Re: Rund ums Auto
Verfasst: So 3. Mär 2019, 18:00
Ach David, ich wiederhole mich: Prüfe deine Quellenauswahl. Dieses tumbe Bildzeitungsniveau langweilt nur.
Boxen, Tontechnik und Klangphilosophie
https://nubert-forum.de/nuforum/
Für die einen sind 12,5 % (immerhin ein Achtel) Abweichung Erbsenzählerei, für die anderen spielt es eine Rolle.bezet hat geschrieben:Ich schrieb ca. 3.500 Fahrzeuge pro Tankstelle. Geschenkt. Erbenszählerei.
Und genau daran wird es scheitern. Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier. Nur mit einer Wasserstoff-Infrastruktur könnte man das alte Verhalten auf die E-Mobilität erfolgreich transformieren.bezet hat geschrieben:Man merkt, dass Du eben keine Erfahrung mit E-Autos hast. Deshalb habe ich geschrieben, das man bereit sein muss, das Nutzerverhalten umzustellen.
Als Pendler tanke ich in der Regel freitagabends, wenn ich in Chemnitz ankomme, an meiner Stammtanke (eine freie Tanke). Es kann aber auch vorkommen, dass ich in Nürnberg tanken muss, dann tanke ich auf dem Weg zur Arbeit bei Supol (ebenfalls eine freie Tanke), auch wenn es dann ein paar Cent mehr sind.bezet hat geschrieben:Echt jetzt? Du musst zu einer Tankstelle fahren, wenn Du keine Reichweite mehr hast? Dabei solltest Du unbedingt die Tageszeit beachten, um nicht der Preiswillkür der Öl-Multis ausgesetzt zu sein. Evtl. nimmst Du sogar einen Umweg in Kauf oder nutzt sogar eine Tank-App, um eine möglichst günstige Tankstelle zu finden? Und das alles nur, um sich schmutzige Finger zu holen und abgezockt zu werden? Nicht ernsthaft, oder? E-Auto-Fahrer steigen morgends in ein warmes Auto mit vollem Akku".
Nö, aber auf springerprofessional.de habe ich ein ähnliches Interview gelesen. Dazu auch ein "Einstands-Interview" vom neuen Audi-Chef.bezet hat geschrieben:Hast Du meine Links zu den Aussagen der VW-Vorstände gelesen?
Ich bin keinesfalls ein "ewig Gestriger". Ich bin Pro-E-Auto, aber eben nicht mit Batteriezellentechnik, sondern mit Brennstoffzellentechnik.bezet hat geschrieben:Und nochmals: dass ist typische Verbrenner-Argumentation. Man fährt nicht zum laden, sondern lädt dort, wo man gerade etwas zu erledigen hat (Einkaufen, Essen, Sport, bei der Arbeit...)
Wo wird es unsachlich? Ich habe nur deine 15 kWh auf 20 kWh nach oben korrigiert, weil du explizit von einem Mittelklasseauto gesprochen hast.bezet hat geschrieben:Jetzt wird es unsachlich. Ich schrieb von einem täglichen Bedarf von 15 kW, also ca. 100 km tägliche Fahrleistung, Du nimmst als Bezug das vollständige laden eines 100 kWh-Akkus! Dieser würde je nach Modell einige hundert Kilometer reichen. Ich habe schon eine Strecke angenommen, die weit über der durchschnittlichen Jahresfahrleistung in Deutschland liegt.
Ich wiederhole meine Frage: Wozu bewerben die Hersteller die Schnellladesäulen, wenn sie insgeheim befürchten, dass dann immens viele Garantieansprüche auf sie zukommen, wenn die Leute zu oft schnell laden? Und Tesla hat ja wohl nur Schnellladesäulen im Angebot.bezet hat geschrieben:Da gibt es kein "Anscheinend". Verkaufsgeschwurbel. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man den Akku langsam und nicht ständig auf 100% laden. Auch längeres unbenutztes Stehn mit einem zu 100% geladenem Akku solte man vermeiden.
