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Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?

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Blap
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?

Beitrag von Blap »

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 7 (Folge 91-105)


Folge 102 - Der Täter schickte Blumen (Deutschland 1983)

Vera Baruda (Ruth Leuwerik) schwelgt in Glücksgefühlen. Einige Jahre nach dem Tod ihres Ehegatten, hat sich die wohlhabende Frau erneut mit Haut und Haaren verliebt. Am Tag der geplanten Verlobungsfeier wird auf Alexander Rudow (Peter Bongartz) ein Mordanschlag verübt, durch die geschlossene Wohnungstür werden drei Kugeln abgefeuert, die jedoch den Taxifahrer niederstrecken der Rudow abholen sollte. Vera Baruda ist geschockt, wer könnte ihren stets zuvorkommenden und liebenswerten Partner so sehr verabscheuen, dass er ihm nach dem Leben trachtet? Derrick und Klein begleiten Rudow zu dessen Zukünftiger, dort treffen sie auf die engsten Verwandten und Freude der heiratswilligen Dame. Egal wenn die Beamten befragen, keiner der Anwesenden scheint einen guten Eindruck von Rudow zu haben, gleichwohl mangelt es an konkreten Vorwürfen. Weitere Ermittlungen fördern die Akte Rudows ans Tageslicht, ihm wurde in zwei Fällen wegen Betruges der Prozeß gemacht, Haftstrafen waren die Folge. Als Derrick und Klein die vermutlich völlig ahnungslose Vera Baruda mit der Vergangenheit Rudows konfrontieren, erleben die erfahrenen Kriminalisten eine echte Überraschung. Frau Baruda ist bestens über die Vergangenheit ihres Lebensgefährten im Bilde, steht aber trotzdem ohne Vorbehalte zu ihm...

Ruth Leuwerik spielt großartig auf! Vera Baruda ist eine echte Dame, die auch unter Druck (fast) nie die Contenance verliert. Der Wille an die neue Liebe zu glauben gibt ihr Kraft, stürzt sie aber gleichzeitig in einen Taumel, der sie zunehmend aus der Realität zu schleudern droht. Dank der vortrefflichen Leistung Leuweriks, bleibt Vera Baruda zu jeder Sekunde glaubwürdig und sympathisch, eine warmherzige Frau am Rande des Abgrunds. Peter Bongartz passt gut in die Rolle des glatten, ungreifbaren Heiratsschwindlers, vor allem fasziniert die Unklarheit seiner Motive. In Leuweriks Umfeld tummeln sich gestandene Schauspieler, Hans Quest beäugt die Gefühle seiner alten Freundin mit Eifersucht, Ernst Fritz Fürbringer bleibt als Schwiegervater Leuweriks (er spielt den Vater des verstorbenen Ehemannes) kantig und unnahbar, ein Relikt aus vergangenen Zeiten, überzeugend und punktgenau auf den Bildschirm gezaubert. Edwin Noel wird von seinem Vater (Hans Quest) nicht ernst genommen, weiss offenbar nichts mit seinem Leben anzufangen, scheitert an der Erwartungshaltung seines Erzeugers, der seinerseits -bezüglich des "schwachen" Sprößlings- bereits die Flinte ins Korn geworfen hat. Jacques Breuer sehen wir als Leuweriks Neffen, aus ihm bricht der Zorn über die neue Leidenschaft seiner Tante besonders offensiv hervor.

Oberflächlich betrachtet erscheint der erhobene Zeigefinger vor der Nase des Zuschauers, einmal Straftäter, immer Straftäter? Betrachtet man den Fall indes aufmerksam, offenbart sich hinter der Fassade der feinen Gesellschaft ein erstaunlicher Verfall von Moral, Anstand und Mitgefühl. Ein unschuldiges Opfer wird mit einem Blumenstrauß (anonymer Anruf inklusive) abgespeist, bedauerliche Fehler passieren eben. Ruth Leuwerik bildet den Gegenpol, behauptet sich standhaft gegen die auf sie einwirkende Übermacht. Zwischen "Gut und Böse" windet sich Peter Bongartz, aalglatt und Rätsel aufgebend. Mit gefällt das nachdenkliche Ende dieser Folge sehr gut, bleibt doch zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer übrig (der glücklicherweise nichts mit einem kitischigen Happy End gemein hat). Den Faden darf der Zuschauer in seiner Phantasie weiterspinnen, völlig unterschiedliche Gedankengänge sind möglich. Sicher kann man die berechtigte Frage stellen, ob "Der Täter schickte Blumen" den Betrachter plumper Manipulation aussetzt, ich kann diese Ansicht nicht teilen. Regisseur Helmuth Ashley bereitet seinem Ensemble eine angemessene Bühne, lässt Ruth Leuwerik brilliant auftrumpfen, tischt dem Zuschauer schaurig-schöne Innenansichten gehobener Wohnkultur auf. Für die musikalische Untermalung sorgt diesmal Martin Böttcher, der die Folge mit einer wunderschönen Komposition melancholisch ausklingen lässt.

