ich habe letztes Wochenende einen Abstecher nach Aalen gemacht und mir mal die AS-250 angehört. Ich hatte eine gute halbe Stunde Zeit zum Hören. So 15 Minuten Musik, 10 Minuten Film und dann habe ich die letzten zehn Minuten noch genutzt um mich mal wieder durchs ganze Passivboxen-Programm zu hören. Ich habe die AS-250 ohne Subwooferunterstützung gehört, weil sie in meinem Anwendungsfall auch ohne Sub in Betrieb gehen würde.
Zunächst eine Warnung vorweg:
Die AS-250 macht es einem nicht leicht. Man ist nämlich schwer versucht, sie in seinem Kopf gegen eine ausgewachsene HiFi-Anlage antreten zu lassen! Den Fehler sollte man nicht machen und sich immer bewusst sein, für welchen Anwendungsfall - nämlich ordentlicher Sound am Fernseher - sie gedacht ist.
Anwendungsfall Musik:
Die AS-250 bringt ein vollständiges Klangbild hervor, beeindruckend für so kleine Treiber. Einzig bei der Stereoabbildung muss man Abstriche machen, ist aber auch kein Wunder, bei der kleinen Stereobasis und meinem Hörabstand von bestimmt 3 Metern. Auch basslastige Stellen der Musik werden gut wiedergegeben. Wer im Wohnzimmer keine zusätzliche Anlage stellen will oder kann, ist meiner Meinung nach mit der AS-250 auch dann gut bedient, wenn darüber Musik und nicht nur TV gehört wird.
Anwendungsfall Film:
Der Klang der AS-250 ist super, Stimmen sind perfekt verständlich, aber die Pegel wie eine Heimkino-Anlage erreicht sie nicht. Die Pegel die erreicht werden, reichen meiner Meinung nach aber dennoch voll aus! Auch wenn es im Film ordentlich kracht, wird das adäquat rübergebracht. Für meine Begriffe hört die AS-250 mit dem Pegel auf, wo man zumindest in einer Mietswohnung aus Nachbarschaftsgründen wohl auch aufhören würde
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Es ist einerseits erstaunlich, was die doch recht zierlichen nuPro-Tieftöner aus dem Gehäuse rausholen, andererseits wünscht man sich bei Actionszenen im Film einfach einen Subwoofer dazu damit es komplett klingt. (Als Film diente mir die Hellboy 2 BluRay. Den Film kenne ich gut, weiß aber nicht, ob die Scheibe eine Referenz ist was die Soundabmischung angeht). Das Haus wird mit der AS-250 jedenfalls nicht abgerissen. (Wir rufen uns an dieser Stelle aber wieder den Einsatzbereich der AS-250 ins Gedächtnis.)
Fazit:
Für meinen Anwendungsfall, der im Wohnzimmer von den räumlichen Gegebenheiten her keine gescheite Aufstellung einer Surroundanlage zulässt, ist die nuPro AS-250 ideal. Sie kann optimal untergebracht werden, der Klang ist klasse und ich könnte sogar problemlos auf die bisherigen Lautsprecher der alten Stereoanlage verzichten (keine Nuberts
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Hinweis:
Ist hier zwar irgendwo schon mal diskutiert worden, aber ich weiß nicht mehr was das Ergebnis war: Die AS-250 zeigt ab und zu LIMIT im Display an, wenn man an die Leistungsobergrenze geht. Das war nicht immer bei der gleichen Lautstärkeeinstellung. Mal kam es bei Volume 60, mal schon bei 55 und ich glaube beim Film auch schon mal bei Volume 52. Ich vermute, das hängt mit der Aussteuerung des Eingangssignals zusammen. Was da genau passiert weiß ich nicht, und das hab ich auch vergessen, Herrn Schneider zu fragen. Ich hab dann einfach runtergeregelt bis es nicht mehr kam. Es war auch dann noch mehr als Zimmerlautstärke
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So, jetzt noch für alle, die sich für meine Eindrücke zu den anderen Boxenlinien interessieren:
Ich habe mich zuletzt kurz nach Erscheinen der nuVero durchs Sortiment gehört. Irgendwo hier im Forum ist auch noch mein Bericht dazu.
nuVero:
Damals fand ich die nuVero 11 ziemlich unangenehm, während ich die 14er spitze fand. Vielleicht sind inzwischen einige Entwicklungs-Evolutionsstufen vergangen, aber inzwischen finde ich, dass die 11 und die 14 sehr ähnlich klingen. Diesmal vielleicht sogar leichte Vorteile für die 11er. Auch die nuVero 10 war nicht weit von der 11er weg.
Ziemlich baff war ich auch von der nuVero 4. Die legte ein erstaunlich komplettes Klangbild hin in Anbetracht der Größe. Auch die nuVero 3 braucht sich nicht zu verstecken. Wenn gerade kein extremer Tiefton in der Musik war, hörte man kaum einen Unterschied zur 4er.
nuLine:
Hier finde ich die Fortschritte am größten. Während ich von den alten nuLines nicht soo riesig begeistert war, machen die Neuen einen großen Sprung nach vorne. (OK, die 122 war schon auch toll, aber preislich eben auch nicht ohne). Insbesondere der straffe aber trotzdem kraftvolle Bass hat mich schwer beeindruckt. Das hatte die alte Line-Serie meiner Erinnerung nach nicht. Am meisten hat mich die nuLine 34 beeindruckt, die fast auf nuVero-4-Niveau spielt. In der ganzen nuLine-Serie konnte ich eigentlich keinen Ausreißer nach unten feststellen. Der Unterschied zwischen 264 und 284 wäre für mich zwar den Preis wert, aber er ist nicht soo groß, dass ich nicht auch Käufer der 264 verstünde.
nuBox:
Bei der nuBox-Serie gab es für mich die größten Überraschungen, sowohl positiv als auch negativ. Ich besitze die nuBox 360 und kenne diese sehr gut. Eigentlich habe ich erwartet, dass sich da auch einiges getan hat, und auch das Datenblatt zeigt ja leichte Unterschiede in den Fähigkeiten. Allerdings fand ich die 383 nur "genauso gut" wie meine 360. Das einzige, wie ich mir das erklären kann ist, dass die 383 durch den höheren Wirkungsgrad und die höhere Belastbarkeit nicht auch noch einen klanglichen Sprung machen konnte. Sie klang gut, aber mit weniger "wow" als z.B. die nuLine 34. Ähnlich erging es mir auch bei der 683, die bei mir keine Begeisterung auslösen konnte. Sie klang einfach fad. Die Vorgänger der 683 wurden im Forum oft "Männerbox" genannt, aber so richtig zupackend fand ich sie nicht. Den Knaller hingegen habe ich bei der nuBox 513 ausgemacht. Wo die 511 noch Mangelerscheinungen "untenrum" hatte, liefert die 513 jetzt endlich, wie es schon die 511 hätte tun sollen. Endlich fehlt da nichts mehr. Ähnlich positiv überrascht war ich von der 483, die - obwohl nicht sehr groß gewachsen - voll überzeugt hat. Die 313 klingt für mich recht ähnlich wie die 311, da hat sich meiner Meinung nach nicht soo viel getan.
So, wer bis hierher gelesen hat war ganz tapfer und darf zur Belohnung jetzt einen anderen Thread lesen
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PS: Ui, in der Vorschau seh ich erst, wie lang das geworden ist.