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NuPros im Tonstudioeinsatz

Fragen und Antworten zu Nubert Aktivlautsprechern
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Musicus
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Re: NuPros im Tonstudioeinsatz

Beitrag von Musicus »

Sencer hat geschrieben:
Kann das nochmal jemand erläutern? Warum muss es einen festen Eingangspegel geben? Habe mal eben ein wenig gegoogelt, aber die XLR-Buchsen werden ja recht vielfältig mit unterschiedlichen Signalen und für unterschiedliche Zwecke genutzt. Welche Konsequenzen hätte es gehabt die automatische Pegeleinmessung beizubehalten und einfach den "Stecker" zu ändern? Inwiefern ist das anders als die Lösung mit dem Adapterkabel?
Es geht nicht um die Buchse als elektromechanisches Bauteil, das ist völlig Latte. Es geht darum, dass XLR Signale im Studio als symetrische Signale ausgeführt sind und da ist eine automatische Einpegelung (*) wesentlich Aufwändiger zum Ersten und (*) zum Zweiten, und das ist der wichtigere Teil, sind die Eingangspegel im Studiobereich genormt. D.h. konkret sind Mikrofon Eingänge auf Nominalpegel -14dBu und Line Eingänge auf +4dBu einzurichten ( bzw. ist 0dBu auf 0,775Vrms spezifiziert), was eine Automatik obsolet macht. Das hat den Sinn, dass die Dutzenden von Gerätschaften im Studio perfekt im Signalpegel zueinanderpassen, wenn nicht ohnehin Digital verteilt wird. Das verhindert das elektrotechnische Gemurkse wie es im HiFi Bereich Gang und Gäbe ist.
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Re: NuPros im Tonstudioeinsatz

Beitrag von engineer »

Fly hat geschrieben: Die intelligente Elektronik der nuPro bestimmt nach dem Einschalten
die Eingangsempfindlichkeit der analogen Eingänge automatisch.
Ich verstehe das auch so, dass da der Vorverstärker für den Wandler umgeschaltet wird, um die Wandlerauflösung auszulasten. Bei geringen Aussteuerungen käme es sonst zu erhöhtem Digitalrauschen. Das ist ein gängiges VErfahren bei ADCs. Da das aber digital berücksichtigt wird, sollte es sich nicht auswirken. Viele ADCs haben dazu programmierbare PreAMPs vorgeschaltet, die genau Faktor 1,2,4,8,16 verstärken. Das ist dann leicht zu berücksichtigen. Mitunter gibt es aber glitches beim Umschalten. Wandler, die das integriert haben, lösen das aber synchron und damit glichtfrei. Keine Ahnung, wie das bei den Numberts ist und ob man da was hören kann.

Schon mal probiert zu übersteuen?
Audiooo hat geschrieben:Dass die Nupros keine professionellen Schnittstellen haben ( XLR Eingänge ) ist wohl der Grund, dass sie in der Studioszene nicht Fuß fassen werden. Da im Tonstudio eben mit symmetrischer Verkabelung gearbeitet wird kriegt jeder ne Krise wenn er gleich mal wieder Kabel löten muß.....
Nun ja, es ist nicht das Kabel löten, würde ich sagen. Ich habe genug Consumerzeug rumliegen. Der Punkt ist die Anfälligkeit der unsymmetrischen Kabel gegen Störungen. Man kann bekanntlich in der Cinch-Zuleitung das 50Hz Brummen eines naheliegenden Netzkabels messen (nicht unbedingt hören). Genau so kann das digitale Verbindungskabel zwischen den NuPros den Analogeingang stören. Ist aber zu 90% im nicht hörbaren Bereich :-)

Mit dem Digitaleingang sind die Lautsprecher durchaus studiotauglich, finde ich. S/PDIF über Coax ist zwar auch nicht 100% ideal und über optisch nicht 100% sicher, aber das ist schonmal eine Hausnummer, die die meisten komplexen analogen Verkabelungen übertrifft. Wenn ich manchmal sehe, dass ich hochwertigen Studiotischen, 5m Kabel verlegt sind, um vom Rack hin und wieder zurück zu kommen, weil dort die Endstufe sitzt und woanders die Umschaltbox und wieder woanders der analoge PreAmp mit EQ, dann kommen da schnell 20m Kabel von der DAW zum Monitor zusammen und die können auch schon so einiges einsammeln.

Der Punkt ist halt der, dass hochwertigere Monitorpaare locker die 1000 Euro-Grenze überwinden und man dann auch symmetrische Eingänge haben möchte - bzw bei den digitalen Schnittstellen halt AES/EBU und einen Word/Clock-Eingang. Letzter ist essenziell für eine jitterarme Aufführung. Eine saubere Taktrekonstruktion aus S/PDIF hat schon so seine Problemchen und von USB ist ganz zu schweigen. :oops:

Momentan sind die NuPros im Studiobetrieb aber eher die Drittmonitore. Für meine Zwecke, nämlich mobil vorort kleine - aber doch leistungsfähige Monis zu haben, die direkt aus der Recording-DSP-Karte gespeist werden können, sind sie geradezu ideal. Da ich oft in Räumen aufzeichne, die nicht akustisch ideal sind, machen Topmonitore eh keinen grossen Sinn. Für diese Zwecke sehe ich da breiten Einsatz, jedenfalls, was die A200 angeht.