7/10 (gut) 10/10 für Ruth Leuwerik!
Ich bin zwar ein Radikaler, aber mehr noch bin ich ein Lüstling! (Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance)
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?

Beitrag von rami »

Zuletzt hab ich "Super Crime Shut Up" (ab 18) geguckt.

Der Film ist angelehnt an Kickass.
Es geht darum dass dem Loser Frank (gespielt von Rainn Wilson) von einem üblem Typen namens Jacques(Kevin Bacon) seine Freundin "weggenommen" wird.

Frank der offensichtlich sein ganzes Leben schei**e gefressen hatte und dem jetzt auch noch seine Freundin (gespielt von Liv Tyler) und somit das "einzig gute" was im passiert genommen wurde, hat endlich die Schnauze voll und will zurück schlagen!

Zusammen mit der total verrückten Comicverkäuferin "Libby" (gespielt von Ellen Page) verkleiden die beiden sich als Superhelden und spüren das auf was sie so als "Böse" ansehen und gehen gegen das mit einer gehörigen Portion Gewalt vor.

Wer Gewalt nicht vertragen kann für dem ist der Film sowieso nichts.
Der Film ist am Anfang teilweise sehr Lustig ,später ändert sich das dramatisch und er wird sehr emotional/traurig und es ist so ein Film über dem man auch noch Tage später nachdenkt.
Und ich muss gestehen mir ist am Ende auch eine kleine Träne runter gekullert (glaube ich zumindest)^^.

Leute die Ellen Page gut finden (so wie ich^^) sollten sich den Film unbedingt reinziehen!

Nebenher der Soundtrack ist auch sehr gut! (Von Tyler Bates u.a)

Ich will mir den Film nächsten Monat aufjedenfall auf Blu-Ray kaufen wenn er darauf erscheint.

Kann man sich echt mal ansehen!(und den Soundtrack auch anhören)

Hier noch der Trailer:


Und hier der recht gelungene Intro vom Film:



MfG Rami
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Blap
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Beitrag von Blap »

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 7 (Folge 91-105)


Folge 103 - Die kleine Ahrens (Deutschland 1983)

Oberstudienrat Dr. Blomann (Hans Caninenberg) bereitet seiner Haushälterin Frau Reiners (Renate Grosser) Sorgen. Neuerdings schlägt sich der Lehrer die Nächte auswärts um die Ohren, kommt angetrunken nach Hause, seine Kleidung riecht nach Qualm und aufdringlichem Parfüm. Tatsächlich verbringt Blomann die Abende in einem zwielichtigen Nachtclub, vor allem die Bardame Vera (Lisa Kreuzer) scheint es ihm angetan zu haben. Der Polzei fällt Blomann auf, als er sich an einem Tatort rumtreibt. In einem leerstehenden Industriegebäude wurde ein erhängter Mann namens Bernhard Molz (Peter Chatel) aufgefunden, Blomann entzieht sich mit einer halbwegs glaubwürdigen Ausrede weiteren Fragen. Schnell können Derrick und Klein eine Verbindung zwischen Dr. Blomann und dem Mordopfer herstellen, offenbar kannten sich die Heren aus der besagten Bar, die Blomann seit einigen Tagen mit Ausdauer frequentiert. Derweil sucht der Lehrer die Räumlichkeiten einer Hilfsorganisation auf, die Lebensmittel und Medikamente nach Indien verschickt. Blomann bietet dem Leiter des Vereins Hannes Guhl (Dieter Schidor) seine ehrenamtliche Mitarbeit an. Will er damit sein schlechtes Gewissen beruhigen, versteckt sich hinter der Fassade des Bildungsbürgers ein eiskalter Killer???

