Hallo Anton,
anton59 hat geschrieben:Ich möchte hier mal eine Lanze für ein Superzoom brechen...
ich verstehe dich sehr gut, besitze schließlich selber eines dieser "Suppenzoom" geschimpften Universalisten (Zuiko 18-180 an einer E510). In letzter Zeit habe ich mich jedoch mehrfach über die Begrenzungen geärgert, denen man mit so einem Objektiv (und meines soll noch zu den besseren gehören) unterworfen ist. So schwächelt der AF am Tele-Ende, weil Anfangsblende 6,3 da einfach grenzwertig ist. Zudem habe ich einige eigentlich schöne Bilder, die durch das nicht so prickelnde Bokeh (ein schönes Bokeh bedeutet, dass der unscharfe Hintergrund ganz weich hinter dem Motiv zurücktritt, bei einem weniger schönen Bokeh entwickeln sich dagegen irgendwelche Muster, die den Hintergrund störend ins Blickfeld holen) erheblich an Eindruck verlieren. Im Moment versuche ich mich deshalb mit einer "Zweilinsen-Lösung", weiß aber noch nicht, wie oft mich der Objektivwechsel zwischen "Standardzoom" und Tele am Fotografieren nachhaltig behindern wird (von der Schlepperei ganz zu schweigen). Ich verrate lieber nicht, wie oft ich dann doch "nur" die F31 mitnehme
Sicher ist es bei höheren Blenden nicht besonders lichtstark, auch ist sicher die optische Güte eines solchen Universalobjektivs nicht so toll - aber das ist doch noch um ein Vielfaches besser als die Plastiklinsen in den meisten (allen?) Superzoom-Kompaktkameras.
Ich habe bzw. hatte den Vergleich zur Fuji 6500fd, zur Panasonic FZ30 und FZ50. Letztere ist bei guten Lichtverhältnissen im Telebereich erheblich besser als das Superzoom an der Olympus, selbst wenn ich dieses
kräftig abblende.
Und all die Vorteile einer DSLR wie
- kreative Bildgestaltung (manuelle Belichtungssteuerung, manuelle Fokussierung, Arbeit mit der Tiefenschärfe)
Wenn sich eine wirklich gute Schärfe eher erst ab Blende 8 einstellen will, dann bleibt die Arbeit mit der Tiefen(un)schärfe ziemlich auf der Strecke. Und ein Objektiv mit geringerer Anfangsöffnung (5,6 und aufwärts) schränkt die manuelle Fokussierung ebenfalls ein. Mit deiner Pentax gehörst du da wohl noch zu den Glücklichen mit einem relativ großen, hellen Sucher.
- schnelle Auslösung, Serienbilder
Ok, aber sobald ein Nachführfokus nötig wird sieht die Sache etwas komplizierter aus.
- geringes Rauschen (ISO-800 möglich)
Dieser Vorteil reduziert sich durch Verwendung nicht sonderlich lichtstarker Objektive, wie es Superzooms bauartbedingt sind, ein bisschen.
Und ganz wichtig: das richtige Objektiv ist immer dabei, ggf. wechselt man mal den Filter (Polfilter etc.).
Da ich auch ziemlich kräftige Linsen vor den Augen habe, bin ich vielleicht nicht so empfindlich auf Verzeichnungen und ähnliches - aber ich halte die Superzoom-Objektive für eine tolle Erfiindung.
Ich stimme dir zu und bin auch nicht gerade der Fotograf vor dem Herrn. Verzeichnungen gehören übrigens zu den Sachen, die man ja mit Software hinbiegen kann, wenn es mal stört. Allgemeine bauartbedingte Unschärfe und Kontrastarmut und Verwacklungs-/Bewegungsunschärfen durch zu geringe Lichtstärke eines Objektives lassen sich aber kaum durch Nachbearbeitung retten.
Da haben kompakte Superzooms durchaus auch Vorteile zu bieten. Allerdings habe ich mittlerweile den Eindruck, dass Kameras mit weit geringerer Brennweite als unser Auge (bedingt durch den Winzsensor, der dieses Format bei dieser optischen Qualität erst möglich macht) irgendwie keinen so "natürlichen Bildeindruck" bieten.
Mit internetten Grüßen
Gerald Vogt