Hallo,
mal unabhängig von der Frage, ob hier Franks Wunsch Vater des Gedanken war, machte solch eine Entwicklung Sinn.
Die meisten reden von "0,5 - 1 M" Wandabstand. Was sollen da besonders flache LS? Und dann auch noch aktive? Scheint mir nicht sehr sinnvoll zu sein. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren....
Ein Teil des Übels herkömmlicher Lautsprecherwiedergabe in Wohnräumen liegt in der ungünstigen Bauform (Schmal und tief) in Verbindung mit der nowendigen Aufstellung (weg von den Wänden) begründet.
Herkömmlicher Direktstrahler betätigen sich als Kugelstrahler sofern Lambda < Dimension des Lautsprechers. Je nach Konstruktion liegt der Übergang vom Kugel- zum Halbraumstrahler zwischen 250 und 700Hz. Darüber nimmt die Bündelung mehr oder weniger stetig weiter zu.
Die Energie, die nach hinten geblasen wird geht aber nicht verloren. Über Raumreflexionen findet sich diese im Diffusschallfeld wieder. Klangbild wird "dick" "mulmig" und "warm", die Durchhörbarkeit leidet. Ferner sorgen destruktive Interferenzen der Wandreflexionen für starke Drops im Grundtonbereich.
Was liegt näher, als den Baß- und Grundtonbereich in der Abstrahlung auf den Halbraum zu begrenzen?
-Der Wirkungsgrad steigt dabei um bis zu 6dB, da der Baffle Step nicht mehr kompensiert werden muß.
-Wandreflexionen können nicht mehr für Einbrüche im Frequenzgang sorgen.
Daher ist für höchstwertige Wiedergabebedingungen der bündige Wandeinbau die beste Lösung.
Eine solche Installation liefert einen sehr gut durchhörbares Klangbild, das nicht mehr durch die warme Grundtonsauce zugekleistert wird.
So könnte solch ein Lautsprecher aussehen:
Soll der Lautsprecher unbedingt schmal sein und mit viel Wandabstand aufgestellt werden, bieten sich Modelle mit nierenförmiger (Cardioid) oder Achter-Abstrahlcharakterstik (Dipol) an.
Dadurch kann ebenfalls der Energieeintrag im Grundtonbereich deutlich reduziert werden. Ferner lässt sich damit eine extrem gleichmäßige und starke Bündelung zwischen +/-90° realisieren. Die Seitenwände werden deutlich weniger beschallt.
Der Preis für diese Lösungen ist ein reduzierter Wirkungsgrad und die rückwärtige Schallabstrahlung. Diese muß auf jeden Fall stark verzögert werden, was großen Wandabstand erfordert und gleichzeitig auch bedämpft werden.
Wenn das Bassreflexrohr vertikal eingebaut ist,
wie stell ich denn dann z.B. die Kompaktboxen auf?
Oder ist die Reflexöffnung oben???
Vorschlag von mir:
Das Rohr des Boxenständers könnte man in dem Fall mit als Bassreflexrohr nutzen
Flache Wandboxen haben zwangsläufig eine große Schallwand. Damit ist genug Fläche vorhanden um auch große Membranflächen unterzubringen. Ich plädiere daher für die geschlossene Bauweise und Multibassbestückung. Mit mehreren kleinen Tieftönern kann auch die Bautiefe sehr gering ausfallen
Gruß, Uwe