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Verfasst: Di 23. Jul 2002, 20:59
von pq*s1n
Wie ist es eigentlich mit oxidiertem Kupfer? Wenn man die LS verkabelt, dann fasst man ja mit Wahrscheinlichkeit die freiliegenden Kabelenden an. Und da Kupfer ja schnell bei Berührung mit Schweiß oxidiert, bildet sich ja eine Oxidschicht. Beeinflusst die irgendetwas? (Ich nehme malan, dass nicht, aber es kann alles möglich sein :) )

Theorie und Praxis

Verfasst: Mi 24. Jul 2002, 10:24
von Oliver67
Hi,

theoretisch mußt Du die Litze mit Handschuhen verdrillen um den Schweiß zu verhindern.

Praktisch habe ich erst gestern nach 4 Jahren mit der Hand verdrillte Litze neu angeschlossen (der Maler war da) . Sowohl bei den Lüsterklemmen als auch bei den Kabelanschlüssen der NuBox 300 war nix zu sehen.

Bei Anschlüssen, die man richtig festknallen kann, sollte da nix passieren, allein durch das Anziehen der Schrauben/Klemmen wird die Kontaktfläche wieder blank.

Wenn Du ganz sicher sein willst, mußt du vergoldete Aderendhülsen crimpen, oder vergoldete Kabelschuhe anlöten. Aber: das muß professionell geschehen (gute Crimpzange nicht einfach Flachzange), Vergoldete Kupferkabelschuhe, keine Blechteilchen. Und das Löten muß man können! Wenn das alles nicht zutrifft , ist meiner Meinung nach eine gut festgeklemnmte Litze immer noch besser.

Auf keinen Fall die Litze verzinnen und dann festschrauben, das Zinn-Blei-Lot oxidiert schneller als Kupfer.

