Wenn Du nicht so weit runter willst, dann ist die Lösung mit ATM ohne Subwoofer die klanglich sauberste Lösung.holger.l hat geschrieben:[...] Die kompakten nuVeros spielen mit ATM bis um die 40 Hz. Weiter runter geht's ja nur noch mit Orgel und elektronischer Musik.
Wenn ich hauptsächlich Musik hören möchte, und auf bebende Wände bei Filmexplosionen keinen Wert lege (die Nachbarn auch nicht!), bräuchten die nuVeros trotzdem noch einen Sub als Mitspieler?
Ich habe meine nuLines mal bei 40 Hz abgeschnitten, und konnte keine große Veränderung im "Fundament" wahrnehmen. [...]
Zum Thema Subwoofer steht in Technik „satt“ an mehreren Stellen etwas. Ein paar Zitate, total aus dem Zusammenhang gerissen und durcheinander:
Seite 23
BOXEN-AUSWAHL UND –AUFSTELLUNG FÜR HOCHWERTIGE BASSWIEDERGABE IN GESCHLOSSENEN RÄUMEN
Für Surround-Effekte ist die beste Aufstellung einfach die, die am meisten Spaß macht.
Für HiFi-Wiedergabe versucht man, die Eigenresonanzen des Wohnraumes so zu reduzieren, dass die bestmögliche und natürlichste Basswiedergabe möglich wird.
Seite 42
Klangoptimierung mit Aktiven Tuning Modulen (ATM) am Beispiel des Aktiven Tuning Moduls für nuLine 32, dem ATM-32
WIRKUNGSWEISE DES MODULS
Bei kleinen Lautsprecher-Boxen ist es ohne „aktive Linearisierung“ physikalisch unmöglich, bei ordentlichem Gesamt-Wirkungsgrad tiefreichende Bässe zu erzielen.
Die nuLine 32 ist (im Verhältnis zur geforderten Sauberkeit) in ihrem „Tiefbass-Wirkungsgrad“ in der Nähe der physikalisch erreichbaren Grenze. […]
Relativ kleine (oder schlanke) Lautsprecher haben bei Tiefbass-Linearisierung als einzigen Nachteil einen höheren Leistungsbedarf im Bereich zwischen 40 und 60 Hz. Mit genügend kräftigen Verstärkern kann man aber (bis zu „mittelgroßen“ Lautstärken) klanglich die besten Lautsprecher der doppelten oder 3fachen Volumenklasse im Tiefbass erreichen, ohne bei der Präzision die geringsten Kompromisse eingehen zu müssen. Im höheren Bassbereich kann man mit kleinen Gehäusen sogar mit weniger Aufwand Spitzenergebnisse erreichen, weil die kleineren Gehäuseflächen weniger Eigenleben entwickeln. […] dann kann man im Ein- und Ausschwingverhalten alle parasitären Effekte kompensieren, die üblicherweise bei Subwoofern hingenommen werden müssen. [...]
KLANGLICHE AUSWIRKUNGEN
[…] Immer wieder erstaunlich – aber absolut reproduzierbar – ist außerdem die eindeutige Verbesserung des Räumlichkeits-Eindrucks, obwohl man als Techniker geneigt ist, keine Querverbindung von Räumlichkeits-Eindruck und Tiefbass-Wiedergabe zuzulassen.
Die Erweiterung der Wiedergabe bis in die untersten Frequenzbereiche tritt klanglich um so mehr in Erscheinung, je mehr Tiefbass in den entsprechenden Musikaufnahmen enthalten ist.
Bis zu mittelgroßen Lautstärken (merklich unter „Silvesterparty-Lautstärke“) ist das Bassfundament der nuLine-32/ATM-Kombi fast mit Subwoofer-Systemen vergleichbar, in der Bassimpuls-Präzision sogar merklich überlegen. Erst bei gewaltigen Lautstärken, oder in sehr großen Räumen sind gute Standlautsprecher deutlich im Vorteil. Auch können schwierige akustische Eigenheiten des Wohnraums mit größeren Standboxen oft besser umgangen werden, als es mit basskompensierten Kleinboxen möglich ist. […]
Seite 31
BEDEUTUNG DER UNTEREN GRENZFREQUENZ
Wir wurden schon öfters gefragt, wie „wichtig“ 20 Hz (relativ zu beispielsweise 35 Hz) überhaupt sind! Erst mit einer 20-Hz-Fähigkeit des Woofers ist „das Beben“ bei Filmeffekten (20 bis 30 Hz) voll zu spüren!
Eine wichtige Frage ist aber auch die Hörbarkeit des group-delay-Anstiegs im extremen Tiefbassbereich.
Ein Woofer, der bis 20 Hz hinunter geht, hat bei 35 Hz deutlich weniger Signal-Durchlauf-Zeit, als ein Woofer, der „nur“ bis 35 Hz hinab reicht. Weil Frequenzen unter 35 Hz in Musiksignalen recht selten vorkommen, kann er bei typischen Musik Bassfrequenzen oberhalb 35 Hz also „schneller“ und „präziser“ klingen.
Klar ist, dass man bei 20 Hz in großen Räumen kräftige Druckunterschiede bekommen kann – je nachdem, ob man sich etwa in der Raum-Mitte oder in der Nähe der Stirnwand / Rückwand des Raumes befindet. (Bei 20 Hz besonders dann, wenn die Raum-Länge etwa 8,5 m beträgt: Das entspricht der „ersten Raum-Längsmode“ bei 20 Hz, also einer Schall-Wellenlange von 17 m.)
In kleinen Räumen gibt es bei so tiefen Frequenzen keine stehenden Wellen – dafür sitzt man bei Woofern mit sehr tief reichendem Frequenzgang sozusagen in einer „Druck-Kammer“ und hat dann einen umso stärkeren Bass-Pegel, je tiefer die Frequenz wird.
