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Rund ums Auto
- g.vogt
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Re: Rund ums Auto
So sicherlich nicht. Aber wir leben im 21. Jahrhundert, es gibt z.B. elektronische Routenplaner. Und wenn eine Spedition an ihre Angestellten bzw. Subunternehmer Aufträge vergibt, die bei verständiger Würdigung unter Beachtung der Lenk- und Ruhezeiten, Strecken, Staugefahr und Entfernungen nur unter Missachtung vieler/aller Regeln ausführbar sind, dann sind diese Auftraggeber Mittäter, die vorsätzlich handeln. Selbiges gilt in abgeschwächter Form auch für die Kunden der Spedition, die Aufträge stellen, die eigentlich nicht erfüllbar sind.
(Das ist übrigens auch der Unterschied zum Kunden, der "alles ab 20 Euro frachtfrei" geliefert bekommt (oder der Käufer, der billiges Fleisch im Supermarkt kauft), der kann zwar bei verständiger Würdigung der Umstände recht konkret ahnen, dass das nicht so ganz mit rechten Dingen zugehen kann, aber die vorsätzliche Tathandlung/Anstiftung fehlt.)
Außerdem wäre m.E. die Politik in der Pflicht, für andere Ausgangsbedingungen im Wettbewerb zwischen Straße und Schiene zu sorgen.
Die vielen Regelverstöße und die vielen dramatischen Lkw-Unfälle sind nicht alle bedauerliche Einzelfälle, ich sehe sie eher als Symptom eines Gewerbes/einer Gesellschaft, in der etwas im Argen liegt und systematisch falsch läuft.
(Das ist übrigens auch der Unterschied zum Kunden, der "alles ab 20 Euro frachtfrei" geliefert bekommt (oder der Käufer, der billiges Fleisch im Supermarkt kauft), der kann zwar bei verständiger Würdigung der Umstände recht konkret ahnen, dass das nicht so ganz mit rechten Dingen zugehen kann, aber die vorsätzliche Tathandlung/Anstiftung fehlt.)
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- mk_stgt
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Re: Rund ums Auto
das sehe ich nicht so. auch nicht der politik hier eine mitschuld/mitverantwortung zu geben. es ist noch jeder für sein eigenes handeln verantwortlich und kann nicht einen freibrief bekommen, eine mitschuld auf andere abzuwälzen.
bei anderen gebieten wie kapitalverbrechen, steuerhinterziehung etc. kann ich ja auch nicht sagen: ich bin unschuldig aufgrund irgendwelcher rahmenbedingungen.
bei unwürdigen arbeitsbedingungen besteht auch die möglichkeit den job zu wechseln.
ganz so einfach möchte ich es den Übeltätern auf der strasse nu nicht machen
bei anderen gebieten wie kapitalverbrechen, steuerhinterziehung etc. kann ich ja auch nicht sagen: ich bin unschuldig aufgrund irgendwelcher rahmenbedingungen.
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ganz so einfach möchte ich es den Übeltätern auf der strasse nu nicht machen
alles Gute und bleibt gesund!
- Weyoun
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Re: Rund ums Auto
Nun ist Ford an der Reihe:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Ford-lae ... 69446.html
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Ford-lae ... 69446.html
Was schwafelt die Rothaut da von wegen "Sippenhaftung"? Der Spediteur ist in den seltensten Fällen mit dem Fahrer verwandt. Und wenn er permanenten Druck auf den Fahrer ausübt, damit dieser dann ggf. eine Straftat begeht (Lenkzeit überschreiten, riskante Fahrmanöver mit Unfallfolge), dann gehört er selbstverständlich dafür belangt.SlashBob hat geschrieben:Indianer hat geschrieben:aha, Sippenhaftung, oder reine Willkür?Weyoun hat geschrieben:Wird er aber (mit) verknackt, ...
rechtsstaatliche Grundsätze offenbar nicht verstanden …
Viele osteuropäische Brummi-Fahrer machen den Job für DEUTLICH unter 8,50 €, auch wenn es kürzlich ein Urteil gab, dass die Fahrer, wenn sie deutsche Straßen unter ihren Rädern haben, deutschen Mindestlohn gezahlt bekommen müssen. Dies ist eine prekäre Beschäftigung mit einem zudem massiven Abhängigkeitsverhältnis zum Arbeitgeber.SlashBob hat geschrieben:Ist der Plan unter Einhaltung der Verkehrsregeln nicht erfüllbar, so ist nunmal auch (wenn nicht gar hauptverantwortlich) der Spediteur schuld. Keiner der Fahrer findet es geil für 8,5 Stundenlohn zu fahren, die sind davon abhängig.