Olli

Verfasst: Di 5. Nov 2002, 20:04
von Hajojunge
Hallo, Fans,
eine Fachzeitschrift für Toningenieure (STUDIO) hat schon vor über zehn Jahren festgestellt, dass dieser Kult mit den High-End-Kabeln absurd ist. Und diese Leute wissen sehr wohl, wovon sie reden. Sie haben in ihren Studios teure Monitorlautsprecher und entscheiden in letzter Instanz über die Qualität des Tonmaterials, welches uns zu Ohren kommt. Der Okkultismus der HiFi-Fanatiker liegt ihnen fern. Die HiFi-Presse liefert in ihren Tests oft abenteuerliche Ergebnisse. Sie halten einem Test unter wissenschaftlich abgesicherten Bedingungen (Doppelblindversuch) meist nicht stand. Es fing bei einem Test schon damit an, dass man die Spannung an den Lautsprecherklemmen gemessen hat, aber nicht den Strom. Dieser lenkt jedoch die Membrane aus und nicht die Spannung! Strom- und Spannungsverlauf stimmen in einem mit komplexen Widerständen (Spulen, Kondensatoren, Membrane in Resonanz) behafteten System nicht zwangsläufig überein.
Fakt ist: Das Kabel muß einen ausreichenden Querschnitt besitzen. Und das nicht nur, um Leistungsverluste zu vermeiden, sondern auch, um die elektrische Dämpfung des Lautsprechers nicht zu verschlechtern. Jede Lautsprechermembran vollführt ungesteuerte Bewegungen, die nicht dem durch die Schwingspule fließenden Strom entsprechen. Die dabei in der Schwingspule induzierte Spannung treibt einen Strom, der so gerichtet ist, dass er die unerwünschte Bewegung zu hemmen trachtet. Diese "Fehlspannung" sollte deshalb so niederohmig wie möglich kurzgeschlossen werden. Darum sollte der Verstärker einen geringen Innenwiderstand haben, aber auch die Zuleitungen. Man sollte ihren Einfluss aber nicht überschätzen. Beispiel: Ein Verstärker hat einem Dämpfungsfaktor von 100, also 0,04 Ohm Innenwiderstand bei einer Auslegung auf 4 Ohm Belastung. Das hört sich gut an. Der kurzzuschließende Fehlstrom muß aber auch noch durch die Schwingspulen und die Frequenzweichen. Und die haben nun mal ca. 4 Ohm, und das auch noch nicht konstant, sondern in Grenzen abhängig von der Frequenz. Ob die Zuleitung nun 0,1 Ohm mehr oder weniger auf die Waage bringt, macht der Katze keinen Buckel, die Begrenzung der elektrischen Dämpfung ist fast ausschließlich im Widerstand des Systems aus Lautsprecher und Frequenzweichen begründet. Auch hier wird über die Qualität des Lautsprechers entschieden; geringe ohmsche Verluste in Weiche und Schwingspule sind von Vorteil. Sie sollten nicht durch dünne Klingelleitungen unnötig verschlechtert werden.
Der kapazitive Einfluß des Kabels ist normalerweise vernachlässigbar. Bei den geringen Innenwiderständen und im Verhältnis niedrigen Frequenzen kann man die wenigen 100 Picofarad Parallelkapazität getrost vergessen. Die Induktivität des Kabels, sie wächst proportional zur Länge, kann sich jedoch bemerkbar machen. Im oberen Hörbereich können bei längeren Leitungen geringe, zumindest meßbare Verluste durch Streuung entstehen. Diese lassen sich aber verrringern, indem man Hin- und Rückleiter induktiv möglichst eng miteinander verkoppelt. Ein ideales Kabel besteht also nicht aus dicken Doppelleitern, die durch einen breiten Steg voneinander getrennt sind. Es enthält auch kein sauerstofffreies Kupfer, dessen Brammen bei Vollmond und mit viel Hokuspokus gegossen worden sind. Ideal ist ein mehradriges Rundkabel (4 Adern oder mehr), dessen Adern so verschaltet (bzw. verschachtelt) sind, dass jeweils ein Hin- und Rückleiter nebeneinander zu liegen kommt. Das hängt natürlich auch vom Kabelaufbau ab. Beim Flachbandkabel müssen die Hin- und Rückleiter wechselweise nebeneinander liegen. Benutzt man ein Flachbandkabel mit ungerader Leiterzahl, so ist die magnetische Symmetrie nicht mehr ganz so gut. Flachkabel lassen sich besonders gut unter dem Teppich oder der Tapete verlegen. Mit einem 40-adrigen Flachbandkabel aus dem Computerbereich, jeweils 20 Adern hin und 20 zurück, kommt man schon auf beachtliche Querschnitte. Die kapazitive Belastung steigt zwar etwas an, aber damit haben allenfalls Billigverstärker Probleme, die von Nubert-Lautsprechern unter allen Umständen fern zu halten sind. Die Konfektionierung der Kabelenden ist natürlich auch nicht jedermanns Sache.
Fazit: Ein solide verarbeitetes 2-adriges Normalkabel mit 1,5...2,5 mm^2 reicht in 95% der Fälle aus. Wer einen Wohnraum von 70 m^2 in einem frei stehenden Haus hat oder auf Placebos anspricht, kann natürlich auch größere Querschnitte wählen. Wichtig ist, zu klemmende Litzenenden niemals zu verzinnen, sondern mit Endhülsen zu versehen. Verzinnte Kabelenden lassen sich nicht auf Dauer festklemmen, Zinn fließt und oxidiert, der Kontakt lockert sich, es treten sogar Verzerrungen auf.

Kabelklang

Verfasst: Mi 6. Nov 2002, 15:48
von StefanB
Hallo Forum,

Ich hab es an anderer Stelle schon mal korrigierend erwähnt, leider wird es hier wiederholt falsch wiedergegeben.

Für ein LS-Kabel DBT reicht EIN "Umschaltkasten mit Relais" leider nicht aus. Gleich wo man ihn einfügte, es käme zu einer (kapazitiven) Kopplung der beiden Kabel. Das Ergebnis eines derartigen Tests ist unbrauchbar, eine solche Vorgehensweise ganz und gar unwissenschaftlich. Es braucht der Kästen ZWEI!

Erforderlich ist ein verzögerungsfreies Umschalten mit vollständigem (allpoligem) Entfernen des einen und Einbinden des anderen Kabels in den Signalweg.
Verzögerungsfrei ist unabdingbar, da unser Gehör keinen Speicher wie ein Rechner hat, um später ausdruckbare Vergleiche zu ziehen. Für das Gehör ist der Moment des Umschaltens der wichtigste Zeitpunkt; in diesem Moment werden die Unterschiede, so vorhanden, am deutlichsten hervortreten, danach tritt sehr schnell wieder der Gewöhnungseffekt ein. Der unmittelbare Vergleich, am besten durch häufiges Umschalten, ist sehr wichtig.
Ein Test mit Umstecken, verbunden mit Pausen, ist daher m.Ea. wenig aussagekräftig.

