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NuVero 11 oder Canton Vento Reference 5?

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alp650
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Re: NuVero 11 oder Canton Vento Reference 5?

Beitrag von alp650 »

Nach ein paar Tagen Hörerfahrung mit den nuVero 11ern ein kleiner Zwischenbericht:

Als direkten Vergleich kann ich nur die Teufel M200 / M 4000-Kombination hernehmen, die seit Anfang der Neunziger ihren Dienst bei mir versehen hat.
Die klangen für mich immer gut. Aber nach so langer Zeit musste was Neues her, die Technik macht ja Fortschritte.
Ich hatte zunächst mit dem Gedanken gespielt, mir wieder einen Teufel-Lautsprecher zuzulegen, die Ultima 8 ist dort kürzlich erschienen. Die Preisklasse um 3000 Euro sollte es auch sein. Da die Entscheidung wohl überlegt sein will, habe ich zunächst die einschlägigen HiFi-Zeitschriften gewälzt und das Internet durchstöbert und bin auf die nuVeros aufmerksam geworden. Positive Tests (Preis/Leistung!), Sieger bei den Leserwahlen, positives Feedback in verschiedenen Internet-Foren haben zu dem Entschluss geführt, die NuVero 11 zu ordern.
Ein Bekannter machte mich noch auf das „Ausverkauf-Angebot“ der Canton aufmerksam. Letztlich habe ich mich gegen die Canton entschieden, weil dieser immense Preisnachlass zur unverb. Preisempfehlung mir suggeriert, dass die Gewinnspanne doch sehr groß (gewesen) sein muss und man sich als Kunde irgendwie vera…. vorkommt. Über die Teufel habe ich wenig aussagekräftiges gefunden… lediglich Tests in Zeitschriften, die man natürlich mit Vorsicht genießen muss.
Für die nuVeros sprach für mich: Firmenphilosophie Nubert in Sachen „Klang“ von Lautsprechern (keine hohlen pseudo-technischen-Werbesprüche, sondern Umsetzen von fundiertem Wissen), Fertigung der Lautsprecher (Qualität, Zulieferer, etc.) und vor allem die positiven Erfahrungen der Leser/Käufer/Internetuser.

Nun (endlich) zu den Hörerfahrungen:

Die Aufstellung war erfreulich unkritisch. Die Teufel-Satelliten waren ziemlich empfindlich was das „Eindrehen“ auf den Hörplatz betrifft. Kleine Änderungen wirkten sich schon auf die Ortbarkeit von Stimmen/Instrumenten und Tiefen-/Breitenstaffelung aus. Die NuVeros habe ich nur ein- oder zweimal nach der Aus-dem-Bauch-Aufstellung korrigiert und war zufrieden. Sie müssen nicht so stark auf den Platz ausgerichtet werden und haben einen wesentlich breiteren Sweet-Spot.

Die virtuelle Bühne wird deutlich breiter und tiefer dargestellt. Was bei den Teufeln noch mit viel Konzentration herausgehört werden konnte, geben die nuVeros völlig selbstverständlich wieder. Sänger stehen wie festgewurzelt an ihrem Platz, Instrumente werden in ihrer wirklichen Größe abgebildet (die Teufel haben hier schon mal zu dick aufgetragen und Instrumente „aufgeblasen“). Das Klangbild löst sich sehr gut von den Lautsprechern.

Die Lebendigkeit der Lautsprecher ist atemberaubend. Impulse werden trocken und schnell wiedergegeben. Wo ich früher „nur gehört“ habe, dass eine Gitarrensaite gezupft wird, habe ich jetzt den Eindruck als stünde der Gitarrist live in meinem Wohnzimmer.

Die Bässe meiner Teufel-Kombi waren (bedingt durch den monströsen Subwoofer) richtig mächtig. Die nuVeros klingen natürlich nicht so mächtig – dafür kommt der Bass trocken und auf den Punkt. Wo früher der Bass als Druckwelle daherkam und die Gläser im Schrank zum „mitmusizieren“ brachte, fehlt jetzt diese Welle. Besser gesagt, sie fehlt mir nicht wirklich. Der Bassimpuls knallt – und ist wieder weg. Da schwingt nichts nach. Für Lautsprecher mit dem „Hubraum“ der nuVeros hat der Bass erstaunlichen Tiefgang und ordentlichen Punch – mehr braucht man nicht.

Zum Punkt Neutralität….. Das ist, wie ich gelesen habe, die große Stärke der Nubert-Lautsprecher. Das war für mich auch ein Kaufargument. Diese Neutralität ist in der Praxis gewöhnungsbedürftig. Sie entlarvt schonungslos schlecht aufgenommene CD’s. Kein „Wohlklang“ mehr, der Schwächen bei der Aufnahme überspielt und dem Ohr schmeichelt.
Daran – so kann ich mir vorstellen – scheiden sich dann die Geister. Ich habe mich für diese „Ehrlichkeit“ entschieden, sie macht zunehmend Spaß.

Klangrealität – jedes kleine Detail wird herausgeschält, jedes Anblasgeräusch, jedes Verschieben der Finger auf den Gitarrensaiten ist hörbar. Sofern es die Aufnahme wiedergibt. Dieser Detailreichtum führt allerdings nicht dazu, dass der Lautsprecher die Übersicht verliert und das Klangbild zerrissen wirkt. Im Gegenteil – aus der Summe dieser Details entsteht ein Ganzes. Man kann es schlecht beschreiben.

Gesamturteil: Die CD-Sammlung wird neu durchforstet – gewohnte Titel werden „neu“ gehört. Ich „ertappe“ mich immer öfter dabei, dass ich eigentlich nur einen Titel einer CD als Hörtest auflegen will, dann aber die CD weiterlaufen lasse, weil es einfach Spaß macht zu hören. Kein A/B-Vergleich und analytisches Hören, sondern einfach Begeisterung für die Musik.

Das ist doch eigentlich das, was man von einem Lautsprecher erwartet.
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Yamaha RX-V767 +
HIFIAkademie PowerDAC
2 x nuVero 11
1 x nuVero 5 (CS)
2 x nuLine WS 12 (Rear)
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