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Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 14:41
von HaiTauR
Hallo zusammen,

ich habe mich gerade hier im Forum angemeldet und möchte mich Euch gerne vorstellen und meine Eindrücke zur nuBox 101 mit der nuBase38 schildern. Vielleicht sucht ja außer mir noch jemand was Kleines für den Schreibtisch. Ob die 101 da für mich die richtige Wahl waren? Wer nur an meinem Testbricht interessiert ist, scrollt bitte gleich zur vorletzten Überschrift.

Inhaltsverzeichnis:
- Zunächst also etwas zu mir
- Mein Weg zu Nubert
- Die Bestellung
- Die nuBox 101 – mein Testbericht
- Fazit

Zunächst also etwas zu mir:
Geboren wurde ich 1982 im hohen Norden. Schon in meiner Kindheit war ich begeistert von Musik und der Technik die sie wiedergibt. Ich hatte einen Plattenspieler (Mono), später einen Radiorecorder und 1993 meine erste Kompaktanlage.
Bis heute habe ich einige HiFi-Geräte und Lautsprecher besessen und war auch mal für kurze Zeit als HiFi-Fachberater tätig. Dadurch hatte ich die Möglichkeit so einiges Probezuhören was sich am Markt befindet. An dieser Stelle möchte ich meiner Frau danken, die die ständigen Geräte und Boxenwechsel in unserer Wohnung immer gelassen akzeptiert und inzwischen auch nicht mehr auf gute Musikwiedergabe verzichten mag.
Mein Musikgeschmack lässt sich kaum eingrenzen, Rock, Elektro, Pop, Klassik... ich kann fast jeder Musikrichtung etwas abgewinnen, mit Ausnahme von Latino- und Volksmusik.

Mein Weg zu Nubert:
Ich zähl hier nur kurz die Hauptetappen auf.
Zunächst gefiel mir die englische warme Abstimmung von Lautsprechern, also kaufte ich mir englische Lautsprecher eines sehr bekannten Herstellers. Man soll ja hier keine Namen nennen, deshalb werde ich das nicht präzisieren.
Nach einer Zeit fehlten mir aber die Details in der Musikwiedergabe und nach einem Livekonzert wollte ich auch zu Hause die brachiale Direktheit von Livekonzerten erleben. Also mussten horngeladene Boxen eines großen amerikanischen Herstellers her.
Mit denen war ich wieder eine ganze Zeit lang zufrieden, bis ich mir eine CD kaufte von einem unplugged Livekonzert der Band ASP. Der Sänger kam so kreischend aus den Hörnern das mir die Ohren schmerzten. Erst eine Absenkung der Mitten bei 1-2 khz um ganze 10 db ließen das Klangbild halbwegs natürlich wirken und machten die Aufnahme erträglich.
Aber es lag nicht an der Aufnahme, denn auf anderen Lautsprechern klang sie gut, es lag tatsächlich an der Abstimmung der Hörner. Oh Schreck und weg damit... :-)
Dann besuchte ich einen Freund im Schwarzwald und bekam dort richtig schön analytischen Sound auf die Ohren. Nein, es waren keine Nubertlautsprecher aber für mich war danach klar, das es nun Studiomonitore sein mussten. Mit denen bin ich bis heute zufrieden und sie bleiben im Wohnzimmer.

Warum nun also Nubert?
Nach einem Umzug in eine neue Wohnung wollte ich auch in meinem neuen PC Raum am Schreibtisch Musik genießen können. Auf dem Schreibtisch ist Platz für maximal 15cm breite Lautsprecher. Also den Markt durchforstet was es denn da so gibt. Von der Firma Nubert hatte ich schon gelesen und war auch auf der Homepage. Das man die Lautsprecher aber hier im Norden nirgendwo Probehören kann und niemand im Bekanntenkreis welche hat, hielt mich bisher von Kauf ab, trotz Rückgaberecht.

Die Bestellung:
Die Philosophie „ehrliche Lautsprecher“ bauen zu wollen gefiel mir auf Anhieb, ein HiFi-Hersteller der Monitore verspricht. Aber 139 Euro (schwarz/schwarz) das Stück für so kleine Lautsprecher? Galt nicht immer „Membranfläche ist durch nichts zu ersetzen, außer noch mehr Membranfläche“? Was sollen die schon besser können als die gehörten Konkurrenzprodukte dieser Größe und Preisklasse, die mich so gar nicht überzeugen konnten? Die Physik wird die Grenzen des machbaren vorgeben, war ich mir sicher.
Im Auszug der Stereoplay 9/2009 auf der Homepage war dann ein Frequenzdiagramm dargestellt. Wow, nicht schlecht! Dann habe ich noch das ausführliche Dokument „Technik satt“ durchgearbeitet und die Videos auf der Homepage angesehen. Sympathisch dieser Herr Nubert und sein Team und die Leidenschaft mit der er da entwickelt.
Also die Hotline angerufen, wie schnell denn geliefert werden kann. Einen Tag später hielt ich das Paket mit den Nuböxles in den Händen. Unglaublich! Die nuBase 38 kamen dann einen Tag später an.