Die Erfordernis der o.g. Vorgehensweise und der einer solchen Umschaltanlage macht daher viele durchgeführte DBT wertlos. Allerdings ist der Einfluss von Kabeln eher als sehr gering einzuschätzen, also größtenteils unhörbar, einzuschätzen.

MfG Stefan

Verfasst: Fr 8. Nov 2002, 09:29
von Michael3000
BlueDanube hat geschrieben:...bei ungünstiger Lautsprecheraufstellung in der Ecke, eine Überhöhung von gut 20dB bei 90Hz und eine Nachklingdauer von mindestens 1 Sekunde bei eben dieser Frequenz!!!
Hi!
Was mich mal interessieren würde ist wie du so eine Nachklingdauer von 1sec feststellst? Also ich meine das jetzt echt ernsthaft? 90Hz einspeisen und dann abschalten? Und dann hörst du noch kurze Zeit später eine Art Echo oder so?
Und wie kommst du gerade auf die 90 Hz?

Bin halt gerade dabei meine Anlage neu einzupegeln usw. und würde gerne auch solche Dinge checken...

Verfasst: Fr 8. Nov 2002, 12:45
von matthew
Gilt die angesprochene Problematik mit den Zinn auch für galvanisch verzinnte Aderendhülsen?

Verfasst: Fr 8. Nov 2002, 13:31
von BlueDanube
Michael3000 hat geschrieben:
BlueDanube hat geschrieben:...bei ungünstiger Lautsprecheraufstellung in der Ecke, eine Überhöhung von gut 20dB bei 90Hz und eine Nachklingdauer von mindestens 1 Sekunde bei eben dieser Frequenz!!!
Hi!
Was mich mal interessieren würde ist wie du so eine Nachklingdauer von 1sec feststellst? Also ich meine das jetzt echt ernsthaft? 90Hz einspeisen und dann abschalten? Und dann hörst du noch kurze Zeit später eine Art Echo oder so?
Und wie kommst du gerade auf die 90 Hz?

Bin halt gerade dabei meine Anlage neu einzupegeln usw. und würde gerne auch solche Dinge checken...
Mein Raum ist 3,86m x 4,12m x 2,5m
Die Resonanz durch stehende Wellen ensteht bei
f=Schallgeschwindigkeit/Raummaß/2 und vielfachen davon

in meinem Fall f=345/3,86/2=44,7 ; 89,4 ; etc.
und f= 345/4,16/2=41,5 ; 82,9 ; etc.
und f= 345/2,5/2=69 ; 138 ; etc.

Der Ton klingt nach Drücken der Stoptaste noch 1-2 Sekunden aus (kein Echo, sondern ein langsam abklingender Dauerton).
Das bedeutet, dass man keine einzelnen Bassimpulse mehr unterscheiden kann - es ist nur ein undefinierter Bassbrei.

Die Resonanzen unter 50Hz können vielleicht noch bassschwache Regalboxen unterstützen. Darüberliegende Resonanzen bis etwa 120Hz decken aber die gesamte restliche Musik zu.

Verfasst: Sa 9. Nov 2002, 22:19
von Christian Strotmann
Mal ein paar Worte zum sauerstoff-freien Kupfer:Technisch reines Kupfer enthält immer Verunreinigungen, die die Leitfähigkeit reduzieren. Ein geringer Sauerstoffgehalt oxidiert diese Verunreinigungen, so daß sie weniger störend wirken. Nur bei chemisch reinem Kupfer verringert Sauerstoff die Leitfähigkeit. Ob das der Fall ist wenn lediglich von OF-Kupfer die Rede ist ist zumindest nicht bewiesen. OF-Kupfer wird ansonsten benötigt wenn hohe Dehnung oder Schweißbarkeit gefordert sind. Solche Qualitäten können dann natürlich Beimengungen enthalten, die es elektrische Anwendungen ungeeignet machen.
Christian

Raumresonanzen

Verfasst: Sa 9. Nov 2002, 23:40
von Markus
Hallo Blue Danube,

ein ähnliches Problem hatte ich ebenfalls mal, nur dass hier die Resonanzfrequenz ca. bei 50 Hz lag und es kein quadratischer, sondern ein rechteckiger Raum mit einem Längenverhältnis von 2 : 1 war. Gravierend besser wurde es nach Abrücken der Lautsprecher ca. 1 Meter von der Rückwand, gleiches für den Hörplatz. Durch die nun deutlich günstigere Schallanregung war nahezu keine Resonanz mehr zu hören.

Gruß,

Markus.