StefanB hat geschrieben:Nun, Einmessysteme suggerieren, spiegelsymetrische Einspeisung von Korrektursignalen könnte die typischen, nicht gewollten, Raumantworten auf Anregung auf Null eliminieren, unhörbar machen. Die spektrale Verteilung der Raumantwort ist aufgrund von verschiedenen Nachhallzeiten und Absorption über die Zeit höchst different + variabel.
Grundsätzlich muss man da dynamische ( perkussive ) und statische ( eingeschwungener Zustand ) Anregung unterscheiden.
So ein FIR-Filter ist z.B. nicht in der Lage, beide Zustände zu unterscheiden, da er endlich statisch ist. Er müsste in einer Fast-Forward-Schleife erkennen, wie zu handeln ist. Soweit ist KI irgendwann, heute aber noch nicht.
Das betrifft aber auch die Konkurrenz-Verfahren IIR etc. Sonst müßte so eine Entzerrung auf eine unendliche Flut an, je nach Situation, notwendigen Koeffizienten, zugreifen können und MÜSSEN. Das ist aktuell natürlich illusorisch.
Stefan
Schönen Feiertag Jungs
Ich bin elektroakustischer Laie , Fehler meiner Ansichten schockieren mich nicht ! Korrigiert mich wenn ich falsch liege
Soweit mir bekannt ist liegt der Unterschied zwischen FIR und IIR nicht im erzielbaren Ergebnis sondern in der mathematischen Konstruktion des Filters. FIR sind „Schleifen“ in sich selbst und müssten daher „stabiler“ gebaut sein um Fehler ( rücksprechen ) zu vermeiden. Allerdings lassen sich damit einfacher Phase und Zeit miteinprogrammieren. Sieht man von hochwertigen Lösungen mit Dirac oder MiniDSP FIR ( oder IIR ) ab und vergleicht nur die billigen Standardlösungen finde ich persönlich Audyssey noch das beste der möglichen Kandidaten ! Mit YPAO bekommt man viele Fehler ins System die man auch nicht ausgleichen kann. Phasendreher usw ...
Bass wird überhaupt gar nicht behandelt. MCACC korrigiert eigentlich nicht den Raum sondern den Lautsprecher in sich selbst und dann die Lautsprecher zueinander. Vorausgesetzt man wählt bei manueller Justage den „richtigen“ Zeitbereich für die Messung und erhält beim anschließenden Phasenkorrekturtest keine schiefen Ergebnisse. Stimmt der Raum ist MCACC PRO sicherlich eine feine Sache ! Audyssey misst bewusst an vielen Punkten im Raum und ermittelt die ganze Raumantwort innerhalb der ersten 100ms ( Info direkt von Audyssey ). In Abhängigkeit des Zeitpunktes wann etwas wie gemessen wird erkennt Audyssey ( auch durch die räumlich weiter auseinander liegenden Messpunkte ) was genau der Lautsprecher macht und was der Raum „antwortet“. Daher sollte man den Messbereich möglichst groß wählen ! ( Info über Facebook direkt von Chris @Audyssey ) ! Der erste Messpunkt definiert die Laufzeiten , die übrigen errechnen die Akustik im Raum. Audyssey braucht laut ihm die Infos über den Raum damit es differenzieren kann was Lautsprecher und was Raum ist und wie es korrigieren soll.
Alle Einmessungen ermitteln die Laufzeiten inkl elektrischer Verzögerung, also den eigentlichen Realwert. Besser kann man es manuell auch nicht machen.
Dass Bassreflex nicht optimal sind weiß man. Alternativ geschlossene InWalls oder riesige geschlossene Lautsprecher kann aber nicht jeder stellen. Also wird es kleiner und mit BR ausgestattet und gewinnt Wirkungsgrad. Jetzt sind die Nubären eh schon abartig über die Weiche kompensiert. Soooo ein Dilemma ist das nicht !
Blöd wird es meist wenn die tiefste Raummode genau mit der BR Abstimmung überlappt/übereinstimmt !
Thema Raumakustik ;
Jaaaa das ist der Königsweg. In einem idealen Wiedergaberaum brauche ich nicht mal Lsufzeit einstellen wenn alle gleich weit weg stehen und alle Vollbereich sind und der Raum eine 100% perfekte Akustik hat. Der der das sein eigen nennen darf , den beneide ich !
In Wohnzimmern schau ich mir das an wie gut eure Akustik wird ?! Ich baue jetzt mal zwei VPRs damit ich den Bass gezähmt bekomme aber mehr als das wird sich nicht spielen. Viele andere können nicht mal das. Hier ist ein DSP dann wirklich die letzte Waffe. Und ja es stimmt dass Audyssey dem Mittel/Hochton Feinheit nimmt. Allerdings gleicht es auch Variablen aus die man in Wohnräumen schwer anders in den Griff bekommen würde. Bücherregal links , Fensterfront rechts , unterschiedliche Abstände etc ...da bringt Audyssey sehr wohl mehr akustische Balance in die Bühne ! Nebenbei greift Audyssey oben rum nur seeeehr breitbandig ein. Muss am Ende jeder selbst entscheiden. Aber zu sagen dass DSPs alle böse sind ?! Echt jetzt !???? Es kann nicht jeder seinen Raum optimieren. Was soll er denn bitte eurer Meinung nach dann machen ? Mit Käseklang leben weil es nicht HaiVieh ist wenn ein DSP arbeitet ?
akustik ist selbst bei denen die sich hier wirklich auskennen und behaupten gegen Voodoo zu sein am Ende ganz schön radikal und esoterisch ! Es ist doch nichts anderes als jedes andere Thema in unserem Leben auch !
Hat man etwas mit dem man unzufrieden ist muss man dem auf den Grund gehen. Dann zeigt sich dass es wohl eher viele kleine und größere Probleme sind die alle zusammenwirken. Will man nun das Gesamtergebnis verbessern fängt man doch dort an wo man mit dem geringsten Aufwand das beste Ergebnis erzielt ?! Und einen völlig unterschiedlichen Frequenzgang links und rechts , unsauberen Bass , usw usf in Kauf zu nehmen nur damit ich stupider Weise meine Lautsprecher „schön unangetastet“ laufen lassen kann und kleine Probleme bei den Laufzeiten nicht habe ...naja haltet ihr das echt für sinnvoll ????
Die Laufzeiten und Phasen stimmen doch sowieso nur an einem Hörplatz wirklich. Was ist in einem Wohnzimmer wo man immer mal anders sitzt ? Immer mal Leute hat die auch mitschauen ? Ich seh es so dass man hier ganz handfeste praktische Problemlösungen a la Audyssey verteufelt weil man damit meint hochtheoretische Kleinstprobleme nicht zu provozieren !