Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: So 25. Sep 2022, 20:48
von Sven1984
Hallo,
mit ist zuletzt im Vergleich mit einem Kopfhörerer Beyerdynamic DT 880 (über FiiO E10K) aufgefallen, dass mit den Aktivlautsprechern SP-200 (Coaxial über FiiO E10K) und meinen älteren A-100 (über USB) einige Töne/Passagen in Songs bei meinem normalen Sitzabstand nicht hörbar sind. Dies ist auch der Fall, wenn ich den Pegel etwas lauter stelle als normal. Hier drei Beispiele, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind:
David Bowie: Space Oddity (Remaster 1999)
Mit dem KH sind von Anfang an Töne hörbar. Bei den LS herrscht in den ersten 15s (!) - Stille. Wenn ich ein Ohr an den LS halte, kann erahnen, dass dort etwas ist, kann aber leider nichts bei normalem Hörabstand hören.
Lukas Graham: 7 Years
Am Anfang des Songs wird ein Filmprojektor gestartet, welcher am Ende des Songs ausläuft. Mit dem KH ist das Rattern deutlich zu hören. Mit den LS leider nicht. [Wird der Song im Radio gespielt höre ich das mit dem Küchenradio oder Radiowecker aber auch nicht; keine Ahnung ob ein anderer Mix im Radio gespeilt wird oder ob es an den noch schlechteren LS in diesen Geräten liegt.]
Emmelie de Forest: Rainmaker
Am Ende prasselt mir mit dem KH der Regen um die Ohren. Mit den LS nur zu erahnen und bei Weitem nicht so spektakulär.
Mir kommen diese Töne/Passagen mit den Kopfhörern gar nicht mal so leise vor. Daher wundere ich mich über die Unterschiede, die mich schon ein bischen stören.
Könnt ihr mir sagen warum das so ist und ob andere LS das vielleicht besser können?
Lohnt ein Umstieg auf z.B. nuPro XS-3000 RC oder auf Passiv-Technik?
Danke & Gruß
Sven
Re: Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: So 25. Sep 2022, 21:58
von Carolite
Hallo Sven,
interessante Beobachtungen von dir. Also habe mal eben spontan die Bsp. angespielt über Spotify und meine Budget-Kette mit ebenfalls einem FiiO DAC(siehe Sig.) in abendlich verträglicher Lautstärke. Beim Bowie kann ich auf dem Hörplatz ab Sek. 6 die anschwellende Gitarre wahrnehmen und beim Graham ist das Geräusch zwar vernehmbar aber nun auch nicht sonderlich vordergründig im Ausklang, gleiches gilt auch für den Rainmaker - hier klingt es gefühlt eher nach einem Schallplattenrauschen. Vielleicht bringt dich diese Einschätzung weiter und evtl. machen noch andere das Experiment
Re: Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: So 25. Sep 2022, 22:58
von Hänri
Bei Spotify kann ich über meinen ampX und den nuBoxx B-40 bei Bowie direkt ab Beginn was hören und den Filmprojektor bei Graham höre ich sowohl am Anfang als auch am Ende. Den Regen bei de Forest höre ich ebenfalls, kommt mir aber eher wie ein Rauschen vor.
Re: Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: So 25. Sep 2022, 23:03
von Zweck0r
Sven1984 hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 20:48kann aber leider nichts bei normalem Hörabstand hören.
In einem "normalen Wohnraum" geht vieles im Hallbrei unter. Da helfen nur raumakustische Maßnahmen, oder möglichst kleine Hörabstände.
Re: Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: So 25. Sep 2022, 23:08
von Indianer
Servus,
die Gitarre ist bei mir ab der ersten Sekunde sehr klar da, ist aber nur auf dem rechten Kanal ...
auch das auslaufende Tackern auf den letzten fünf Sekunden ist ganz klar ...
und den Regen finde ich zwar nicht brillant, eher wie von verrauschtem Vinyl, wie Carolite schon sagte, aber unüberhörbar ...
Sven1984 hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 20:48
gar nicht mal so leise
ja, den Gedanken hatte ich auch
PS: alles von Spotify am Notebook über USB auf Topping MX5 und nuBoxx B-60
Re: Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: Mo 26. Sep 2022, 09:40
von Sven1984
Danke schon mal für eure Versuche. Ihr habt ja doch vielfältiges Equipment verwendet und vermeldet recht unterschiedliche Eindrücke. Die Berichte von @Hänri und @Indianer scheinen meiner Wahrnehmung mit KH am nächsten zu kommen.
Wie eingangs geschrieben sind mir diese Musikstücke in Erinnerung geblieben. Es gibt aber durchaus noch mehr Beispiele. Für Regen bzw. Gewitter gibt es noch einen anderen Song (habe den Titel gerade nicht parat), bei dem Donner mit den LS nicht besonsers spektakulärer klingt.
