Re: Gibt es Verstärkerklang ?,1000 oder 10 Watt,alles Einbil
Verfasst: Mi 11. Dez 2013, 14:16
Und genau das ist ja das Problem.rob_bounce hat geschrieben:Somit ist es die Beste Lösung, dass sich die Leute der Gruppe A aus Beiträgen/Themen der Gruppe B heraushalten und umgekehrt.
Frei nach dem Motto: Leben und Leben lassen!![]()
Gruppe B gibt Erklärungen und Klangbeschreibungen von sich, die sich relativ weit von der Realität entfernt haben. Diese klanglichen Veränderungen lassen sich weder messen, noch sind sie reproduzierbar für andere Leute. Sie sind im höchsten Masse subjektiv und daher auch keine wirkliche Hilfe - gerade für Neueinsteiger nicht.
Der Fabelklang überwiegt eindeutig in der Beschreibung ihre Wahrnehmung und technisches Interesse ist meist reduziert auf Oberflächlichkeiten. Trotzdem werben sie für ein technisches Gerät und eine technische Eigenschaft, die sie nicht verstehen und stellen die Sonderstellung im Klang dar.
Meiner Meinung nach ist Klangwahrnehmung, wie wir sie empfinden, immer ein Produkt aus "realem Klang" + "Fabelklang". Daher kann nur ein Blindtest oder ein Messinstrument den realen Klang vergleichen. Immer unter den genannten Annahmen. (Blindtest, Pegelabgleich etc). Auch Vergleiche über Fabelklang sind hier nicht nötig und hilfreich, da dieses rein subjektiv ist.
Es ist ja nicht so, dass Gruppe A sich nicht schon einmal dabei erwischt hat für einen kurzen moment den Fabelklang zu hören. Das fängt ja mir schon damit an, dass man manchmal den Klang je nach Tageszeit anders wahrnimmt. (Musik bei Tag gespielt vs. Musik an einem ruhigen Abend).
Jedoch obsiegt hier meist die Logik und der Verstand und anstelle diesem Fabelklang "blind" zu glauben, machen sie sich auf die Suche nach dem "warum". Sie möchten "verstehen" anstatt zu "glauben". Je nach Interesse und Kenntnisstand kommt man dem Problem meist schnell auf die Spur und findet eine sachliche und logische Erklärung für die Wahrnehmung oder Veränderung der Wahrnehmung.
Die eigentliche Wahrnehmung (trotz des Wissens) ändert sich ja manchmal nicht ein mal - siehe McGurk Effekt.
Für mich klingt Musik an einem ruhigen Abend doch auch immer noch besser als zwischendurch mal kurz 15 Minuten gehört an einem hektischen Tag. Nur ist mir bewusst, dass die Ursache keine kleinen grünen Männchen sind. Oder dass ich mir einen neuen Verstaerker für den Tag kaufen muss, da meiner sich immer dann so komisch anhört.
Wenn man sich bewusst ist, dass allein schon Pegelveränderungen im Bereich von +0.5dB z.B. nicht direkt als lauter empfunden werden, sondern sich teilweise gravierend auf die klanglichen Wahrnehmung auswirken, ist ein erster Schritt getan. Diese Umstand erklärt in den meisten Fällen die Klangveränderung.
Hier mal ein Video von Bob Katz (AES) - zwar zum Thema "Loudness War" - aber eine Frage die er stellt und erklärt:
Ab Minute 1:11: Does louder sound better?
Ein hat einen Pegelunterschied von 0.2dB für seine veränderte Klangwahrnehmung nachgewiesen.
Es mag jetzt vermessen klingen, aber wie soll ein Neueinsteiger das denn objektiv unterscheiden?rob_bounce hat geschrieben: Leute die neu in dem Hobby HiFi sind oder einfach nur Fragen haben, können für sich die persönliche Entscheidung treffen, welcher Gruppe sie Glauben schenken.
Und somit wäre allen Unstimmigkeiten und Streitereien erledigt!
Mir geht es auch nicht darum diese "Unterschiedhoerer" zu bekehren oder zu belehren. Man kann jemanden nur sachlich oder objektiv überzeugen, wenn der Andere offen dafür ist. Das ist hier wenig erfolgsversprechend. Genussmensch hat am Anfang der Diskussion ja schon drauf hingewiesen. Es entwickelt sich dann meist eine leichte Trotzhaltung und man fühlt sich in die Ecke gedrängt. Eine sachliche / objektive Diskussion kann dann meist nicht mehr stattfinden.
Belief Perseverance:
http://changingminds.org/explanations/t ... erance.htm
http://www.psychology.iastate.edu/facul ... 09/07A.pdf
Diese Diskussion war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der einzige Grund warum ich hier überhaupt so viel geschrieben geschrieben habe, ist die leise Hoffnung, dass es hier auch Leute gibt, die diesen Threat lesen und offen und unvoreingenommen an die Sache rangehen und versuchen mehr zu erfahren und zu verstehen.
Man kann sich seine HiFi Götter zum Glück selber aussuchen.
Damit beende ich auch die Diskussion oder das, was eine Diskussion sein soll für mich. Im Grunde habe ich auf den vielen vielen Seiten und Beträgen nicht einen sachdienlichen Hinweis auf die Existenz von Verstaerkerklang oder eine halbwegs fundierte Erklärung dafür erhalten. Ich gehe auch nicht mehr davon aus, dass dieses Wunder noch passiert.