Hans Caninenberg in der Rolle des Lustgreises, der sich Hals über Kopf in den dritten (und vermutlich letzten) Frühling stürzt. Was zunächst nach üblichem Klischee riecht, erweist sich im weiteren Verlauf als Finte, Caninenberg (und dem Drehbuch) gelingt diese Täuschung gekonnt. Ähnlichkeiten mit "Die Stunde der Mörder" (89) sind nicht von der Hand zu weisen, doch diesmal ist die Rolle Caninenbergs vielschichter angelegt, gleiches gilt für die Gesichte hinter "Die kleine Ahrens". Lisa Kreuzer gehört fast zur Stammbesetzung innerhalb der Reihe. Sie erweist sich dabei stets sehr wandlungsfähig, obschon ich sie hier nicht für die ideale Besetzung halte. Ein wenig mehr Sexappeal hätte der Bardame Vera gut zu Gesicht gestanden, Kreuzer erscheint mir auch "aufgedonnert" eine Spur zu bieder und seriös. Peter Chatel macht uns das Opfer, wegen akuter Spoilergefahr gehe ich nicht weiter darauf ein. Renate Grosser mutet wie ein Hausdrachen an, in ihrer Besorgnis um den geschätzten Chef verhält sie sich recht ungelenk, eine gute Leistung der kernig-kantigen Schauspielerin. Gefion Helme taucht als liebenswerte ältere Dame auf. Erneut droht die Gefahr zu viel zu verraten, ergo verzichte ich auf eine Erwähnung der übrigen Darsteller. Hans Caninenberg ist der Star dieser Folge, Schauspielkunst der Spitzenklasse. Sklave Berger darf selbstständig denken und handeln, selbstverständlich nur in einer sehr überschauren Dosis.

Das "Nachtcabaret Paradiso" sorgt für wohlige Sleaze-Atmosphäre, Zigarettengestank und nuttige Duftwässerchen kriechen fast aus der heimischen Glotze hervor. Der Zuschauer wird aufs Glatteis geführt, wenn sich der Nebel bereits nach ungefähr der Hälfte der Spielzeit weitgehend verzieht, wird der Unterhaltungswert dadurch angenehmerweise dennoch nicht beschädigt. "Die kleine Ahrens" hätte sicher Stoff für einen Spielfilm hergeben, in den knapp einstündigen Rahmen wurde jede Menge Stoff gepackt. Hektik kommt nicht auf, manch interessante Nebenfigur hätte mehr Spielzeit gut vertragen, Potenziel ist im Überfluß vorhanden. Günter Gräwert verknüpft die unterschiedlichen Schauplätze gekonnt, überdies war das starke Drehbuch (ich wiederhole mich), sicher nicht leicht mit Stil und angemesssener Tiefe in das enge Korsett von 60 Minuten zu pressen. Die Lösung zeichnet sich drohend am Horizont ab, Gewinner gibt es nicht (doch, den Rechtsstaat). Während der Abspann bereits startet, wechseln Tappert und Caninenberg noch einige Worte. Derrick schaltet das Licht aus, schliesst die Tür. Auf Musik wurde verzichtet, zurück bleibt Stille und ein (hoffentlich) nachdenklicher Zuschauer.

7,5/10 (gut bis sehr gut)

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Ferner im Player:

• Iron Man 2 (USA 2010) - Unterhaltsamer Krawall-Blockbuster, der Dank seiner starken Besetzung nicht in die völlige Belanglosigkeit stürzt. Robert Downey Jr. passt prima in die Rolle des Helden zwischen Größenwahn und Gutmensch, Mickey Rourke macht Ärger, Samuel L. Jackson taucht in einer gewollt kultigen Nebenrolle auf. Die Damen werden durch die Klappergestelle Paltrow und Johansson vertreten, nicht mein Beuteschema, ihre Darbietungen gehen aber zugegebenermaßen in Ordnung.

Die BD habe ich vor einigen Monaten für 5 Taler erstanden, zu diesem Kurs kann man sich den Stoff durchaus drücken.

6,5/10 (oberste Mittelklasse)
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Beitrag von Blap »

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 7 (Folge 91-105)


Folge 104 - Tödliches Rendezvous (Deutschland 1983)

Derrick wird Zeuge eines Bankraubes, bei dem ein junger Mann vergeblich versucht den Täter zu überwältigen. Der Bankräuber schlägt auf seinen Widersacher ein und entkommt unerkannt, der Möchtegernheld erliegt wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Auf den Taxifahrer Walter Hagemann (Peter Ehrlich) kommt ein aufregender Abend zu, denn der flüchtende Gangster erzwingt mit vorgehaltener Waffe seine Dienste. Hagemann bewahrt äusserlich Ruhe, beim Halt auf einem Waldweg gibt er dem Räuber klar zu verstehen, dass er ihn trotz Maske an seiner Stimme erkannt hat. Der Fahrer erpresst die Hälfte der Beute, mit dem Geld kann er seine finanziellen Schwierigkeiten auf einen Schlag lösen. Familie Hagemann zeigt sich zunächst wenig erfreut über den unverhofften Geldsegen, die erwachsenen Kinder Anita (Verena Peter) und Peter (Thomas Schücke) überwinden ihre Zweifel recht schnell, während Hausmütterchen Hagemann (Eva Kotthaus) ihr ungutes Gefühl nicht abstellen kann. Derrick liegt die Lösung des Falles besonders am Herzen, der Tod des mutigen Zeugen geht im nahe. Hagemanns Fahrzeug wurde gesehen, bereitwillig tischt der Taxifahrer den Beamten seine Version der Vorfälle auf. Flugs tauchen Vater Hagemann und seine Kinder in den Alltag ein, das trügerische Glück erliegt jedoch dem Vorschlaghammer, Walter Hagemann wird ermordert in seinem Wagen aufgefunden...