Die nuBox 101 – mein Testbericht:
Was haben wir denn da? Neben den Boxen befand sich eine Anleitung, einfache Lautsprecherkabel (keine Selbstverständlichkeit, das die dabei sind), Gummifüße (auch keine Selbstverständlichkeit), und... NUBI mit im Karton. Das Maskottchen finde ich eine wirklich gelungene Idee von Nubert um die Kunden zusätzlich zum eigentlichen Produkt zu erfreuen.
Die äußere Verarbeitung der Lautsprecher ist tadellos und die klavierlackschwarze Front sieht sehr edel aus.
Nachdem die Lautsprecher auf Raumtemperatur waren, habe ich sie mit dickeren Kabeln an meinen Yamaha RX-V471 angeschlossen, den linearen „Direct“ Modus aktiviert, der die Klangprozessoren umgeht, und mit dem Probehören begonnen.

Der erste Höreindruck? Ehrlich gesagt war ich im ersten Moment entsetzt. Die Musik klang so..., wie soll ich das beschreiben... abgehackt... Waren die Töne sonst nicht irgendwie „länger“? Hmm, nee die packst du mal gleich wieder ein und schickst an Nubert zurück, dachte ich mir.
Aber dann verstand ich! Die Nubox kürzte die Tonlänge nicht, sie hat einfach nur ein unglaublich knackiges Impulsverhalten. Ob es am kleinen 11,5cm Bass, oder an der aufwändigen Weiche liegt? Auf jeden Fall gibt es kein hörbares Nachschwingen der Membranen. Ok, dann lass ich mich doch mal auf diesen ungewohnten Sound ein und gebe ihr noch eine Chance.

Der zweite Höreindruck: Dann zeig mal was du kannst!
1. Lied: Sterne, Künstler: Der W, CD: Autonomie
Die Akustikgitarre kommt klar und sauber aus den Lautsprechern, jedes Anschlagen der Seiten ist deutlich zu hören, die Stimme von Stephan Weidner wird mit allen Details wiedergegeben. Und was mir auffällt: Die Lautsprecher dröhnen nicht! Und das trotz rückwärtigem Bassreflexkanal, der die Aufstellung oft schwierig macht.
Dadurch wirkt das Schlagzeug nochmal deutlich knackiger, es hallt nicht nach, jeder Anschlag kommt ganz präzise an. Auch höhere Lautstärken bereiten keine Probleme. Erst bei annähernd Partypegeln ist Schluß und klingt dann gepresst. Die Sicherungen geben mir aber die Sicherheit, das die Boxen sich bei Überlast abschalten. Schöne Sache und für große Räume und Partykeller ist die 101 sicherlich nicht gedacht!
Ich beginne gefallen an dem Impulsverhalten und der Pegelfestigkeit der Kleinen zu finden, ein erstes Lächeln steht in meinem Gesicht.

Meine Frau kommt in den Raum als ich gerade das nächste Lied abspiele.
2. Lied: Video Games (Radio Edit), Künstler: Lana del Rey, CD: Video Games
Lana fängt an zu singen. Ich schließe die Augen. Stehen da wirklich diese winzigen Nuböxles vor mir? Die Stimme klingt voll, kein bisschen dünn, wie man es bei der Lautsprechergröße erwarten könnte. Meine Frau setzt sich an meinen Platz und ihr Kommentar drückt es besser aus als ich es könnte: „Als ob sie hier genau vor mir steht und singt“ Fantastisch, wir beide haben eine Gänsehaut bekommen! Toller Bühnenaufbau hier im kleinen Stereodreieck meines Schreibtisches. Mit den nachgelieferten nuBase 38 Lautsprecher Sockeln hat sich dieser Eindruck später nochmals zum Vortag verbessert. Auch Deep Purples „Child in time“ bestätigt dies. Die knapp 20 Euro extra lohnen sich bei der Aufstellung auf dem Schreibtisch, wenn man keine Wandhalterungen anbringen will.

3. Lied: Wonderful Life, Künstler: Hurts, CD: Happiness
Die Hochtöner zeigen was sie können, die Hi-hat im Stück ist präzise, kein wildes zischeln, sie stehen meinen Monitoren in nichts nach und ich frage mich wozu es hinten einen Umschalter von neutral auf brillant gibt. Mir jedenfalls reicht die Einstellung neutral vollkommen. Das Klangbild ist schön detailreich, präzise aber nie schrill in den Höhen. Exzellente kleine Monitore denke ich bei mir, bis mir wieder bewusst wird, dass es sich hier um HiFi- und nicht um Studiotechnik handelt. Und trotzdem: Exzellente kleine Monitore :-)
Auch der Bass der Kleinen ist nicht schlecht. Klar, hier setzt die Physik den 11,5cm Bässchen schon viel deutlichere Grenzen. Dabei wirkt der Kickbass nie aufgebläht, oder künstlich angedickt, sondern straff, knackig, schnell, trocken. Das kommt bei diesem Lied (und vielen weiteren danach) gut zur Geltung.