Zumindest ist das mein Rechtsempfinden.
Zuletzt geändert von Weyoun am Fr 22. Feb 2019, 09:03, insgesamt 1-mal geändert.
- Andreas H.
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Re: Rund ums Auto
Völlig richtig !g.vogt hat geschrieben:Und wenn eine Spedition an ihre Angestellten bzw. Subunternehmer Aufträge vergibt, die bei verständiger Würdigung unter Beachtung der Lenk- und Ruhezeiten, Strecken, Staugefahr und Entfernungen nur unter Missachtung vieler/aller Regeln ausführbar sind, dann sind diese Auftraggeber Mittäter, die vorsätzlich handeln.
Aber, wenn eine Spedition nicht so arbeitet, beauftragt der Endkunde halt eine andere (leider).
Ebenfalls völlig korrekt !g.vogt hat geschrieben:Die vielen Regelverstöße und die vielen dramatischen Lkw-Unfälle sind nicht alle bedauerliche Einzelfälle, ich sehe sie eher als Symptom eines Gewerbes/einer Gesellschaft, in der etwas im Argen liegt und systematisch falsch läuft.
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- Weyoun
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Re: Rund ums Auto
Häh? Zeige mir mal einen Fall von Amokfahrt der letzten Jahre mit einem LKW, der keinen terroristischen Hintergrund hatte!pr hat geschrieben:Ja nee iss klar und der arme Amokfahrer, der sturz betrunken alles auf die Ehefrau oder den Arbeitgeber schiebt mit dem er Stress hatte und die/der dann dafür mit in Sippenheft genommen werden soll.Dafür habe ich keinerlei Verständnis, ebenso wenig wie für deine Ansicht das der Spediteur an der Fahrweise ihrer Fahrer mit verantwortlich gemacht werden und dafür ebenso die Verantwortung tragen sollen. Ab in den Knast mit solchen, verantwortungslosen Fahren und den Führerschein weg und das für immer...
So sieht es aus! Die Technik ist dank Flottenmanagement mittlerweile soweit, dass der Spediteur, weiß, welcher Angestellter gerade wo in Europa ist und ob und wie lange er seine Lenkzeiten überschritten hat. Er kann sogar per Remote Control dem Angestellten das Starten des Brummis verwehren (aus Sicherheitsgründen kann man natürlich nicht den Motor bei voller Fahrt abschalten). Und jeder Spediteur, den das nicht schert, macht sich in meinen Augen strafbar durch Unterlassung!g.vogt hat geschrieben:Aber wir leben im 21. Jahrhundert, es gibt z.B. elektronische Routenplaner. Und wenn eine Spedition an ihre Angestellten bzw. Subunternehmer Aufträge vergibt, die bei verständiger Würdigung unter Beachtung der Lenk- und Ruhezeiten, Strecken, Staugefahr und Entfernungen nur unter Missachtung vieler/aller Regeln ausführbar sind, dann sind diese Auftraggeber Mittäter, die vorsätzlich handeln. Selbiges gilt in abgeschwächter Form auch für die Kunden der Spedition, die Aufträge stellen, die eigentlich nicht erfüllbar sind.
Zuletzt geändert von Weyoun am Fr 22. Feb 2019, 09:14, insgesamt 1-mal geändert.
- g.vogt
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Re: Rund ums Auto
Und der Ehrliche ist der Dumme? Das ist aber kein Naturgesetz. Durch gesetzliche Rahmenbedingungen und Kontrolle der Einhaltung selbiger lässt sich da einwirken. So funktioniert Staat.Andreas H. hat geschrieben:Völlig richtig !g.vogt hat geschrieben:Und wenn eine Spedition an ihre Angestellten bzw. Subunternehmer Aufträge vergibt, die bei verständiger Würdigung unter Beachtung der Lenk- und Ruhezeiten, Strecken, Staugefahr und Entfernungen nur unter Missachtung vieler/aller Regeln ausführbar sind, dann sind diese Auftraggeber Mittäter, die vorsätzlich handeln.