"Tödliches Rendezvous" bietet nicht unbedingt einen besonders packenden Fall an, diese Scharte wetzen Horst Tappert und Fritz Wepper aus, die mehrfach feine Selbstironie ins Spiel bringen dürfen. Auch wenn es gewissermaßen jedem Fan klar ist, an dieser Stelle müssen die Qualitäten von Tappert und Wepper erneut unterstrichen werden, die Herren sind großartig! Peter Ehrlich steht zunächst im Zentrum der Handlung, sein Taxibursche Hagemann legt erstaunlich viel kriminelle Energie an den Tag, die eigene Verdorbenheit wird mit Ausdauer verharmlost. Für meinen Geschmack kippen die Ansichten der Kinder etwas zu schnell, dies ist wohl der knappen Laufzeit geschuldet. Verena Peter versteckt sich als Töchterchen hinter einer naiven Maske, Thomas Schücke spielt recht hölzern, seine Darbietung wirkt hin und wieder wie abgelesen. Eva Kotthaus fungiert als moralischer Anker der Familie, kann sich aber nicht gegen ihre aus dem Ruder laufenden Schäfchen durchsetzen, übrig bleiben lediglich Tränen und tiefste Verzweiflung. Christian Berkel taucht in einer Nebenrolle auf (Hölle, war der Typ in jungen Jahren ein hässlicher Vogel! Inzwischen sieht der Mann richtig gut aus!).

Mal wieder ein Familiendrama. Mit Anlauf rennt ein zuvor vermutlich unauffälliger Durchschnittsbürger ins Verderben, zieht sein Umfeld mit in den Sumpf. Es gab schon packendere Folgen mit ähnlichem Strickmuster, wie bereits erwähnt, überspielen Horst Tappert und Fritz Wepper die mäßige Gesichte souverän. Regisseur Jürgen Goslar lässt seine Stars agieren, geschickter kann man den mittelprächtigen Plot kaum umschiffen. Frank Duval beweist oft ein feines Gespür für den richtigen Ton, hier verfehlt seine Musik das Thema mehrfach. Schade, denn die Kompositionen tönen durchaus ordentlich. Die Kameraarbeit fiel mir immer wieder positiv auf, handwerklich leistet man sich in dieser Disziplin keine Schwächen. Fazit: Herbert Reinecker hat weitaus bessere Drehbücher abgeliefert, daher ist "Tödliches Rendezvous" vor allem ein Beitrag für Fans des Ermittlerduos, Gelegenheitsglotzer sollten zu anderen Folgen greifen!

Knappe 6,5/10 (inkl. Fanbonus)

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Ausserdem im Player:

• Zärtliche Versuchung (aka "Die Abenteuer des jungen Don Juan") (Frankreich, Italien 1987) - Frankreich vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs. Roger (Fabrice Josso) verbringt die Ferien auf dem herrschaftlichen Anwesen seiner Eltern. Der junge Mann entdeckt die Lust auf das weibliche Geschlecht, als die Herren der Schöpfung bei bester Laune in den Krieg ziehen, schlägt endlich die grosse Stunde des frechen Nachwuchsstechers...

Eine ganz, ganz wundervolle Komödie mit erotischer Schlagseite, die mit herrlichem Humor auftrumpft, platte Kalauer bleiben vor der Tür. Ein sympathisches Bürschlein in der Hauptrolle, hübsche Damen um ihn herum (Serena Grandi, lechz!). Beschwingt und unverkrampft, ein prächtiger Film, tolle Darsteller, schöne Kulissen, anschauen!

Die DVD aus dem Hause CMV geht in Ordnung, leider liegt das Bild nicht anamorph vor.

