Hallo
Also der AW 1000 hat ja das Peerless Xls Chassis drin, jetzt würde mich interessieren, in wie weit sich das Chassis des AW 1000 von dem Peerless Xls 12CW unterscheidet! Aber bitte genau und ausführlich, wenns geht!
Also das Xls12cw ist echt ein Super Chassis, mit dem man auch tolle Abstimmungen fürs Heimkino hinbekommt, hab es natürlich zuhause schon getestet und bin mir sicher, dass ich mit dem Subwoofermodul, das Sie - so wie ich sehe - in leicht veränderter Form verwenden, das Detonation 110MK2, einen tollen Sub bauen könnte, der mit dem AW 1000 fast gleich zieht!
Das heißt nicht, dass ich den AW1000 nicht gut oder teuer finde, ich find ihn sogar ausserordentlich preisgünstig für das Gebotene!
Wir haben zu Hause den 900er und werden den 1000 noch testen!
mfg Jürgen
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***Antwort von Günther Nubert, 20 Uhr 30.
Hallo Jürgen,
da haben Sie sich ja was vorgenommen!!
Unsere Version des 12 Zoll-Peerless-Longstroke-Chassis hat exakt die gleichen Änderungen, die ich
3 Einträge weiter vorne für die Unterschiede beim 10-Zoll-Chassis beschrieben habe.
Unser Chassis hat einen Gleichstrom-Widerstand von 2 Ohm (Impedanz-Minimum im eingebauten Zustand knapp 2.5 Ohm) und zieht aus dem Verstärker doppelt so viel Musikleistung raus wie das Basis-Chassis. - Natürlich muss der zugehörige Verstärker diese 2 Ohm auch problemlos verkraften!
Vielleicht probieren Sie das Basis-Chassis (möglichst
vor Beginn Ihres Selbstbau-Projektes) mal
bei höheren Leistungen aus, um sich unnötige Arbeit und unnötige Investitionen zu ersparen.
Das Chassis funktioniert in einem geschlossenen Gehäuse ganz gut, dann bekommen Sie aber nur max. 1/4 der Leistung raus, die Sie mit einem gut gemachten Bassreflex-System erzielen können.
Wenn Sie das Basis-Chassis aber mit etwa 100 Watt "laden", bekommen Sie je nach Musik-Material alle Paar Sekunden einen "Knall" vom Durchschlagen der Membran und Schwingspulen-Träger zu hören, der nicht weit weg vom
Sound eines Schmieds ist, der gerade ein Hufeisen am Amboss verformt.
Besonders oft hält das Chassis sowas auch nicht aus, weil sich der untere Rand des Schwingspulen-Trägers dann "umbördelt" und im Luftspalt zu kratzen anfängt.
Zur Detonation-Endstufe:
Die Basis der Endstufen-Platine ist recht ähnlich. Unser Power-Block "SM-300" hat aber einige (wie ich meine, sehr wichtige) Unterschiede:
1. Bei kleinen Lautstärken hat die Detonation ein "prasselndes Verzerrungs-Geräusch", das man
sogar dann noch hört, wenn die Satelliten mitlaufen.
2. Der ganze Verstärker hat einen deutlich schlechteren Brumm-Abstand, weil (unglücklicherweise) die Endstufen-Platine um 180 Grad gedreht eingebaut ist, so dass der Trafo leider
genau neben dem (Brumm-empfindlichen) Eingangs-Teil der Platine liegt.
3. Die Softclipping-Schaltung ist (meiner Meinung) ziemlich unangenehm und nicht abschaltbar; - in der hörbaren Wirkung keinesfalls vergleichbar mit der des SM-300.
3. Die Schutzschaltung ist so ausgelegt, dass sie bei Bass-Impulsen gelegentlich das Relais abschaltet und so Unterbrechungen in der Musik auftreten.
4. Die Fernbedienung wirkt nur auf Volume, statt auf Volume und Frequency.
5. Die schaltbare "Bass-Boost-Entzerrung" passt nicht richtig zum Peerless XLS.
5. Der Line Out - Ausgang hängt
passiv als 6-db-Filter direkt am Line In, und hat einen Frequenzgang, der stark vom Abschluss-Widerstand abhängig ist. (Der SM-300 hat schaltbare, (40 und 80 Hz) Operationsverstärker-gepufferte, Last-unabhängige 12 dB-Filter.
6. Das Spannungs-Niveau, mit dem die Endstufe betrieben wird, hat eine niedrigere Betriebsspannung. An 4 Ohm ist der Aushangsleistungs-Unterschied etwa 25 %. - Zusammen mit der 2-Ohm-Fähigkeit des SM-300 ergibt sich ein sehr deutlicher Unterschied in der Ausgangsleistung.
So niedrige Strömungs-Geräusche, wie sie AW-900 oder AW-1000 haben, könnten Sie auf Anhieb
nur dann erzielen, wenn Sie den AW-900 auseinander nehmen und Punkt für Punkt (mit all den Strömungs-optimierten Innen-Verstrebungen) kopieren.
Ich glaube kaum, dass Sie einen Schreiner finden, der solch ein Gehäuse bei vergleichbarer Verarbeitungs-Qualität für unter 250 oder 300 Euro macht.
Ich wollte Sie nicht abschrecken, sondern nur aufzählen, wodurch sich ein (wenn auch ambitionierter) Selbstbau von einem "ziemlich gut durchkonstruierten" Woofer unterscheidet.
Gruß, G. Nubert