Seite 44
Vergleich der Bassqualität von Subwoofern
VORTEILE VON SUBWOOFERN
Unbestritten ist, dass gut gemachte Subwoofer im Verzerrungsverhalten und im Tiefgang konventionellen Standlautsprechern (auch sehr guten Modellen) im Normalfall weit überlegen sind.
Es gibt kaum große Standboxen, die bei einem Schalldruck von 100 dB /1 m bei 50 Hz einen Klirrfaktor von unter 20% aufweisen. (Eine gewisse Ausnahme stellen die Modelle nuLine 122 und die neuen nuVero 11 und 14 dar, die hohe Bass-Pegel ähnlich verzerrungsfrei wie ein großer Subwoofer realisieren können.)
Um einen höheren Schalldruck zu erzielen, ist es zunächst egal, ob die Membranfläche oder der maximal erreichbare lineare Membranhub vergrößert werden. Eine Verdopplung der Membranfläche
bewirkt bei gleichem Hub einen Pegelzuwachs von 6 dB, ebenso wie es bei einer Verdopplung der Membran-Auslenkung (bei unveränderter Membranfläche) der Fall wäre.
Ein Subwoofer mit einem 30-cm-Tieftöner hat etwa 490 cm² Membranfläche und erreicht gegenüber typischen Standboxen meist mindestens den doppelten Membranhub. (Die einzigen uns zurzeit bekannten Standlautsprecher, die „subwooferverdächtigen“ Membranhub aufweisen, sind die beiden Modelle nuVero
14 und nuVero 11.)
Um ähnlich große Pegel bei relativ niedrigen Verzerrungswerten zu schaffen, brauchen zwei Standboxen (ohne „Longstroke-Bässe“) üblicherweise zusammen also mindestens die doppelte Membranfläche des zum Vergleich herangezogenen Subwoofers. Zwei Basslautsprecher pro Box mit jeweils 22 cm Durchmesser (je ca. 210 cm²) reichen nicht ganz aus, um hier gleichzuziehen.
Es gibt mittelgroße Standlautsprecher, die mit nur einem kleineren Tieftöner (z. B. 17 cm Durchmesser) ausgerüstet sind und deren untere Eckfrequenz laut Tests manchmal bei beachtlichen 30 Hz (-3 dB) liegt. Solche Boxen können Signale dieser Frequenz aber nur bei sehr geringen Lautstärken abstrahlen. Bei Verstärkerleistungen ab etwa 2 Watt, also ca. 85 dB Schalldruck (1 m), wird dann fast grundsätzlich die 50% Klirrfaktor-Grenze überschritten. Im Vergleich dazu schafft ein AW-1000 die 10-fache akustische Leistung (also entsprechend 95 dB bei 30 Hz) mit weniger als 2% Klirr!
Verzerrungen bei Lautsprechern bestehen jedoch fast ausschließlich aus der 2. und 3. Oberwelle, im Vergleich zu gleich hohen Klirrwerten bei Verstärkern werden sie deshalb als weit weniger störend empfunden!
AW-991 und AW-1000 haben auch bei größeren Lautstärken einen Tiefgang bis 20 Hz (-3 dB) hinunter, was selbst mit extrem teuren Passivboxen (ähnlicher Größe und praxisgerechtem Wirkungsgrad) nicht erreichbar ist.
NACHTEILE VON (EINZELNEN) SUBWOOFERN
Ein einzelner Subwoofer kann einen Raum nicht so gleichmäßig anregen, wie ein Paar großer Standlautsprecher, bzw. zwei kleinere Boxen mit Tiefbass-Erweiterungsmodulen.
Wenn man 2 Subwoofer einsetzt, bekommt man wegen der „Wellenfrontbildung“ (bzw. „Durchmischung“ der unterschiedlichen stehenden Wellen) schon wesentlich bessere „Raumverteilung“ der tiefen Töne; fast so gut, wie es mit 2 großen Standboxen ohnehin schon der Fall ist.
Wohnräume verhalten sich bei sehr tiefen Frequenzen meistens recht problematisch.
Durch den extremen Tiefgang von Subwoofern kommen oft erst „Dröhnbereiche“ des Raumes zum Vorschein, die man ohne den Einsatz dieser Woofer noch gar nicht kannte!
Ein weiteres Problem ist aber auch eine gewisse „Gemütlichkeit“ bei der Impulsverarbeitung. Sie wird durch die allgemein verwendete Charakteristik der Filter hervorgerufen, die zur Frequenztrennung zwischen Subwoofern und Satelliten nötig sind.
Durch die steile Trennung – beispielsweise bei 80 Hz – liegt die Bass-Signalverzögerung sowohl beim Woofer als auch bei den Satelliten meist bei über 6 ms (Schall-Laufstrecke > 2 Meter) und ist weit höher, als es bei großen Standlautsprechern technisch möglich ist. Durch diese Verzögerung schleichen sich im akustischen Summensignal Unsauberkeiten ein, die vor allem bei Bassimpulsen hörbar werden.
Das Klangbild ist zwar meistens „tiefer“ aber nicht so „homogen“ und „kompakt“ wie bei guten Standlautsprechern. Dagegen helfen auch keine technischen Kniffe wie z. B. „Membran-Gegenkopplung oder -Regelung“ im Subwoofer.
Fazit (bisherige Technik)
Für Dolby-Surround kommt es meistens mehr auf Druck und Tiefgang an, als auf „optimale Homogenität“. Hier ist der Einsatz von Subwoofern oft ökonomischer.
Für besonders anspruchsvolle HiFi-Anwendungen stellen die besten unter den großen Standboxen oft die geeignetere Wahl dar.