7,5/10 (gut bis sehr gut + unzählige Wohlfühlpunkte)
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Beitrag von Blap »

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DVD von Optimum (Großbritannien)


Cry of the Banshee (Großbritannien 1970, Originaltitel: Cry of the Banshee)

Terror im ausklingenden Mittelalter

Lord Edward Whitman (Vincent Price) regiert den ihm untergebenen Landstrich mit kalter Härte, vor allem hat sich der "Edelmann" die Verfolgung und Vernichtung angeblicher Hexen auf sein Banner geschrieben. Eines Tages überfallen Whitman und seine Schergen die Hexe Oona (Elisabeth Bergner) und deren Anhänger, im Namen Gottes wird ein fürchterliches Blutbad angerichtet. Um Oona in besonderem Maße und mit sadistischer Freude zu demütigen, tötet Whitman die alte Frau nicht, er lässt sie mit dem Rest ihrer Gefolgschaft am Ort des Gemetzels zurück, schüttet Hohn und Spott über ihr aus. Oona verflucht den grausamen Lord, angetrieben von Hass und Rachsucht ruft sie Satan höchstpersönlich an. Tatsächlich erhört der Leibhaftige seine Dienerin, eine reissende Bestie dezimiert die Sippe Whitman ohne Gande. Lord Edward wird zunehmend von Angst und Paranoia ergriffen, die tödliche Schlinge zieht sich weiter und weiter zu...

Gordon Hessler inszenierte in der Zeit um 1969-70 mehrere Filme mit Vincent Price in der Hauptrolle. Darunter auch das hier kurz vorgestellte Werk, welches in Deutschland unter dem klangvollen Titel "Der Todesschrei der Hexen" vermarktet wurde. Wer sich für die Hammer-Steifen aus dieser Epoche interessiert, findet in dieser Produktion von AIP (American International Pictures) eine reizvolle Ergänzung. Hessler geht sicher eine Stufe ruppiger vor, als man es von Hammer, Amicus und Tigon kennt, doch die "grobe Kelle" steht der Thematik durchaus gut zu Gesicht. Die Handlung wurde im England des 16. Jahrhunderts angesiedelt, offenbar regieren noch die rohen Sitten des sich langsam verabschiedenen Mittelalters. Bereits die Titelsequenz von Terry Gilliam sorgt mit ihrer schaurig-schönen und humorigen Optik für beste Laune, stilvolle Kulissen und gute Kameraarbeit untermauern den sehr positiven Ersteindruck nachhaltig. Hessler lässt gewissermaßen alle Höllenhunde von der Leine, haut für damalige Verhältnisse mit Ausdauer und Kraft auf die Pauke. Es wird gefoltert und gemeuchelt, hier und da blitzen blanke Brüste auf, diverse Figuren schwanken zwischen vorzüglich gespieltem Wahnsinn und grotesk anmutenden Schwurbeleien. Nein, Schöngeister werden nicht bedient, greifen lieber zum wundervollen "Twins of Evil" (Draculas Hexenjagd, 1971) aus dem Hause Hammer.

"Cry of the Banshee" birgt jede Menge "Spalterpotential" in seinen fauligen Eingeweiden, bei Genrefans ist der Streifen keinesfalls unumstritten, erntet recht häufig Prügel. Hesslers barsche Gangart überträgt sich durch die Bank auf die Darsteller, sogar die Darbietung des ansonsten fast nie Frage gestellten Vincent Price sorgt in der Gemeinde für Uneinigkeit. Verdammt nochmal, was ist mit euch los? Price ist großartig! Er haut uns sein übliches (göttliches) Overacting mitten in die Fresse, erweckt den von Boshaftigkeit und Paranoia zerfressenen Landadeligen in Perfektion zum Leben! Ja, Lord Edward Whitman ist purer Abschaum, ein widerlicher und verachtungswürdiger Haufen Dreck, ich möchte Vincent Price für diese Leistung knutschen! So mancher Bösewicht erobert die Herzen der Zuschauer, von solchen Anflügen ist der hiesige Fiesling weiter entfernt als Graf Dracula vom freiwilligen Verzicht auf roten Lebenssaft. Seiner Gegenspielerin verleiht Elisabeth Bergner ein Gesicht, die ähnlich überzeichnet und irre agiert, Oonas Fratzen und Gegeifer sind ein echter Knüller! Essy Persson sehen wir als Eheweib des Lords, auch sie driftet in den Wahnsinn ab, droht gleichzeitig unter der Knute des Gatten zu zerbrechen. Carl Rigg und Stephan Chase sind als Söhne des Herrn Whitman am Start, Rigg zeigt sich eher milde, während Chase der Ekelhaftigkeit seines Erzeugers nacheifert. Hilary Heath mimt das Töchterlein des Lords, Patrick Mower den Stallburschen, Marshall Jones sehen wir als unsympathischen Geistlichen. Besondere Beachtung verdient Hugh Griffith, der ständig auf (und unter) dem Friedhof herumlungert und durchgedreht aus der Wäsche glotzt.

