Regieräume weiterzuleiten - alles lässt sich anhand einer schaltbaren Matrix beliebig miteinander verbinden - beispielsweise das teure Yamaha Mainframe (Hallgerät) aus Regie 1 und einer anderen Regie einbinden). Ich würde jedem raten, der an Kabelklang glaubt mal in so einen Technikschrank zu schauen (lärmerzeugende Technik wird in den Maschinenraum ausgelagert, damit es im Tonstudio ruhig ist. Die Technik selbst steckt in einer Schrankkonstruktion, welche sich aufklappen lässt).
Was Herr Nubert vertritt ist absolut richtig. Das lässt sich physikalisch und technisch messbar nachweisen.
Vinylman hat geschrieben:Jedenfalls hab ich schon viele High End Ketten gehört, sogar mit optimierten Steckdosen, Sicherungen und diversen Animatoren, wo ich nur dachte "Na und jetzt?"
Absolut übertriebener Aufwand, der nicht gerechtfertigt ist. Diese HiFi-Anlage müsste besser klingen als jedes Tonstudio.
Gruss,
Jorge