martinm hat geschrieben: Mi 30. Mär 2022, 18:00
wie sind denn Ganzjahresreifen einzuordnen?
Ganz schwieriges Pflaster, da kann man sich schnell auf's Glatteis begeben.
Neben der Sicherheit sollte man vor allem die Lautstärke berücksichtigen. Mein Bürokollege hat seinen 1-er BMW auch mal vor zwei Jahren Ganzjahresreifen "gegönnt", weil er wenig fährt und weil es in Nürnberg eh nicht so viel schneit, dass man reine Winterreifen bräuchte. Er fand die Reifen wochenlang gut und erzählte es auf der Arbeit rum. Dann fuhr er das erste mal auf die Autobahn und keine zwei Wochen später waren die Reifen bei ebay Kleinanzeigen eingestellt.
Im Vergleich zu Sommerreifen waren die Ganzjahresreifen (obwohl sie von einem Markenhersteller kamen) extrem laut.
Die weniger lauten sind weniger gut auf Schnee. Es ist also eine Gratwanderung.
martinm hat geschrieben: Mi 30. Mär 2022, 18:00
Die Winterreifen sind jetzt im 8. Jahr und lt. Reifenhändler noch gut. Demnächst - spätestens kommendes Jahr - sind die Sommerreifen fällig. Da wäre dann ein guter Zeitpunkt zu wechseln.
Nach 8 Jahren sind Reifen (egal ob Sommer oder Winter) aufgrund Wetter und Sonneneinstrahlung "durch", auch wenn noch >= 10 mm Profil drauf ist. Die Reifen werden einfach mit der Zeit spröde und haften weniger gut (längerer Bremsweg). Also länger als 8 Jahre würde ich keinen Reifen fahren wollen, wenn mir mein Leben und das meiner Mitfahrer lieb ist.
lalamichel hat geschrieben: Mi 30. Mär 2022, 18:02
Gibt es dafür eine Quelle ? oder vermutest du das nur ?
Mein Unternehmen hat eine "Electrification"-Sparte und da bekommt man als Entwickler so einiges mit. Die Hersteller geben die 8 Jahre Garantie nicht "umsonst". Der Besitzer des Autos zahlt mit seinen Daten, dazu gehören auch die Daten des Lade- und Entladeverhaltens der Batterie. Zudem: Die 225 kW gibt es nur unter ganz bestimmten Konditionen:
1) innerhalb des "Thermofensters" (Umgebungstemperatur), welches leider sehr enggefasst ist
2) Akku muss VOR dem Laden bereits vorkonditioniert (vorgeheizt) sein (Tesla macht das völlig selbständig, sobald man mit dem Navi einen Supercharger ansteuert, bei den anderen Herstellern muss man das Vorheizen der Batterie für maximalen Ladestrom in der Regel erst im Bordcomputer auswählen).
3) Akkuladestand muss sich zu Beginn des Ladevorgangs im richtigen "Ladezustandsfenster" befinden und das "volle-Pulle-Laden" wird auch nur über wenige Minuten aufrechterhalten, dann nimmt der Ladestrom stark ab.
4) Hinzuziehen der bisherigen Alterung der Batterie unter Berücksichtigung der aktuellen Werte und der Ladewerte der Vergangenheit.
5) Punkte, die selbst ich als Entwickler innerhalb von 5 Minuten nicht überblicken konnte.
Fakt ist: Der Akku ist das hochkomplexe Herzstück eines jeden E-Autos und sollte gehegt und gepflegt werden, wie der Otto- oder Dieselmotor beim Verbrenner. Ist ja auch mit Abstand die teuerste Einzelkomponente des gesamten Autos.
David 09 hat geschrieben: Mi 30. Mär 2022, 18:23
1. Der geneigte Lader kommt überhaupt nicht an die absoluten technischen Reserven ran, da kannste soviel reinpumpen oder den Akku leerfahren wie du willst…
Mit Verlaub, das stimmt einfach nicht! Es gibt zwar einen "Brutto-" und einen "Netto-Wert" bzgl. des Akkus und der Kunde kann nur über den Netto-Wert verfügen, doch sind die "internen" Reserven nicht so groß wie viele denken. Oft sind es nur um die 5 % (63 kWh brutto versus 60 kWh netto).
David 09 hat geschrieben: Mi 30. Mär 2022, 18:23
2. Die Ladevorgänge werden idR nicht die gesamte Ladezeit über die maximal mögliche Ladeleistung durchgeführt, da hat jeder Hersteller seine Ladephilosophie und -technik, die mit der software schon entsprechend gesteuert werden
Das ist so selbstverständlich, dass ich das gar nicht erst erwähnt habe.
David 09 hat geschrieben: Mi 30. Mär 2022, 18:233. Die händlerseits angegebene Ladeleistungen sind mögliche Maximalleistungen
Das ist so selbstverständlich, dass ich das gar nicht erst erwähnt habe.
David 09 hat geschrieben: Mi 30. Mär 2022, 18:23
4. Das hat nix mit 100 Vollladungen zu tun sondern von Beginn an mit der durch den Hersteller vorgesehenen Ladekurve
Wie meinen? Das Ladeverhalten wird im zuständigen Steuergerät (bei Tesla ein Zentralsteuergerät, bei anderen Herstellern ein eigenes Ladesteuergerät) penibel protokolliert (offline) oder gar in Echtzeit via eingebauter LTE-SIM-Karte an den Hersteller übermittelt.