Die 300er wären mir da fast schon zu gross und bei deren Preis bin ich fast schon bei meinen KH120A.
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Re: NuPros im Tonstudioeinsatz - Symmetrie

Beitrag von engineer »

Musicus hat geschrieben: Es geht darum, dass XLR Signale im Studio als symetrische Signale ausgeführt sind und da ist eine automatische Einpegelung (*) wesentlich Aufwändiger zum Ersten und (*) zum Zweiten, und das ist der wichtigere Teil, sind die Eingangspegel im Studiobereich genormt.
Hm, also eine Anpassung an wechselnde Signalaplituden unterschiedlicher Quellen, wäre zwar aufwändiger, wird aber regelmässig gemacht. Wenn ich Analogsignale digitalisieren muss, drehe ich auch den Gain hoch und misachte den theoretisch möglichen headroom des Studiopegels. Das geht natürlich jederzeit auch automatisch, siehe meinen Beitrag oben.

Ich denke, das Problem ist eher, dass ein symmetrischer programmierbaren Eingangsverstärker nicht als Chip zu einem günstigen Preis zu beschaffen ist (wenn es den überhaupt gibt), weil sowas kein Consumerteil ist und diskreter Aufbau ksten würde. Das passt dann preislich nicht ins Konzept. Ausserdem ist die NuPro ja eine dedizierte Digitalbox und der Analogeingang die Notlösung.

Andererseits muss man sich fragen, ob es in dem Falle überhaupt nötig wäre, eine Pegelabpassung zu machen, da man auch mit headroom von einer gewissen Mindestaussteuerung ausgehen kann und ein 24 Bit-Wandler überschlägig gerechnet durchaus noch zu 20 Bit ausgesteuert wäre, wenn -6dbU Pegel kämen. Ich hätte jetzt einfach eine XLR-Klinkenkombi mit BALUN-Übertrager an den Punkt angeflanscht, wo der PreAmp in den DAC geht und dort eine Umschaltung vorgesehen. Mit Aktiverkennung und Autoumschaltung, damit kein Signal über Schalter gehen muss, kostet sowas keine 15,- HSK. Oder man nimmt einen Wandler mit einem weiteren Eingang und macht es digital.

Aber wie gesagt: Passt nicht ins Konzept von Digitalmonitoren. Die Tendenz in den Studios ist auch auch in Richtung Digital, oder parallel dazu "voll Analog HiQ", daher wäre ein weiterer wirksamer Schritt in Richtung Studiokunden eher eine AES-EBU-Buchse und ein WCLCK-Takteingang.
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Re: NuPros im Tonstudioeinsatz

Beitrag von LenZ »

"NuPros im Tonstudio"? Bei Digital-Produktionen bitte beachten:
http://www.nubert-forum.de/nuforum/view ... 31&t=38242
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Re: NuPros im Tonstudioeinsatz

Beitrag von engineer »

Ich habe mir dieses Thema nochmal druchgelesen und bin nocht immer nicht klar, wo da wirklich die Ursache liegt.

Dort werden Aussetzer infolge eines abreißenden S/PDIF Datenstromes beschrieben und der Umstand, das der Monitor knackst. Ja, ist sehr unangenehm, aber kaum zu verhindern, denn wie soll sich eine Hardware ad hoc auf ein einsetzendes Digitalsignal einstellen, dass vorher aus war? S/PDIF hat keinen Takt, der muss erst gewonnen werden, zudem muss der Beginn des Datums gesucht werden und es muss eine PLL gesynched werden. Da kann man die ersten Millisekunden eben nichts erwarten.

Der Datenstrom darf eben nicht abreißen, auch wenn gerade nichts gesendet wird und in der Regel tut er das bei den DAWs ja auch nicht.

Dann hätte ich nämlich auch mit meinem Zwischenmixer ein Problem, den der ist digital am PC angeschlossen und steigt sofort aus, wenn er seinen Synch verliert. Das passiert z.B. dann, wenn der PC bootet, oder man die Samplerate umschaltet. Wenn nichts gesendet wird, sendet man auf S/PDIF eben trotzdem weiter und in den relevanten Datenbits der Amplitude eben den Mittenpegel / Nullen.

Ich werde das daheim mal testen, ob das wirklich so ist, dass die LS bei geringen Pegeln aussteigen oder ob es ein Abriss ist.

Nachtrag:

Ich habe das jetzt daheim im Studio am Laufen und in dem oben gelinkten Thread etwas zu geschrieben. In der Tat gibt es dort teilweise ein Knacksen beim Start des Soundtracks, z.B. über die Windowssounds, allerdings habe ich es nur unter Vista reproduzieren können. Da werden die ersten sagen wir 100ms - 200ms eines Klangs unterdrückt Unter Win7 läuft es aber anscheinend flüssig.
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