Jeder Autohersteller gibt eine deutlich kleinere Akku-Kapazität an, als tatsächlich verbaut wurde, damit der Akku niemals 100% vollgeladen und niemals 0% leer entladen werden kann. Nur so kann man die maximale Ladeleistung auch anliegen haben. Würde man den Akku bis auf 100 % aufladen, dann müssten die letzten 10 % stundenlang mit niedrigem Ladestrom vor sich hingeladen werden. Und wie groß die tatsächliche Ladeleistung sein darf, hängt immer davon ab, wie viele Lithium-Ionen-Zellen parallel geschaltet werden, da sich der Ladestrom auf sämtliche Zellen aufteilt.bezet hat geschrieben:Man kann das max. Ladeverhalten exakt bestimmen. Dazu dient der von mir genannte C-Wert (ohne Einheit). C kommt aus dem Englischen für Capacity und bestimmt die Ladeleistung, mit der ein Akku geladen wird. Beim heutigen Stand der Akku-Technik gilt ein Wert von C2 (wie von mir angesetzt) als noch vertretbar, um den Akku nicht übermäßig zu stressen. Einige Hersteller gehen mit ausgeklügeltem Thermal-Management bis ca. 2,1 -2,2 hoch, aber dann wird es schon kritisch. Eigentlich sehr einfach. 75 kWh-Akku - C2 - max 150 kW Ladeleistung. Genau aus diesem Grund geht Audi z.B. beim E-tron den Weg und legt die Brutto-Kapazität des Akkus deutlich höher aus, als die tatsächlich nutzbare Netto-Kapazität, um möglichst lange eine Ladeleistung von 150 kW zu erreichen.
Porsche hat die 800 Volt bereits in Serie. Und CCS 2.0 ermöglicht sogar Ladespannungen bis 1.000 Volt. Das Thema "Isolierung" ist bereits bei 400 Volt ein Riesenthema bei der Feuerwehr. Ohne Rettungskarte trauen sich manche Bergungskräfte gar nicht mehr, die Spreizschere anzusetzen.bezet hat geschrieben:Physik kann man nicht überlisten. Die kommende 800V-Technik ändert daran nichts, sondern ermöglicht lediglich geringere Leitungsquerschnitte an den Ladesäulen und im Auto. dabei wird als Nachteil in Kauf genommen, das die bisherigen Isolierungen nicht ausreichen und deutlich dicker ausgelegt werden müssen.
Zum Porsche-Spielzeug sage ich lieber mal nix. Hätten sie mal lieber einen Porsche mit Brennstoffzelle entwickelt...bezet hat geschrieben:Porsche hat bei der Vorstellung des Mission E vollmundig 350 kW Ladeleistung angekündigt. Geblieben sind davon beim Tycan anscheinend 250 kW. Was man so liest, soll er je nach Modell um die 100 kWh-Akkus bekommen. 100 kWh-Akku - C2 - 200 kW Ladeleistung. Mag sein, das Porsche es mit entsprechender Technik geschafft hat, C2,5 zu realisieren, man wird sehen. Nur am Rande: Da es bisher nahezu keine 800V-ladestationen gibt, ist im Tycan ein Umwandler auf 400V mit 50 kW Leistung verbaut. Super. Da kauft sich jemand ein HighTech Spielzeug, das theoretisch mit 250 kW Laden kann und steht dann mangels Infrastruktur an einer 50 kW CCS-Säule. Die von Porsche ursprünglich genannten 350 kW Ladeleistung wären nach heutigem Stand der Technik nur mit einem 175 kWh-Akku zu realisieren (C2!!!), oder Porsche kalkuliert gleich in den Kaufpreis mit ein, dem Kunden jedes Jahr einen neuen Akku auf Garantie einzubauen...![]()
Gesamt Norwegen hat weniger Einwohner als Berlin und Hamburg zusammen (Oslo ist mit 670.000 Einwohner nur unwesentlich größer als Nürnberg)! Das kannst du jetzt wirklich nicht auf wirkliche Großstädte wie Hamburg, Berlin oder München hochrechnen.bezet hat geschrieben:Ich dachte, wir reden von Großstädten? Auf einmal wird wieder das flache Land herangezogen? Ich habe das Beispiel Oslo als Großstadt angeführt, ok?