Hölle, was soll das verfluchte Gemecker, diese Sause bietet dem Fan eine feiste Prachtsuhle! Mit Wonne aale ich mich in kleinen Geschmacklosigkeiten, überzeichneten Charakteren, deblien Ritualen und tollen Kulissen, obendrauf gibt es ein wirklich mies ausgeführtes Ungeheuer (das aber sowieso kaum gezeigt wird). Ich liebe die kleinen Boshaftigkeiten, die Hessler uns mit Ausdauer auftischt. Beispiel gefällig? Junge Leute werden vor die Tafels des Lords gezerrt, bepöbelt und erniedrigt, schliesslich wie Vieh getötet. Will man dem Film einen Bezug zur damals aktuellen Lage der Gesellschaft zugestehen, lässt sich mühelos ein entsprechender Zusammenhang konstruieren: Friedliche und harmlose Blumenkinder tanzen in der Landschaft herum, die Staatsgewalt knüppelt sie ohne Sinn und Verstand nieder. Folglich mutieren die Hippies zu Radikalen, genauer gesagt zum Modewort der siebziger Jahre: Terroristen! Was auch immer uns der Film mitteilen will (falls überhaupt eine "Message" transportiert werden soll), mir hat "Cry of the Banshee" einen äusserst unterhaltsamen Filmabend beschert, vielen Dank dafür!

Optimum bietet das Werk in schöner Qualität an, leider gibt es lediglich einen Trailer als Zückerchen für den Fan. Wo bleibt eine Auswertung für den deutschen Markt? Der Film lief im Kino, erschien später auf Video, die Indizierung wurde bereits vor über zehn Jahren aufgehoben. Liebe Label, bitte bemüht euch um eine baldige Veröffentlichung, die der "Der Todesschrei der Hexen" redlich verdient hat!

Von meiner Seite begeisterte 8/10 (inkl. Fanbonus)

Lieblingszitat:

"Death will visit our house!"
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Beitrag von Blap »

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Teutonen Western Collection von Koch Media


Das hier kurz vorgestellte Set aus dem Hause Koch Media enthält folgende Filme:

• Die Flußpiraten vom Mississippi
• Die Goldsucher von Arkansas
• Die schwarzen Adler von Santa Fe


Zunächst ein paar Worte zu "Flußpiraten" und "Goldsucher", ich werde meine Meinung zu "Santa Fe" (und dem in der Collection enthaltenen Bonusmaterial) nachreichen.


Die Flußpiraten vom Mississippi (Deutschland, Frankreich, Italien 1963, Originaltitel: Die Flußpiraten vom Mississippi)

Kelly (Horst Frank) befehligt eine Bande mieser Räuber und Mörder, regelmäßig überfällt das Gesindel brave Bürger und Siedler. In der Nähe des Piratennestes liegt die kleine Stadt Helena, der Trapper James Lively (Hansjörg Felmy) übernimmt den dortigen Posten des Sheriffs, nachdem der alte Gesetzeshüter einer Attacke der Mordbuben zum Opfer fiel. Lively hat noch eine Rechnung mit Kelly offen, der kantige Tom Cook (Brad Harris) steht seinem Freund zur Seite. Kelly will die Indianer für seine Zwecke mißbrauchen, tatsächlich geht deren Häuptling Schwarzer Adler (Tony Kendall) dem Schurken auf den Leim...

Regisseur Jürgen Roland bringt man hauptsächlich mit Kriminalfilmen (Edgar Wallace) in Verbindung, in der späten Phase seiner Karriere arbeitete er für das Fersehen ("Tatort", "Großstadtrevier"). Doch unter deutscher Federführung entstanden in den sechziger Jahren auch Western abseits von Karl May, wie z. B. die hier kurz vorgestellten Streifen. "Die Flußpiraten vom Mississippi" geizt nicht mit schönen Landschaftsaufnahmen, die Geschichte kommt ohne Hänger aus (bietet als Sahnehäubchen eine überraschende Demaskierung), die Darsteller machen einen guten Job. Star des Films ist für mich Horst Frank, der sich herrlich fies und skrupellos geben darf, gewissermaßen in einer für ihn typischen Rolle zu sehen ist. Hansjörg Felmy in der Heldenrolle mutet zunächst ein wenig hüftsteif an, spielt sich aber schnell ins Herz des Zuschauers, Brad Harris steht im als kerniges Helferlein zur Seite. Tony Kendall sorgt als Indianerhäuptling für unfreiwillige (?) Schmunzler, die Rothäute haben den Verstand offenbar lediglich mit dem Teelöffel zu sich genommen. Karl Lieffen schleicht als geschäftstüchtiger Totengräber umher, die Damen werden von Sabine Sinjen, Dorothee Parker und Barbara Simon eine Spur zu bieder vertreten.

Fazit: Es muss nicht immer Karl May sein, die gierigen Flußpiraten sind eine sehenswerte Alternative/Ergänzung. Folglich setzt es dicke 7/10 (gut).