Ist ein Subwoofer nötig? Ja, für Tiefbass sind sie doch zu klein, unterhalb vom Kickbass passiert nicht mehr viel. Auch Nubert kann die physikalischen Gesetze nicht brechen. Bei Klassik, z.B. Friedrich Smetana – Die Moldau fehlt dann eben noch einiges untenrum.

Ich lasse die Lautsprecher nun vom YPAO-System des Yamaha einmessen, anschließend schaue ich mir das Ergebnis an. Das Gerät möchte bei 100Hz zum Subwoofer trennen. Ich übernehme die Einstellung vorerst.
Später stellt sich für mich 90Hz als ideale Übergangsfrequenz heraus. Darunter fallen die nuböxle 101 doch deutlich hörbar ab.
Ein Subwoofer macht also wirklich Sinn, wichtig ist aber, das er mit der hohen Impulstreue der 101wenigstens etwas mithalten kann, sonst verliert das gesamte Klangbild an Präzision.

Danach ging es noch mit etlichen Liedern weiter, den üblichen Verdächtigen von Dire Straits über Eric Clapton, Heather Nova, aber ich will es hier auch nicht unnötig in die Länge ziehen. Denn im wesentlichen habe ich alles geschrieben.
Ach eins noch: Ohne Stoffabdeckung bieten die 101 eine bessere Auflösung. Obwohl es sich um Akustikstoff handelt, dämmt er halt doch ein wenig. Aber wozu hab ich auch die Klavierlackausführung für 10 Euro mehr pro Stück bestellt, wenn die Abdeckung dann drauf bleibt?

Fazit:
Das ist also Nuberts Einstiegsböxchen? Hut ab! Was da wohl erst die Großen können? Mich jedenfalls haben die Nuböxle inzwischen voll überzeugen können. Perfekt für meinen Schreibtisch zusammen mit der nuBase 38. Die Nubis kommen meiner Ansicht nach sogar als kleine passive Studiomonitore in Frage, Kompressionsartefakte von mp3s werden z.B. schonungslos offenbart, wunderbar analytisch.
Die NuBox 101 zählt, natürlich immer unter der Berücksichtigung ihrer Größe und Preisklasse, mit zum Besten was ich bisher hören durfte.
Ich bin froh, dass bei Nubert die Aussage „ehrliche Lautsprecher“ kein Marketinggequatsche ist, sondern genau das schon beim kleinsten Vertreter geliefert wird.

Schöne Grüße aus dem hohen Norden,
HaiTauR
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Re: Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 14:52
von tf11972
:text-welcomeconfetti:

Wow, ein toller Bericht zum Einstand im Forum!

Die 101 waren auch meine ersten Nuberts, und wie du habe ich sie ebenfalls am PC betrieben. Ab dann ließ mich der nuVirus nicht mehr los.

Probier sie auch einmal im Wohnzimmer, da kommen sie noch besser zur Geltung.

Viele Grüße aus dem Süden
Thomas

Re: Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 14:54
von DonFlamm
:text-welcomewave:

Echt klasse Bericht!

Weiterhin viel Freude mit deinen Böxlis 8)

Re: Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 15:50
von flo5
Hallo HaiTauR,
herzlich willkommen hier im Forum. :greetings-waveyellow:
Sehr schöner Testbericht.:text-thankyouyellow: :text-goodpost:
Die 101 ist gemessen an Größe und Preis sagenhaft; die 311 bietet für einen Miniaufpreis nochmal mehr.
Viel Spaß hier und schönen Gruß
Flo

Re: Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 15:55
von TasteOfMyCheese
Auch von mir ein herzliches Willkommen im NuForum!
Schön zu wissen, das es auch Leute gibt, die so gute Berichte schreiben können!
Ich wünsche dir noch viel Spaß mit den Böxlis, vielleicht bekommen sie ja mal noch große Geschwister ;).

Grüße
Berti

Re: Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 16:05
von arin Fu
Von mir auch ein herzliches Willkommen!!

Wirklich ein schöner Bericht. Da wird einem sicher nicht langweilig beim Lesen ;)

Und ich bin mir sicher das die nubox101 nicht deine letzten Nubert-LS sind :)



Viel Spaß hier im Forum!


Gruß Benny

Re: Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 16:38
von robsen
Wie goldig ... mit Inhaltsverzeichnis!

Na dann, viel Spass hier im Forum.

Gruss, Robert

Re: Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 17:13
von KDR
Super Vorstellung und Schreibtalent haste auch ,

BITTE MEHR DAVON :!:

gruß

klaus

Re: Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 17:20
von highendmicha
:text-+1:
Tolle Vorstellung und Bericht!!
Freue mich schon jetzt auf deine nächsten Nubertboxen + Bericht! :text-bravo:
:text-welcomewave: :text-welcomeconfetti:
Dann wünsche ich dir viel spaß hier.
Liebe grüße micha

Re: Neues Forenmitglied stellt sich vor - mit Test nuBox 101

Verfasst: Do 5. Apr 2012, 17:48
von aaof
Schöner Bericht!

In den Kleinen stecken eben alle Gene die es braucht, um genussvoll Musik hören zu können. Ich habe sie erst am WE gegen ein Paar kleine He.. ausgetauscht und der Unterschied war frappierend.

Gruß

aaof