Wie soll ein E-Motor mit einem Wirkungsgrad von 90-95 % in Zukunft noch effizienter werden? Die 15 kWh / 100 km werden wir in einem Mittelklassewagen nie erreichen, es sei denn, man baut nur nur "Zwergen-Akkus" ein, um die Masse auf unter 1.500 kg zu bekommen oder man führt auf Landstraßen ein Tempolimit von 80 und auf Autobahnen eines von 120 km/h ein.bezet hat geschrieben:Nein, wir bleiben bei 15 kW Verbrauch. 1. schrieb ich von "ferner Zukunft", die Technik wird effizienter. 2. Gehe ich in meinem Beispiel von einem typischen Wohnungsmieter aus, der ein Mittelklasse-Auto fährt. Ist das bei dir jemand, der einen Tesla Model X zum Preis von 175.000 € fährt? Dann herzlichen Glückwunsch. Tesla dürfte sich freuen, wenn ihre Luxusautos plötzlich zu Volumenmodellen werden...![]()
In Dänemark vielleicht? Der ADAC hat die Werksangaben aller E-Autohersteller auf deutschen Straßen nie erreicht.bezet hat geschrieben:Die heute bereits käuflichen Mittelklasse-Modelle von KIA, Hyundai u.s.w. sind im täglichen Betrieb mit 15 kW und darunter zu bewegen. Wieder ein Unterschied zum Verbrenner. Bei dem geht der Verbrauch in der Stadt hoch, beim E-Auto sinkt er. Der KIA eNiro ist mit einer innerstädtischen Reichweite von 615 km angegeben und das mit einem 64 kWh-Akku. Lass im realen Betrieb 500 km übrig bleiben, dann sind die genannten Annahmen absolut realistisch.
Du willst die Vermieter also per Gesetz zwingen? Ich weiß nicht, ob das grundgesetzkonform ist. Einerseits heißt es zwar "Eigentum verpflichtet", auf der anderen Seite würde das nur dann widerspruchslos funktionieren, wenn die Vermieter vom Staat eine ordentliche Aufwandsentschädigung bekommen, sonst würden sie es auf die Miete aufschlagen und die Mietpreisblase würde sich in deutschen Großstädten noch schneller aufblähen.bezet hat geschrieben:Das wird eine Entwicklung sein, die auch Vermieter-Ignoranten nicht aufhalten können. Schau in die aktuelle Politik. Über kurz oder lang werden Änderungen in der Kfz-Besteuerung kommen. Der Ruf nach Korrektur der Diesel-Steuer wird immer lauter. Diese Steuer wird steigen, jede Wette, gleichzeitig wird der Umstieg auf die E-Mobilität von den Herstellern und vom Staat immer mehr "erzwungen". Dass das Laden in den Innenstädten schwierig ist, haben vor uns schon ein paar andere bemerkt. Eine Gesetzesänderung, mit der Vermieter verpflichtet werden können, für ihre Mietwohnungen einen Ladeanschluss anzubieten, ist naheliegend. Und das meine ich völlig wertfrei. Mir geht es nur um die Betrachtung der aktuellen Entwicklung.
Als Ingenieur habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sehr wohl Fälle von "geht nicht" gibt, auch wenn die Chefs das nicht hören wollen.bezet hat geschrieben:Geht nicht, gibts nicht. Wir weden es sehen.
Alle sind gleich, aber manche sind gleicher.David 09 hat geschrieben:Das tut mir sehr leid, dass ich dich nicht begeistern kann, jetzt gebe ich mir so viel Mühe, die Vorteile der autofreien Stadt Berlin zu verstehen.![]()
Im übrigen, mir ist es scheiß egal, ob eine Stadt autofrei sein soll oder nicht...es muss nur für alle gleich gelten
Dann habe ich das wohl überlesen, sorry!dimitri hat geschrieben:Die vom ADAC gemessenen Werte beinhalten bereits die Ladeverluste.
Und schon bei orwell gab es „Schweine“, die was besseres darstellen wolltenAlle sind gleich, aber manche sind gleicher.