Die Goldsucher von Arkansas (Deutschland, Frankreich, Italien 1964, Originatitel: Die Goldsucher von Arkansas)

In Marble City will sich ein Indianer haltlos besaufen, er schleppt einen Beutel voll feister Goldnuggets mit sich herum. Sofort wird die Gier der Anwesenden geweckt, doch bevor man der Rothaut entscheidende Informationen entlocken kann, wird diese von einem anderen Indianer getötet. Freichlich kommt die Stadt nun nicht mehr zur Ruhe, Goldsucher reisen aus allen Teilen des Landes an, der zwielichtige Geschäftsmann Matt Ellis (Mario Adorf) macht sich in Marble City breit. Phil Stone (Brad Harris) plagen derweil andere Sorgen, er will den Mörder seines Vaters erwischen, der Trapper Dan McCormick (Horst Frank) greift ihm nach Kräften unter die Arme. Bald haben die Goldsucher ein Camp errichtet, die Ausbeute lässt jedoch sehr zu wünschen übrig. Vor allem wird zunehmend der Zorn der ansässigen Indianer erregt, auf deren Gebiet die von den Weißen noch unentdeckte Bonanza liegt...

"Die Goldsucher von Arkansas" ist vor allem optisch deutlich opulenter als "Die Flußpiraten vom Mississippi" angelegt, die Kulissen sind aufwendiger, die Schauplätze vielfältiger, die Action- und Massenszenen eindrucksvoller. Auf dem Regiestuhl nahm Paul Martin Platz, dessen Laufbahn bereits in den frühen dreissiger Jahren begann. Hin und wieder dürfte die Inszenierung ein wenig straffer sein, Langeweile schleicht sich trotzdem nicht ein, die Enttarnung eines Charakters fehlt ebenso wenig. Diesmal macht uns Brad Harris den Oberhelden. Ich sehe den Burschen gern, er ist sicherlich nicht der allergrößte Schauspieler, gleicht darstellerische Defizite aber durch seine sympathische Art und vollen Körpereinsatz aus. Horst Frank ist ausnahmsweise nicht als Schurke unterwegs, er bleibt als Co-Held mit tragischer Vorgesichte ein wenig blass. Alles andere als unscheinbar agiert Mario Adorf, der als niederträchtiger Ganove durch das Szenario poltert. Ralf Wolter gibt den Depp vom Dienst, Dieter Borsche orgelt den Goldsuchern die Ohren voll. Dorothee Parker gewinnt erneut den Preis für die hübscheste Dame, Olga Schoberová spielt ihr braves Schwesterlein (hm, eventuell gefällt mir Schoberová sogar besser). Die Indianer sind schon wieder nicht die hellsten Köpfe, einmal mehr sind kleine Schmunzler die Folge.

Fazit: Ja, auch die Goldsucher unterhalten sehr angenehm, obschon ich den Flußpiraten knapp den Vorzug gebe. 6,5/10 (oberste Mittelklasse)

Schon nach der Sichtung von zwei der drei im Set enthaltenen Filme, kann ich die "Teutonen Western Collection" jedem Freund gepflegter Eurowestern mit gutem Gewissen ans Herz legen. Bezüglich der Bildqualität haben die Goldsucher die Nase vorn, an den Flußpiraten gibt es aber nicht viel meckern, bei beiden Filmen zeigt der Daumen auch in dieser Disziplin nach oben. Die DVDs sind in einem schicken Digipak untergebracht, ein Schuber umhüllt das Set.
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ThomasB
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?

Beitrag von ThomasB »

Sry dass ich mir meine Zynismus nicht verkneifen kann aber gibt es irgendwen der die Derrickartikel nicht einfach überspringt?
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?

Beitrag von raw »

Habe ich soeben die Kettensäge von Blaps Adjutant aufheulen gehört?
KDR

Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?

Beitrag von KDR »

Der Herr Brand möchte anscheinend nicht alt werden :character-jason:
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Re: Welche DVD gab's zuletzt (im Player)?