Aber, wenn eine Spedition nicht so arbeitet, beauftragt der Endkunde halt eine andere (leider).
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Re: Rund ums Auto
In unserem Unternehmen war es so, dass in einem Fall, in dem ein MA länger als die erlaubten 10 Stunden arbeitet und anschließend auf dem Heimweg einen Unfall hatte, die Berufsgenossenschaft dem Vorstand direkt belangte (Bußgeld).Weyoun hat geschrieben: So sieht es aus! Die Technik ist dank Flottenmanagement mittlerweile soweit, dass der Spediteur, weiß, welcher Angestellter gerade wo in Europa ist und ob und wie lange er seine Lenkzeiten überschritten hat. Er kann sogar per Remote Control dem Angestellten das Starten des Brummis verwehren (aus Sicherheitsgründen kann man natürlich nicht den Motor bei voller Fahrt abschalten). Und jeder Spediteur, den das nicht schert, macht sich in meinen Augen strafbar durch Unterlassung!
Seit diesem Vorfall wurde den diversen "Langarbeitern" mit empfindlichen Maßnahmen gedroht wenn sie ihre maximale Arbeitszeit überschreiten sollten.
Da das Überschreiten der Lenk- und Ruhezeiten jedoch keine Straftat ist, kann sich der Spediteur auch nicht nach §13 StGB strafbar machen.
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Re: Rund ums Auto
Es gibt für nahezu jeden Bereich irgendwelche gesetzlichen Bestimmungen, die aber in den seltensten Fällen konsequent kontrolliert werden....g.vogt hat geschrieben:Durch gesetzliche Rahmenbedingungen und Kontrolle der Einhaltung selbiger lässt sich da einwirken.
So sollte er funktionieren.g.vogt hat geschrieben:So funktioniert Staat.
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- Weyoun
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Re: Rund ums Auto
Vor Jahren gab es bei uns in der Firma einen Todesfall, als der völlig übermüdete Mitarbeiter nach 14 Stunden nach Hause fuhr und sich auf der Autobahn auf das Dach legte. Damals war das Geschrei riesig. Gegen dessen Führungskraft wurde von der Staatsanwaltschaft ermittelt (dagegen ist die Strafe der Berufsgenossenschaft noch harmlos).dimitri hat geschrieben:In unserem Unternehmen war es so, dass in einem Fall, in dem ein MA länger als die erlaubten 10 Stunden arbeitet und anschließend auf dem Heimweg einen Unfall hatte, die Berufsgenossenschaft dem Vorstand direkt belangte (Bußgeld).
Seit diesem Vorfall wurde den diversen "Langarbeitern" mit empfindlichen Maßnahmen gedroht wenn sie ihre maximale Arbeitszeit überschreiten sollten.
Ich kenne mich da nicht im Detail aus, aber wenn die 10 Stunden (Ruhezeiten bereits abgezogen) in Summe an einem Tag überschritten werden? Die gelten doch auch für Bus- und Brummi-Fahrer.dimitri hat geschrieben:Da das Überschreiten der Lenk- und Ruhezeiten jedoch keine Straftat ist, kann sich der Spediteur auch nicht nach §13 StGB strafbar machen.
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Re: Rund ums Auto
Mal wieder zum Thema Dieselbetrug:
https://www.focus.de/auto/abschalteinri ... 60713.html
Genau das wollte vw mit seinem vorgezogenem Vergleich vermeiden, doch diesmal ist die Hinhaltetaktik und die stille vergleichszahlung offensichtlich ins Leere gelaufen...
Gruß
https://www.focus.de/auto/abschalteinri ... 60713.html
Genau das wollte vw mit seinem vorgezogenem Vergleich vermeiden, doch diesmal ist die Hinhaltetaktik und die stille vergleichszahlung offensichtlich ins Leere gelaufen...
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Gruß
RiF nuForum 18.07.2023
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