Die A-100 habe ich für den Schreibtisch. Sie werden daher für kleine Hörabstände verwendet.
Zweck0r hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 23:03In einem "normalen Wohnraum" geht vieles im Hallbrei unter. Da helfen nur raumakustische Maßnahmen, oder möglichst kleine Hörabstände.
Auch wenn ich höhere Pegel teste als ich normalerweise verwende, ich wie bei den A-100 schon recht nah dran bin und die Umgebung ansonsten ruhig ist?
Mir geht es aktuell darum herauszufinden, ob es am Raum, der Abspielkette oder den LS selbst liegt. Ich experimentiere heute nachmittag nochmal weiter ...
Re: Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: Mo 26. Sep 2022, 12:56
von Indianer
Sven1984 hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 09:40
Mir geht es aktuell darum herauszufinden, ob es am Raum, der Abspielkette oder den LS selbst liegt.
die Boxen und den Raum würde ich ausschließen, was mir dann noch einfällt ist folgendes
1) läuft in den Ketten alles auf 100% Lautstärke bis zum letzten Glied? wenn das Signal früher "verkleinert" wird, ist das für die Auflösung nachteilig, wäre aber noch keine Erklärung für deine Probleme
2) ich tippe eher auf sehr geringe Abhörlautstärken, wesentlich leiser als am Kopfhörer, die Anfangssequenz der Space Oddity ist beispielsweise bis zu 40dB leiser als die lauten Passagen des Titels, bei HiFi-Lautstärke ist das um Welten anders (85-40=45dB) als bei niedriger Zimmerlautstärke (45-40=5dB), da komme ich dann auch an die Hörschwelle, wobei die betroffenen Gitarren-Grundtöne der Space Oddity (für die anderen Beispiele hab' ich mir's nicht näher angesehen) im wesentlichen zwischen 100 und 200Hz liegen, da liegt die Hörschwelle normalerweise sogar noch um 10 bis 15dB höher ...
Re: Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: Mo 26. Sep 2022, 13:24
von Kat-CeDe
Hi,
Dark Side of the Moon von Pink Floyd und Money for Nothing von DIre straits sind auch so Fälle die extrem leise anfangen und man bei Lautsprechen in den ersten X Sekunden nichts hört. Bei DT880 (alt aus den 80ern) deutlich früher.
Ralf
Re: Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: Mo 26. Sep 2022, 20:57
von Sven1984
So, ich habe jetzt nochmal in Ruhe die Aufstellung, Anschlüsse, Einstellungen und die Lautstärken in der Abspielkette überprüft. Danach habe ich mir verschiedene Songs an KH, SP-200 und A-100 mit unterschiedlichen Lautsärken, mit verschiedenen Hörabständen, mit analoger (Klinke) und digitaler (USB, Coax) Zuspielung sowie mit und ohne Sub angehört. Die LS betreibe ich mit neutraler Klangwaage und ohne Wide oder Voice+.
Beim KH kann ich den Pegel noch deutlich unter die Lautstärke der LS zurücknehmen und höre die genannten Stellen immer noch raus.
Bei den SP-200 lassen höherer Lautstärken die Stellen hörbar werden. Es klingt auch bei geringem Abstand immer noch eher defus/schwammig ggü. des KH. So laut höre ich für gewöhnlich nicht, da ich im Mehrfamilienhaus Rücksicht nehmen muss.
Die A-100 liegen nach meiner Einschätzung näher am KH: Die Stellen sind früher und klarer wahrnehmbar als bei den SP-200.
Die Art der Zuspielung und die Lautstärkeeinstellungen in der Kette machen für mein Problem scheinbar keinen Unterschied.
Ich habe nun das Gefühl, dass es hier vierschiedene Ursachen zusammen kommen könnten. Daher werde bei Gelegenheit mal die A-100 an die Position der SP-200 stellen und auch die XS-3000 RC doch mal testen.
Re: Auflösungsvermögen SP-200 und A-100 ggü. Kopfhörern
Verfasst: Mo 26. Sep 2022, 21:58
von captainbeyond
Der DT880 ist kein neutraler KH! Der ist wie fast alle Beyer-KH in den Höhen(um 8kHz) ordentlich(meiner Meinung nach schrecklich) aufgeblasen. Das kann die angesprochenen Stellen schon merkbar hervorheben.
Wenn Du aber beim Bowie-Song am Anfang wie beschrieben "Stille" hörst, stimmt etwas nicht.
Das Anspielen der Saiten ist bei mir sofort zuhören, wird etwa ab Sekunde 5 noch etwas lauter.
Der Regen hier am Ende klingt tatsächlich eher wie Rauschen. Braucht man fast schon Fantasie.