Beitrag von Blap »

Die Fortsetzung der "Mega-Derrick-Sause"

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Derrick Collectors Box 7 (Folge 91-105)


Folge 105 - Lohmanns innerer Frieden (Deutschland 1983)

Alexander Lohmann (Martin Benrath) wird nach fünfzehn Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Einst wurde er wegen des Mordes an einem Juwelier verurteilt, beteuerte aber stets seine Unschuld. Damals leitete der inzwischen pensionierte Kriminalbeamte Obermann (Hannes Messemer) die Ermittlungen, der Lohmann jedoch für unschuldig hält. Obermann sucht besorgt und nachdenklich Derrick auf, dem er von seiner Vermutung berichtet, überdies den ehemals ebenfalls verdächtigten Werner Schorff (Sieghardt Rupp) erwähnt. Besagter Schorff konnte seinen Hals aus der Schlinge ziehen, seinerzeit verschaffte ihm seine jetzige Ehefrau Hanna (Christiane Krüger) ein Alibi. Derweil kommt Lohmann bei seiner Schwester Helene Reichel (Christine Ostermayer) und deren Familie unter, Lohmanns Schwager Willi (Udo Thomer) ist offenbar davon überzeugt, dass der frisch Entlassene Rache üben will. Derrick und Klein verschaffen sich einen Eindruck von Lohmann und den Eheleuten Schorff, vor allem Hanna Schorffs Reaktion auf die Nachricht von Lohmanns Haftentlassung gibt den Ermittlern zu denken. Saß Lohmann tatsächlich viele Jahre unschuldig im Knast, welche Absichten verfolgt er nun...???

Martin Benrath gelingt die überzeugende Darstellung eines gebrochenen Charakters. Ein Mann auf der Suche nach Frieden, oder doch nur eine zur Schau getragene Maske? Die Leistungen der anderen Beteiligten sind überwiegend von solider Natur, leider gewährt das Drehbuch ihnen kaum Raum zur Ambivalenz. Sieghardt Rupp ist schlicht ein abstossender und feiger Bursche, Blondchen Christiane Krüger ein in sich zusammenstürzendes Nevenbündel. Christine Ostermayer sehen wir als gutherzige Schwester der Hauptfigur, Udo Thomer zeigt uns die fiese Fratze des braven Spiessbürgers. Stephan Hoffmann eifert seinem Filmvater Thomer nach, Karina Thayenthal bewegt sich auf der Schiene ihrer Filmmutter Ostermayer. Thayenthals Darbietung mutet ab und an eine Prise zu verschrobenen an, belebt das Szenario aber letztlich. Hannes Messemer und Hans Quest begnügen sich mit kleineren Nebenrollen, die Herren tauchten bereits mehrfach in der Reihe auf, Horst Tappert und Fritz Wepper spielen ihre Rollen mit gewohnter Routine.

Ex-Häftlinge sind kein neues Thema für Derrick. In "Schubachs Rückkehr" (55) agierte Udo Vioff als eiskalter Racheteufel, Peter Kuiper verhielt sich in "Der Untermieter" (87) wie die Axt im Walde. Während Vioff und Kuiper mit Konsequenz ihre Ziele verfolgten, wird Benrath zum Spielball seines Umfelds. Die liebe Verwandtschaft drängt ihm mit geradezu ekelerregender Hysterie ihre kranken Gedanken auf, die Folgen sind bitter, erschreckend und traurig. Problematisch ist der Verzicht auf eine vielschichtige Anlage der Charaktere, dieser Verzicht lässt "Lohmanns innerer Frieden" äusserst vorhersehbar ablaufen, immerhin entschädigt die Tragik des Finales für die vorherige Einfallslosigkeit der Geschichte. So grobschlächtig angelegt die Mehrheit der Figuren anmutet, so unpassend plärrt uns immer wieder die Musik von Frank Duval die Ohren voll. In "Tödliches Rendevous" (104) wurden seine Beiträge lediglich nicht unbedingt treffsicher eingesetzt, doch in diesem Fall gefällt mir die Musik nicht, zerrt fast ein wenig an meinen Nerven. Jürgen Goslar kann mit seiner Inszenierung die Schwachpunkte des Drehbuchs nicht übertünchen, der Derrick-Fan bekommt zumindest eine kurzweilige Folge serviert, die jedoch weit hinter den Höhepunkten der Reihe zurückbleibt.

6/10 (obere Mittelklasse)


Nun wurde bereits die siebte Box vollständig gesichtet, hier meine Lieblinge aus den Folgen 91-105:

• Folge 092 - Nachts in einem fremden Haus (Helmuth Ashley)
• Folge 094 - Ein Fall für Harry (Zbyněk Brynych)
• Folge 098 - Ein unheimliches Erlebnis (Theodor Grädler)
• Folge 100 - Die Tote in der Isar (Alfred Weidenmann)
• Folge 103 - Die kleine Ahrens (Günter Gräwert)

Hinter der Spitze tummeln sich gute Folgen, dazu ein paar Beiträge aus der Kategorie "solide Standardkost". Box 7 klingt auf kleiner Flamme aus, das folgende Set hält zum Auftakt einen Paukenschlag bereit! Fortsetzung folgt...
Ich bin zwar ein Radikaler, aber mehr noch bin ich ein Lüstling! (Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance)
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